BBL-Heimspiel der Telekom Baskets Bonn Würzburg gastiert bei den Baskets

BONN · Die Telekom Baskets erwarten am Sonntag um 18 Uhr Würzburg im Telekom Dome. Die Franken kommen mit neuem Trainer, der ein alter Bekannter ist: Ex-Bundestrainer und Bamberg-Meistercoach Dirk Bauermann. Besonders erfolgreich war die neue Kombination bisher noch nicht.

 Motivator: Würzburgs Trainer Dirk Bauermann steht in Bonn unter enormem Erfolgsdruck. FOTO: DPA

Motivator: Würzburgs Trainer Dirk Bauermann steht in Bonn unter enormem Erfolgsdruck. FOTO: DPA

Foto: picture alliance / Swen Pförtner

Wenn es am Wochenende beim Top-Four-Turnier in Berlin um den deutschen Basketballpokal geht, steht für die Telekom Baskets Bonn Bundesligaalltag auf dem Programm. In einer Nachholbegegnung vom 19. Spieltag hat die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic am Sonntag (18 Uhr, Telekom Dome) s.Oliver Würzburg zu Gast.

Auf dem Papier ist das eine lösbare Aufgabe für den Tabellensiebten gegen den Tabellenvierzehnten, aber Krunic wäre nicht Krunic, würde er nicht jedem Gegner mit großem Respekt begegnen und ihm immer die potenzielle Fähigkeit zusprechen, auch gegen vermeintlich stärkere Teams gewinnen zu können.

„Wir müssen bereit sein“, ist ein Standardsatz des Bonner Coaches. Man möchte meinen, es ist eine reine Floskel, und doch sagen die Worte einiges darüber aus, wie die Baskets an ein Spiel herangehen sollen. Bereit sein heißt eben nicht nur, einem starken Gegner Paroli zu bieten, sondern auch, einen schwächeren Gegner ernstzunehmen und zu wissen, „dass in dieser Liga jede Mannschaft gegen jedes andere Team gewinnen kann.“

Und da sich der 49-Jährige nicht nur den Mund fusselig reden will, mit der Gefahr, dass das Gesagte dann doch bei seinen Schützlingen ins eine Ohr rein und zum anderen Ohr wieder rausgeht, ist er ganz froh, wenn er handfeste Beispiele nennen kann, die seine Warnung bestätigen. Krunic: „Gerade erst hat Jena in Berlin einen starken Gegner bezwungen. Damit hat auch keiner gerechnet. Daran sieht man, dass man ein Spiel auch dann nicht abhaken darf, wenn man 20 Punkte Vorsprung hat.“ Auch die Baskets haben das ein oder andere Mal gezeigt, dass sie es gerne mal etwas lockerer angehen lassen, wenn ihnen der Spielstand gefällt.

Für solche Situationen will Krunic sein Team sensibilisieren. „Das Spiel gegen Würzburg ist für uns enorm wichtig. Wir wollen aus zuletzt zwei Siegen eine kleine Serie machen“, sagte er. Denn die Niederlage Berlins hat die Aussicht der Bonner auf die über ihnen liegenden Tabellenplätze deutlich verbessert.

Bereit sein müssen die Baskets gegen Würzburg für ein Team, das enorm unter Druck steht. Seit Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann Douglas Spradley abgelöst hat, stehen fünf Niederlagen zu Buche. Krunic weiß: „Die Würzburger spielen bisher unglücklich. In einigen Spielen war mehr für sie drin. Da haben sie sehr guten Basketball gespielt, aber trotzdem verloren.“ Zu nennen wäre da beispielsweise die 63:68-Heimniederlage gegen Bayern München. Auch beim 77:88 gegen Meister Bamberg zeigten die Bauermänner in der zweiten Halbzeit eine starke Leistung.

Seit Bauermann im Amt ist, sind einige Spieler neu zum Kader gekommen, an deren Integration er noch arbeitet. Erschwert wurde das durch das Pech von von Elija Johnson, der Anfang des Jahres kam, aber nach einer Woche wegen einer Schulterverletzung wieder gehen musste. Aufbauspieler Mustafa Shakur und Power Forward Michael Cobbins – beide wurden vor drei Wochen verpflichtet – sollen den Würzburgern auf Dauer mehr Stabilität verleihen.

Die Abwehrbemühungen der Bonner müssen sich vor allem auf Spielmacher Jake Odum (15,3 Punkte, 5,9 Assists pro Spiel), Forward Lamonte Ulmer (siehe Spielervergleich), Center Brendan Lane (12,0 Punkte, 4,7 Rebounds), Power Forward Marshawn Powell (9,3 Punkte, 4,5 Rebounds) und den erfahrenen Center Kresimir Loncar (9,1 Punkte, 3,1 Rebounds) konzentrieren. „Die Würzburger haben individuell viel Qualität. Die dürfen wir nicht zur Entfaltung kommen lassen“, blickt Krunic voraus. Die Baskets müssen also bereit sein. Vor allem darauf, dass Bauermann eine sehr aggressive Verteidigung wird spielen lassen. Das hat ihn schon zu Bamberger Zeiten ausgezeichnet.