Spiel in Crailsheim Baskets-Trainer Iisalo trifft erstmals auf sein altes Team

Bonn · Der Gegner ist ihm bestens bekannt, die Halle ebenso: Trainer Tuomas Iisalo ist mit den Telekom Baskets am Sonntag zu Gast bei seinem Ex-Club Crailsheim Merlins. Es ist der nächste Kontrahent, der über eine starke Offensive verfügt.

 Baskets-Cheftrainer Tuomas Iisalo im Gespräch mit seinen Spielern Parker Jackson-Cartwright (M.) und Jeremy Morgan.

Baskets-Cheftrainer Tuomas Iisalo im Gespräch mit seinen Spielern Parker Jackson-Cartwright (M.) und Jeremy Morgan.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Es wäre verständlich, würde Tuomas Iisalo am Sonntag in der Crailsheimer Halle die Heimkabine ansteuern. „Das passiert hoffentlich nicht“, sagt der Cheftrainer der Telekom Baskets und lacht. Natürlich passiert es nicht, dafür ist Iisalo viel zu fokussiert. Sein Weg wird ihn wie bei allen Auswärtsspielen der Bonner in der Basketball-Bundesliga zielsicher in die Gästekabine führen. Dort wird er seiner Mannschaft die letzten Anweisungen für einen Gegner geben, den Iisalo so gut wie kein zweiter Trainer kennt – vermutlich weltweit. Nach fünf Jahren in Diensten der Hakro Merlins Crailsheim – davon die letzten beiden an der Seite seines Bruders und Co-Trainers Joonas – kehrt der 39-Jährige erstmals zu seinem ehemaligen Club zurück.

„Es ist für mich als Mensch natürlich ein besonderes Spiel. Ich war fünf Jahre dort, es ist so etwas wie meine basketballerische Heimat“, sagt Iisalo vor dem Gastspiel der Baskets am Sonntag (18 Uhr, MagentaSport). „Es war eine wunderschöne Zeit, die ich nie vergessen werde.“ Was sein Team und die Vorbereitung betreffe, schränkt er ein, „ist es aber natürlich ein Spiel wie jedes andere“. Und da steht für Iisalo fest: „Es spielen zwei sehr gute Mannschaften gegeneinander.“

Sein Nachfolger Sebastian Gleim liegt mit den Schwaben nach etwa einem Drittel der Hauptrunde auf Playoff-Kurs, was zum großen Teil an der starken Offensive liegt: Hinter den Baskets belegt Crailsheim in der BBL Platz zwei bei den pro Spiel erzielten Punkten. Die Bonner treffen damit nach dem Mitteldeutschen BC und Braunschweig zum dritten Mal hintereinander auf eine der Top-Offensivmannschaften der Liga. „Am Anfang der Saison hatte Crailsheim einen viel besseren Rhythmus im Angriff als wir. Seitdem haben wir unser Niveau deutlich verbessert“, sagt Iisalo.

Einige Crailsheimer Spieler kennen Iisalos System bestens

Die Offensiv-Harmonie der Merlins hängt auch damit zusammen, dass die Mannschaft das System ihres ehemaligen Trainers größtenteils beibehalten hat. Spieler wie Fabian Bleck, Maurice Stuckey oder Bogdan Radosavljevic, die schon unter Iisalo in Crailsheim spielten, profitieren davon. „Sie kennen unser System besser als unsere Spieler, denn sie spielen es seit drei Jahren“, meint der Baskets-Trainer.

Da stellt sich die Frage, wer am Sonntag im Vorteil ist: Iisalos ehemalige Spieler, die das System ihres Ex-Coachs in- und auswendig kennen? Oder Iisalo selbst, der von jeder Schwäche seiner früheren Schützlinge weiß? „Das ist schwer zu sagen“, sagt der Finne zurückhaltend. Eine Antwort darauf wird sich vermutlich aus der Partie und dem Ergebnis ableiten lassen.

So lief das Spiel der Telekom Baskets Bonn gegen die Löwen Braunschweig
24 Bilder

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Einer der Spieler, den Iisalo noch nicht in Crailsheim trainiert hat, ist TJ Shorts. Der Spielmacher kam im Sommer von den Hamburg Towers neu ins Team und erledigt seinen Job bisher ausgezeichnet: Mit im Schnitt rund 20 Punkten ist er der Topscorer der Liga und liefert pro Partie auch noch sieben Assists. „Er ist unglaublich schnell und trifft gute Entscheidungen“, lobt Iisalo, der Shorts’ Zusammenspiel mit Center Radosavljevic als einen zentralen Part im Crailsheimer Spiel bezeichnet.

Statt über Einzelspieler spricht Bonns Trainer aber lieber über das Kollektiv – auch bei seiner eigenen Mannschaft. Die reist mit dem Selbstbewusstsein von neun Siegen in Serie zu den Merlins, musste für Nummer neun am Mittwochabend aber bis zur letzten Minute zittern, ehe die Löwen Braunschweig mit 89:83 bezwungen wurden. „Beide Teams haben mit sehr hoher Intensität agiert, es gab bei beiden viele Fehler. Das ist aber normal, wenn man schnell spielt“, sagt Iisalo, der von einer sehr wichtigen Partie für seine Mannschaft spricht. Einer Partie, nach der die Baskets zufrieden, aber sicherlich auch etwas erleichtert in der Kabine saßen.

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