Telekom Baskets verlieren Topspiel Baskets unterliegen Alba Berlin

Bonn · Ein Schritt zu langsam, zwei Nummern zu klein: Gäste nutzen ihren Größenvorteil und schlagen dezimierte Bonner mit 89:77

 Fast ein halber Meter Größenunterschied, dennoch setzt sich Parker Jackson-Cartwright (links) gegen Christ Koumadje hier durch.

Fast ein halber Meter Größenunterschied, dennoch setzt sich Parker Jackson-Cartwright (links) gegen Christ Koumadje hier durch.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Da war mehr drin. Ein schlechtes zweites Viertel und die Tatsache, dass die Hauptstädter ihre Vorteile am Brett nutzten, hat die Telekom Baskets Bonn die Siegchance gegen Alba Berlin gekostet. Nach der 77:89 (24:22, 19:29, 17:19, 17:19)-Niederlage wird es für den Tabellenzweiten in der Spitzengruppe immer enger.

„Die Berliner waren einen Schritt schneller als wir und haben uns deutlich im Rebounding geschlagen“, sagte Parker Jackson-Cartwright, der mit einem Double-Double aus zehn Assists und 20 Punkten der überragende Bonner war. „Sie haben uns einige Waffen genommen, und wir waren – wie gesagt – zu langsam“, nannte er Gründe für die Niederlage, die nach dem 88:86-Sieg im Hinspiel zum Saisonstart auch den Verlust des direkten Vergleichs bedeutet.

„Wir waren leider zwei Nummern zu klein, aber die Jungs haben den Kampf angenommen“, sagte Baskets-Cheftrainer Tuomas Iisalo. „Allerdings muss ich sagen, das Spiel der Woche hätte eine bessere Schiedsrichterleistung verdient gehabt, das war unter Durchschnitt. Aber es hatte keinen Einfluss auf das Ergebnis, Alba war besser als wir.“

Taktieren gehört zum Spiel. Und das, schon ehe es losgeht. Beide Teams hatten im Laufe der Woche ein Geheimnis um die Personalien gemacht. Alba ließ Ben Lammers, der im Euroleague-Spiel am Freitag in Moskau ausgesetzt hatte, sich mit aufwärmen, zum Spiel erschien der Center dann in Jeans. Zudem fehlte den Gästen weiter der schwedische Scharfschütze Markus Eriksson und damit eine Option von außen. Die Baskets mussten wieder auf die erkrankten Leon Kratzer und Jeremy Morgan verzichten.

Es deutete sich von Beginn an ein attraktives Spiel an, die Offensiven präsentierten sich gut in Schuss. Alba spielte über den größten Mann der Liga, Christ Koumadje, bekam auf der anderen Seite aber Jackson-Cartwright nicht in den Griff, der punktete und den Ball verteilte. Nach einem ansehnlichen ersten Viertel, in dem Baskets-Cheftrainer Tuomas Iisalo vermutlich gern eine etwas effektivere Defense gesehen hätte, stand es 24:22 für seine Bonner.

Alba startete dann mit einem Dunk plus Freiwurf von Johannes Thiemann in Durchgang zwei und übernahm die Führung (25:24, 11.). Als der Berliner 2,24-Meter-Center Koumadje sich nach drei Berliner Fehlversuchen den Ball über allen Mit- und Gegenspielern griff und in den Korb stopfte, nahm Iisalo eine schnelle Auszeit.

Obwohl Hawkins den nächsten Berliner Angriff blockte, machten die Gäste ihre nächsten Punkte per Alley-oop-Anspiel durch Louis Olinde und drohten über ihre Vorteile in der dritten Etage zu enteilen. Die Bonner Bemühungen reichten nicht; Alba vergrößerte den Abstand.

Nach ausgeglichenen Verhältnissen bei Rebounds und Assists zum ersten Viertelende hatten sich die Verhältnisse bis zur Pause deutlich zugunsten der Gäste geändert. Das schlug sich auch im Spielstand nieder: 51:43. Es hätte deutlicher sein können, und doch war es ein bisschen zu deutlich, wollte man bis in die Schlussphase gut mithalten und dann das Energie-Plus gegen ein unter der Woche viel beschäftigtes Berliner Team ausspielen. 

Allerdings war dann auch fraglich, wie groß das Energie-Plus überhaupt sein konnte, da sich bis zur Pause auf Bonner Seite auch die Spielfähigkeit von Skyler Bowlin als Finte erwies. Er wärmte sich mit auf, kam aber nach seiner Fußverletzung ebenso wenig zum Einsatz wie Tim Hasbargen.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gäste gleich wieder das Ruder; nach vier schnell nach altem Muster kassierten Koumadje-Punkten nahm Iisolo eine Auszeit mit ordentlich Dezibel. Bonn arbeitete sich, angeführt von Jackson-Cartwright, heran. Und irgendwann war Berlin wieder in Sicht.

Javontae Hawkins verkürzte per Dreier aus dem Einwurf auf nur noch sechs Punkte Rückstand (66:72, 32.), PJC bat um Lautstärke. Und er bekam sie. Auf der Berliner Bank war jetzt zu erkennen, dass sich der Gedanke breitmachte, dieses Spiel doch noch verlieren zu können. Entsprechend spielten die Baskets jetzt mit dem erreichbaren Ziel eines Heimerfolgs in der Attitüde. Ihnen gelangen nun Stopps und gute Offensivaktionen. War Alba doch inzwischen müde?

Zwei Freiwürfe von Kessens – und es waren bei noch fünf Minuten auf der Uhr fünf Punkte Rückstand (71:76, 35.). Dann allerdings fanden die Albatrosse wieder Antworten auf die guten Bonner Aktionen. Als Jackson-Cartwright beim Stand von 73:80 (37.) einen relativ einfachen Korbleger vergab, ließ er kurz die Flügel hängen. Kurz. Die Baskets versuchten weiter, den 83. Vergleich zwischen beiden Teams noch auf ihre Seite zu ziehen. Doch Alba fand schnell die Ruhe wieder und spielte die Partie ohne große Fehler, die den Baskets den Umschwung ermöglicht hätten, zu Ende.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort