1. Sport
  2. Telekom Baskets

Basketball-Bundesliga: Würzburg will den Sieg mehr

Basketball-Bundesliga : Würzburg will den Sieg mehr

Baskets verlieren bei den Franken mit 68:83. Zu wenige Rebounds, zu viele Ballverluste.

Das Hinspiel war der letzte wirklich richtige Erfolg der Telekom Baskets. Damals, am 1. November, hatte die Saison noch wie eine normale ausgesehen. Mit 103:79 fegten die Telekom Baskets die s.Oliver Baskets Würzburg aus der Halle, danach begannen Pleiten, Pech und Pannen. Das Rückspiel haben die Telekom Baskets am 31. Spieltag in der Basketball-Bundesliga mit 68:83 (12:23, 23:22, 19:19, 14:19) verdient verloren. Der gewonnene direkte Vergleich ist bedeutungslos – die Baskets können Würzburg auf Platz acht ohnehin nicht mehr erreichen. Letztlich waren das Missverhältnis von 31 Bonnern zu 41 Würzburger Rebounds sowie 17 Bonner Ballverluste mit spielentscheidend. Dazu gesellte sich Brandon Lane (25 Punkte/15 Rebounds), den die Bonner nie in den Griff bekamen.

„Wir habe phasenweise gut gespielt und uns immer wieder rangekämpft“, sagte Baskets-Spieler Florian Koch. „Aber wir haben zu wenige unserer einfachen Chancen genutzt und andererseits zu viele leichte Punkte zugelassen.“

Dabei hatten die Baskets in Spiellaune begonnen. Dirk Mädrich sorgte von der Freiwurflinie und am Brett für die ersten vier Bonner Punkte. Bis zur siebten Minute lief es in Defense und Offense recht ansehnlich, doch nachdem Aaron White den bereits fünften Assist von Spielmacher Geno Lawrence zum 12:15 aus Bonner Sicht verarbeitet hatte, verwaiste das Bonner Punktekonto. Einen 14:0-Lauf der Würzburger – im Wesentlichen angetrieben vom überragenden Long – brachte den Hausherren viertelübergreifend eine 29:12-Führung, die erst Koch per Dunk beendete (13.)

Das direkt folgende 29:16 durch Mädrich veranlasste Würzburg-Trainer Doug Spradley dazu, eine Auszeit zu nehmen. Doch die Bonner hatten ihren offensiven Rhythmus zumindest in Ansätzen wiedergefunden. In der Verteidigung präsentierten sie sich aber oft zu schlafmützig und erlaubten den Würzburgern deutlich zu viele Offensiv-Rebounds und einfache Punkte. Dennoch konnten sie den Rückstand zum Seitenwechsel auf zehn Punkte verkürzen (35:45).

Doch der Lerneffekt war nach der Pause schon wieder dahin, und die Mannschaft in Rot zog den Baskets wieder davon. Erst ein erfolgreicher Dreier von Andrej Mangold (56:43, 25.) und eine im nächsten Würzburger Angriff starke Bonner Defensive schienen Signalwirkung für ein neuerliches Herankommen der Bonner zu haben.

Mit einem schlauen Anspiel von Geno Lawrence auf Rotnei Clarke, das der kleine Distanzschütze am Brett zum 54:64-Anschluss verwertete, sank der Abstand vor dem letzten Durchgang wieder auf die zehn Punkte, die auch zur Halbzeit Bestand gehabt hatten.

Für die lausige Bonner Rebound-Ausbeute waren diese zehn Punkte durchaus schmeichelhaft. Was Würzburg spielte, sah aus wie der Auftritt einer Mannschaft, die Platz acht und das Recht auf die Playoffs halten will. Die Baskets wirkten ein bisschen im Saisonausklang-Modus.

Das sollte sich im letzten Viertel ändern. Tadas Klimavicius, bis dahin kaum ein Faktor, steigerte sich, Florian Koch warf sich nach verloren geglaubten Bällen und das Team von Trainer Silvano Poropat kam auf sechs Punkte heran (68:62, 34.). Doch auf der Gegenseite übernahm dieses Mal Brandon Lane die Führungsrolle und schraubte den Vorsprung des Playoff-Kandidaten auf 74:62 (36.) und 76:64 (38.). Zumindest sah das, was die Baskets jetzt spielten, nicht mehr so aus wie das Austrudelnlassen einer enttäuschenden Saison. Dennoch: Als Lamonte Ulmer eineinhalb Minuten vor Schluss per Dreier zum 79:66 traf, war die Angelegenheit gelaufen.

Weiter geht es für die Telekom Baskets schon am Sonntag. Dann tritt der Tabellenelfte beim abstiegsgefährdeten Mitteldeutschen BC an (19 Uhr) – einem Team, das mithin ebenfalls noch ein Saisonziel hat.