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Mit Wut im Bauch nach Berlin: Telekom Baskets treten bei Meister Alba an

Mit Wut im Bauch nach Berlin : Telekom Baskets treten bei Meister Alba an

Nach der bitteren Niederlage in Bayreuth treffen die Telekom Baskets Bonn an diesem Sonntag auf den deutschen Basketball-Meister Alba Berlin.

Mit mächtig Wut im Bauch traten die Telekom Baskets Bonn am späten Donnerstagabend die Heimreise an. Richtig schlafen konnte Igor Jovovic, der Trainer des Basketball-Bundesligisten, im Bus nicht. Zu aufgewühlt war er, zu viele Gedanken schwirrten in seinem Kopf um die Frage, wie seine Mannschaft das Spiel bei medi Bayreuth noch verlieren konnte. Bei der 77:83-Niederlage im zweiten Spiel der noch jungen Saison hatten die Bonner 33 Minuten lang alles im Griff. Sie führten über weite Strecken zweistellig mit bis zu zwölf Punkten. In besagter 33. Minute stand es 71:60 für die Baskets.

„Wir haben komplett den Faden verloren. Die Dinge, die uns über mehr als drei Viertel das Spiel total kontrollieren ließen, haben wir nicht mehr gemacht“, sagte Jovovic. Außerdem habe man nicht mehr die nötige Energie aufs Feld gebracht. Ganz anders die Bayreuther, die, angetrieben vom überragenden David Walker, richtig aufdrehten und das Spiel mit einem mit 27:11 gewonnenen letzten Viertel an sich rissen.

Jovovic haderte mit den vielen Möglichkeiten, die sein Team ungenutzt ließ. „Wir waren offensiv nicht effizient genug, haben ein paar einfache Korbleger nicht verwandelt und viele andere Chancen nicht verwertet, mit denen wir das Spiel frühzeitig hätten entscheiden können“, analysierte Jovovic. Tatsächlich hätten die Baskets zwischenzeitlich mit 20 oder sogar mehr Punkten führen können, doch sie ließen den Gegner im Spiel.

Als Bayreuth noch einmal alles versuchte und Bonn mit stärkerer Verteidigung unter Druck setzte, ging offensiv kaum noch etwas. Die Krux: Auch defensiv fiel die Mannschaft in sich zusammen. Jovovic: „So kann man nicht gewinnen.“ Man werde das Spiel genau analysieren, um es in Zukunft besser zu machen.

„Es ist bitter, wenn man so verliert“

Die Gelegenheit dazu bietet sich den Baskets bereits am Sonntag bei Alba Berlin (15 Uhr, Mercedes-Arena). Der Gegner ist allerdings ein ganz anderes Kaliber. Die Albatrosse sind Titelverteidiger, spielen in der Euroleague und gaben den Bonnern erst vor elf Tagen im Telekom Dome das Nachsehen, als sie das Pokalspiel der Vorrunde mit 90:82 gewannen. Für Jovovic kommt es zuerst einmal darauf an, seine Profis mental aufzubauen. „Es ist bitter, wenn man so verliert. Wenn der Gegner klar besser war, kommt man mit einer Niederlage besser klar.“ Mut müsse sein Team daraus schöpfen, „dass wir gegen eine starke Mannschaft wie Bayreuth über weite Strecken das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten. Daran müssen wir anknüpfen und die Niederlage abhaken“.

Anknüpfen wollen die Baskets auch an die guten Phasen im Pokalspiel gegen die Berliner, als sie zu Beginn des letzten Viertels noch in Führung lagen. Illusionen macht sich Jovovic aber nicht. „Alba ist in eigener Halle klar der Favorit. Wir müssen mit unserem begrenzten Kader über 40 Minuten am oberen Leistungslimit spielen, wenn wir eine Chance haben wollen“, blickte der Bonner Coach voraus. Los geht die Reise am Samstag. Vielleicht hilft den Baskets in der nächsten Ausgabe der „Mutter aller Spiele“, dass die Mannschaft von Alba-Coach Aíto García Reneses ein straffes Programm in den Beinen hat. Sechs Spiele innerhalb von 13 Tagen hat Berlin im November in Pokal, Bundesliga und Euroleague absolviert. Noch am Freitagabend hatte der neunmalige Meister Zenit St. Petersburg zu Gast.

Allerdings kann Reneses aus dem Vollen schöpfen. Der zuletzt an Corona erkrankte Spielmacher Peyton Siva, der in Bonn nicht dabei war, spielt wieder mit. „Wir müssen realistisch sein, das wir von der Qualität her nicht mit Alba mithalten können. Aber ich bin mir sicher, dass wir am Sonntag in Berlin bereit sein werden, als Team einen guten Job zu machen und dem Gegner einen harten Kampf zu liefern“, sagte Jovovic.