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Negativserie reißt nicht ab: Von den Playoffs redet keiner mehr

Negativserie reißt nicht ab : Von den Playoffs redet keiner mehr

Telekom Baskets verlieren auch das Heimspiel gegen Braunschweig mit 74:80 und sind jetzt Tabellenzwölfter.

Die Stimmung reichte von Niedergeschlagenheit über Fassungslosigkeit bis zu blankem Entsetzen. Die Telekom Baskets Bonn haben auch das 14. Spiel in Folge verloren. Nach dem Ausscheiden im Eurocup droht die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer nun auch frühzeitig die sportlichen Ziele in der Basketball-Bundesliga aus den Augen zu verlieren.

74:80 (7:22, 28:11, 20:27, 19:20) verloren die Bonner gegen die Löwen Braunschweig und sind in der Tabelle auf Rang zwölf abgerutscht. Zu allem Überfluss droht nun auch noch Center Tadas Klimavicius auszufallen, der in der entscheidenden Phase mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden musste und heute genauer untersucht wird.

"Es wäre vermessen, jetzt noch vom Ziel Playoffs zu reden. Jetzt kommt es vor allem darauf an, dass wir nicht unten reinrutschen", machte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich klar. Ihm steckte sichtlich noch die Schlussphase der Partie vor 4930 Zuschauern im Telekom Dome in den Gliedern, als die Baskets mit 74:70 führten und auf der Siegerstraße schienen, um dann doch noch zu scheitern. Wichterich: "Wir hatten es eigentlich angerichtet, dann haben wir nicht geliefert, so nüchtern muss man das sehen."

Gäste-Coach Raoul Korner brachte die letzten zweieinhalb Minuten auf den Punkt. "Die Kleinigkeiten, die ein Spiel entscheiden, sind am Ende nicht der besseren Mannschaft gelungen, sondern der mit dem größeren Selbstvertrauen. Das waren heute wir", sagte Korner. Unter dem Strich muss man tatsächlich feststellen: Bonn scheiterte an den eigenen Nerven. Daran konnte auch der neue Spielmacher Langston Hall nichts ändern, der zwar ein einigermaßen solides Debüt ablieferte, aber - erst am Montag in Bonn eingetroffen - dem Spiel noch nicht seinen Stempel aufdrücken konnte.

Die Anfangsphase war bezeichnend für den mentalen Zustand des Baskets-Teams. "Wir wussten, dass es bei Bonn nicht gut läuft, das wollten wir nutzen, und das ist uns gut gelungen", erklärte Braunschweigs Nationalspieler Nicolai Simon. Den Gastgebern gelang so gut wie nichts. Resultat war ein 7:22-Rückstand nach zehn Minuten. Fehlwürfe, Defensivpatzer und Ballverluste wechselten sich ab.

Doch die Hausherren bäumten sich auf. "Bonn hat mit dem Mute der Verzweiflung zurückgeschlagen und uns komplett den Schneid abgekauft", war Korner beeindruckt. Angeführt von Eugene Lawrence, Tadas Klimavicius und Rotnei Clarke drehten die Baskets das Spiel und lagen zur Pause mit 35:33 vorn. Korner: "Die erste Halbzeit durfte nicht länger dauern. Wir waren angezählt und haben uns mit dem Gong in die Kabine gerettet."

Nach dem Dreier von Clarke zum 41:38 brachen die Gastgeber im dritten Viertel jedoch wieder ein. Wieder prägten Fehlpässe und Ballverluste ihr Spiel. Dennoch hätte alles gut werden können. Denn plötzlich drehte Bonn auf. Aaron White verkürzte mit zwei Dreiern in Folge auf 53:60, der immer stärker werdende Klimavicius setzte sich mehrmals am Korb durch, Clarke, White und Lawrence trafen - bis Lawrence mit zwei Freiwürfen zum 69:68 die erste Bonner Führung herstellte. Der Dreier von Mangold zum 72:68 und die Punkte von Klimavicius zum 74:70 küssten die Fans so richtig wach.

Aber wie das häufig so ist, wenn eine Mannschaft in einer Krise steckt, wenden sich dann auch äußere Einflüsse gegen sie. Mit viel Zug zum Korb prallte Needham mit Klimavicius zusammen, der sich dabei am Knie verletzte und raus musste. Needham verwandelte einen seiner zwei Freiwürfe - nur noch 74:71 für Bonn. Dann agierten die Baskets nach einem Seiteneinwurf nicht clever genug. White ließ sich beim Ballvortrag den Ball abluchsen.

"Diese Ballverluste, die oft direkt zu Punkten für Braunschweig führten, waren ein großer Faktor", bemängelte Fischer. Wieder war es Needham, der gefoult wurde, und sein Team auf 73:74 heranbrachte. Das reichte aus, um die Verunsicherung bei den Gastgebern wieder aufbrechen zu lassen. Sie reagierten hektisch, kamen nur noch zu Notwürfen, während der Gast den Deckel drauf machte. Entscheidend war der Offensiv-Rebound von Center Kenneth Frease, den er mit Bonuswurf nach einem Foul zum 78:74 nutzte.