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Bonner 102:85-Sieg in Gießen: Telekom Baskets ziehen in die Playoffs ein

Bonner 102:85-Sieg in Gießen : Telekom Baskets ziehen in die Playoffs ein

Die Telekom Baskets Bonn haben mit einem überzeugenden Sieg bei den Gießen 46ers den Einzug in die Playoffs der Basketball-Bundesliga geschafft. Am Ende hieß es 102:85 für die Gäste.

Auftritt für die Playoff-T-Shirts: Nachdem die Jerseys für das Erreichen der K.o.-Runde in der Basketball-Bundesliga zuletzt nach der Niederlage gegen die BG Göttingen in den Kartons bleiben mussten, konnten die Baskets in Gießen das Ticket für die Playoffs lösen und die Erfolgshemdchen endlich überstreifen. Mit 102:85 und einer beeindruckenden Vorstellung setzte sich die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic bei den 46ers durch, die mit dieser Niederlage die letzte Chance auf das Erreichen der Verlängerung der regulären Saison verpassten.

"Wir wussten, dass wir 110 Prozent geben müssen", sagte Baskets-Spielmacher Josh Mayo, der überragende Mann der Partie. "Das wollen wir jetzt auch gegen Oldenburg geben und dann sehen, was wir in den Playoffs erreichen können."

Spiele in der Gießener Osthalle sind immer geprägt von reichlich Emotion, aber am Freitag erhielt die Emotion noch einmal einen gewaltigen Schub. Vor dem Spiel wurde Trainer Denis Wucherer mit einer schicken Choreo verabschiedet. Jahenns Manigat forderte die 3742 Zuschauer in der ausverkauften Halle erstmals wild mit den Armen rudernd auf, Gas zu geben. Das ist dann manchmal auch unfair, aber immer laut.

Doch die Baskets ließen sich nicht beeindrucken. Im Gegenteil, sie stellten den Gießenern eine Aufgabe, die das Team von der Lahn streckenweise überforderte. Ganz anders als zuletzt präsentierte sich das Krunic-Team und hielt sich an den Plan, geduldig immer nach der besten Option zu suchen. Gießen hatte nicht viel mehr als die Emotion entgegenzusetzen, und auch die ebbte angesichts der Bonner Überlegenheit und Konsequenz nach und nach ab.

Gegen Baskets-Center Julian Gamble fanden die Männer in Rot kein Mittel, ebenso wenig gegen Ryan Thompson, dessen Formkurve die Talsohle offensichtlich durchschritten hat. Die Baskets zeigten auch in der Verteidigung von Beginn an, dass sie der Meinung waren, zwei verpasste Chancen (in Braunschweig und gegen Göttingen) seien genug und das Playoffticket sollte nun den Weg über Land und die A3 Richtung Bonn mitmachen.

Josh Mayo dirigierte und traf sicher aus der Distanz, wann immer ihm ein bisschen zu viel Platz gelassen wurde. Schon in der vierten Minute musste Wucherer bei einem 10:15-Rückstand die erste Auszeit nehmen, denn da drohte seinem Team Unheil, das sagte die Körpersprache der Baskets. Je weiter die Bonner davonzogen, desto verzweifelter die Versuche der 46ers nicht ganz abreißen zu lassen. Doch mit 17:31 ging es in die erste Viertelpause und Ken Horton eröffnete Durchgang zwei mit einem Freiwurf, den er dem technischen Foul gegen den meckernden Manigat verdankte. Als anschließend (31:40) auch Maurice Pluskota ein Technisches Foul kassierte, schüttelte Wucherer schon einigermaßen resigniert den Kopf.

Was die Baskets machten, es gelang. Zur Pause führten sie mit 57:39 und verzeichneten die beeindruckende Feldwurfquote von 83 Prozent. Aus der Distanz waren es 78 Prozent.

Yorman Polas Bartolo eröffnete nach dem Seitenwechsel mit einem Korbleger und einem Dreier, und als Josh Mayo von ganz weit darußen zum 65:39 traf, hatten die 100 mitgereisten Baskets-Fans die Stimmung in der Halle übernommen (24.). Es war eines dieser Spiele, in denen Krunic in seiner Halbzeitansprache wohl gar nicht hätte darauf hinweisen müssen, bloß nicht nachzulassen - und es sicher doch getan hat.

Die beste Aktion des dritten Viertels aus Gießener Sicht war dann der Pausenwurf, als sich eine Zuschauerin per Distanzwurf 1400 Euro sicherte. Die Baskets ließen nicht nach. Erst im letzten Viertel, als Krunic seinen Stammspielern lange Pausen gönnte um sie für den Showdown gegen Oldenburg am Montag zu schonen, konnten die Hausherren ihren gewaltigen Rückstand etwas reduzieren. Als Krunic den überragenden Mayo auswechselte, konnte man ihn deutlich den Namen des Spielmachers rufen hören. Im Hexenkessel Osthalle eine Seltenheit.

Am Montag erwarten die Baskets Oldenburg zum letzten Spiel der regulären Saison im Telekom Dome. Es ist dann wohl das Spiel um Platz fünf. Unabhängig vom Ausgang der verbleibenden Spiele der Konkurrenten aus Berlin und Ludwigsburg würde nur ein Sieg gegen den Dauerrivalen den Verbleib auf Platz fünf und damit die Playoff-Serie gegen das vermeintlich schwächste Team in den Top Vier, Medi Bayreuth bedeuten.

Telekom Baskets: Ojars Silins 11 (3 Dreier), Filip Barovic, Ryan Thompson 17/1, Johannes Richter 2, Julian Gamble 10, TJ DiLeo 8/1, Florian Koch 11/1, Yorman Polas Bartolo 11/1, Josh Mayo 20/5, Ken Horton 12/3.