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Telekom Baskets: knappe Heimniederlage gegen Alba Berlin

Basketball-Bundesliga : Die Baskets bringen Alba an den Rand einer Niederlage

Die Telekom Baskets Bonn bringen den Favoriten Alba Berlin nach einem Blitzstart an den Rand einer Niederlage. Am Ende müssen sich die Baskets aber doch geschlagen geben.

Ein Blitzstart und eine starke Leistung haben nicht gereicht: Die Telekom Baskets Bonn mussten sich Meister und Pokalsieger Alba Berlin mit 75:80 (22:21, 20:16, 13:21, 20:22) geschlagen geben und müssen damit jetzt wohl endgültig einen Haken an die Playoffs machen. Dabei gelang den Bonnern angeführt von Teamkapitän TJ DiLeo ein 13:0-Start.

Die Zuschauer im Autokino „Carena“ vor der Halle rieben sich ein wenig verwundert die Augen, Alba-Cheftrainer Aito Garcia Reneses nahm die erste Auszeit, seine Mannschaft kam besser ins Spiel, doch die Baskets hatten dank deutlich sichtbarem Willen und für Bonner Verhältnisse starkem Teamplay bis lange ins Schlussviertel immer eine Siegchance. Letztlich spielte Alba die Partie aber im Stile einer Spitzenmannschaft zu Ende.

„Unser Rhythmus war in der zweiten Halbzeit nicht mehr so wie in der ersten. Dazu war die Verteidigung der Berliner deutlich intensiver“, sagte Isaiah Philmore nach der Partie. „Wir haben ohne Fokus und Intensität angefangen. Glücklicherweise hat meine Mannschaft rechtzeitig eine Reaktion gezeigt“, erklärte Alba-Cheftrainer Aito Garcia Reneses. Rechtzeitig, das war vor allem im dritten Viertel und dann im Schlussabschnitt.

Zusätzliche Motivation durch Ergebnis in Hamburg

Die Baskets waren mit einer kleinen zusätzlichen Motivation in die Partie gegangen, denn Hamburg hatte mit einem Sieg gegen Bamberg am Nachmittag die Playofftür für die Baskets noch mal ein kleines Stückchen aufgestoßen. Jetzt lag es an den Baskets, ihre Chance gegen eine Mannschaft aus starken Individualisten am Leben zu erhalten.

Mit den Startern Alex Hamilton, TJ DiLeo, Chris Babb, Isaiah Philmore und James Thompson IV an der Stelle von Leon Kratzer begannen die Baskets wie erhofft: Physisch, schnell, treffsicher. Kratzer blieb nur die Zuschauerrolle. Zwar hatte er sich mit aufgewärmt, doch Voigt gab dem Youngster Gabriel de Oliveira Spielzeit, mit der dieser pfleglich umging. „Namen auf dem Trikot zählen bei mir nicht“, sagte Voigt hinterher. „Leon hat nicht gut trainiert und Gabriel hat sich die Spielzeit im Training verdient und heute viel Energie ins Spiel gebracht.

Philmore verbuchte die ersten drei Punkte aus der Distanz, TJ DiLeo agierte selbstbewusst im Ballvortrag und als geschickter Strippenzieher. Als Thompson per Hakenwurf zum 10:0 traf, erhob sich die spanische Trainer-Ikone Aito erstmals von ihrem Stuhl, als Philmore einen weiteren Dreier zum 13:0-Lauf der Baskets versenkte, nahm er nach exakt drei Minuten die erste Auszeit.

Euroleague-Partie steckte Alba noch in den Beinen

Sein Team hatte am Freitag noch in der Euroleague gegen Valencia gespielt und kam nicht recht in die Partie. Peyton Siva konnte den Bonner Lauf dann an der Freiwurflinie beenden und Niels Giffey gelang der erste Feldkorb für die Gäste, der von der Bank geradezu frenetisch gefeiert wurde, nachdem sich Alba ganz offensichtlich erheblich über den Gegenwind gewundert hatte. Als Siva ausgewechselt wurde, trottete er kopfschüttelnd zu seinem Sitzplatz.

Die Bonner gefielen weiter im Vorwärtsgang, ließen den Ball gut in ihren Reihen laufen und verteidigten sehr ordentlich. Allerdings spielte ihnen auch eine überschaubare Berliner Trefferquote in die Karten. Bis zur Halbzeit war es ganz klar das Spiel der Bonner. Die Baskets agierten, Alba reagierte – ließ aber nie ganz abreißen. Zur Halbzeit führte die Mannschaft von Headcoach Will Voigt mit 42:37.

Am Ende war Alba das abgezocktere Team

Es war klar, dass die Vorstellung seiner Mannschaft Aito nicht gefallen haben konnte und entsprechend eine Reaktion folgen würde. Jayson Granger und Louis Olinde brachten Berlin auf 41:42 heran, doch die Baskets ließen sich vom Gegenwind nicht umpusten. Sie hielten dagegen. Immer wieder waren es Babb und DiLeo, die gute Aktionen initiierten. Doch in der 26. Minute eroberte Olinde dann die erste Alba-Führung (50:49), welche die Hauptstädter auf 67:60 ausbauten (33.).

Jetzt sah es aus, als müssten die Baskets abreißen lassen und Voigt nahm eine Auszeit. Er stellte seine Mannschaft noch einmal ein, verschaffte ihr aber auch Luft gegen die jetzt immer aggressiver werdende Berliner Verteidigung. Die nächste beiden Angriffe endeten allerdings als Offensivfouls und auf der Gegenseite erhöhte Jayson Granger zur ersten zweistelligen Führung für Alba (71:61, 35.). Es machte den Eindruck, als hätte nicht Alba am Freitag gespielt sondern die Baskets.

Die Berliner investierten reichlich Energie in die Verteidigung und erzielten den erwünschten Erfolg. Den Bonnern gelang nur noch eine überschaubare Zahl hart erarbeiteter Punkte. Zunächst. Drei Minuten vor Schluss lagen die Baskets mit 13 Punkten hinten, dann gelang Thompson IV, Philmore und Babb ein 7:0-Lauf, der Alba noch einmal wackeln ließ. Kurz. Dann spielten die Berliner die Partie abgezockt ins Ziel.