Fiba Europe Cup Telekom Baskets mit großem Respekt vor Nanterre

Bonn · Im Halbfinal-Hinspiel des Fiba Europe Cups treffen die Baskets am Abend auf die aktuell viertbeste Mannschaft Frankreichs.

 Ein starkes Spiel zeigte gegen Ludwigsburg TJ DiLeo (links) und sorgte so für viel Entlastung von Baskets-Spielmacher Josh Mayo. So stellen es sich die Baskets auch in Nanterre vor. FOTO: WOLTER

Ein starkes Spiel zeigte gegen Ludwigsburg TJ DiLeo (links) und sorgte so für viel Entlastung von Baskets-Spielmacher Josh Mayo. So stellen es sich die Baskets auch in Nanterre vor. FOTO: WOLTER

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Was auch immer Predrag Krunic über den kommenden Gegner der Telekom Baskets Bonn ausführt, in der Stimme des Trainers schwingt ein großer Respekt mit. Kein Zweifel: Wenn die Bonner am Mittwoch (19 Uhr, Stadthalle) bei JSF Nanterre zum ersten Halbfinalspiel um den Fiba Europe Cup antreten, dann bekommen sie es mit einer der besten französischen Mannschaften zu tun. Aktuell liegt der Gegner auf Rang vier der heimischen ersten Liga, die nicht schlechter aufgestellt ist als hierzulande die Basketball-Bundesliga. „Wir müssen 40 Minuten an unserem Limit spielen, um uns für das Rückspiel eine gute Ausgangsposition zu verschaffen“, blickte Krunic voraus.

Das wird schwer genug, denn im Vorfeld gibt es Verletzungsprobleme, die dem Coach Sorgen machen. So hat sich Ryan Thompson am vergangenen Sonntag in der Partie gegen die Riesen Ludwigsburg eine Beckenprellung zugezogen. Zwar schlossen weitere Untersuchungen eine schlimmere Verletzung aus, doch schmerzhaft ist sie allemal. Es ist offen, ob Thompson, wenn er denn spielen kann, voll einsatzfähig ist. Das zweite Sorgenkind ist Ojars Silins. Der Lette hatte sich vor elf Tagen im Spiel bei den Eisbären Bremerhaven eine Knieverletzung zugezogen. Krunic: „Auch bei ihm entscheidet sich kurzfristig, ob wir ihn einsetzen können.“

Krunic beklagt, „dass die Vorbereitung auf so ein wichtiges Spiel alles andere als optimal ist. Aber wir müssen das Beste daraus machen.“ Dazu kommt, dass seine Mannschaft noch ein hoch intensives Bundesligaspiel gegen die Ludwigsburger hinter sich hat. „Aber darüber dürfen wir uns nicht beklagen. Wir wollen in der Bundesliga und auch in Europa präsent sein, also müssen wir mit den Umständen klarkommen“, erklärte der 49-Jährige.

Sein Guard Jamaar Sanders gewinnt der Begegnung mit den Riesen nicht nur den positiven Aspekt ab, dass die Bonner das Spiel mit 90:86 gewonnen haben, er sieht den Schlagabtausch auch als ideale Vorbereitung auf Nanterre. „Gegen Ludwigsburg war es ein sehr intensives Spiel, das definitiv Playoff-Niveau hatte. Wir haben die Prüfung bestanden, und jetzt wissen wir, wie wir die nächsten Aufgaben angehen müssen – mit der gleichen Intensität und Entschlossenheit“, sagte Sanders.

Der 28-Jährige hatte vom Ausfall Silins profitiert und war als sechster noch zugelassener Ausländer in die Mannschaft gerückt. Durchaus möglich, dass er aus taktischen Gründen wieder dabei ist. Krunic: „Wir müssen viel Druck auf die gegnerischen Guards ausüben. Das Gleiche werden sie bei uns versuchen. Gegen Ludwigsburg war gut, dass wir kleinere Spieler hatten, die sich abwechseln konnten und sich die Verantwortung und Belastung teilen konnten.“ Dabei machte Toni DiLeo einen sehr guten Job und auch Sanders hatte einen soliden Auftritt. Darüber freut sich besonders Josh Mayo. Denn Bonns wichtigster Mann im Spielaufbau braucht Pausen.

Nanterre hat mit dem deutschen Nationalspieler Heiko Schaffartzik (12,7 Punkte/5,0 Assists) und Chris Warren (13,7/4,9) ein herausragendes Spielmacherduo, das sich sehr gut ergänzt. Im sehr athletisch zusammengestellten Kader von Trainer Pascal Donnadieu muss man noch besonders auf Shooting Guard Spencer Butterfield aufpassen. Er ist mit 13,9 Punkten pro Spiel Topscorer seines Teams und lieferte gerade erst im Viertelfinalrückspiel gegen den türkischen Club Muratbey eine Kostprobe seines Könnens ab, als er beim 110:82-Sieg 39 Punkte erzielte und dabei elf Dreier bei 13 Versuchen versenkte. Weiterhin sind die Flügelspieler Mykal Riley (8,8 Punkte) und Hugo Invernizzi (7,8 Punkte) sowie Power Forward Brian Conklin (8,5 Punkte, 4,5 Rebounds) und Center Mathias Lessort (9,1 Punkte, 6,7 Rebounds) die Spieler, die hinter dem genannten Trio am meisten Verantwortung übernehmen.

Das Rückspiel bei den Baskets findet nächste Woche Mittwoch (19.30 Uhr) im Telekom Dome statt. Wenn nicht mit einem Sieg, so wollen die Bonner dann zumindest mit einer sehr knappen Niederlage in die Begegnung gehen.