Nach Niederlage der Baskets gegen Ljubljana Zu viel des Schlechten

BONN · Die Telekom Baskets Bonn haben nach dem 88:93 gegen Ljubljana im Eurocup nur noch minimale Chancen aufs Weiterkommen.

 Seinen Gegenspieler Zach Wright kann Eugene Lawrence (rechts) in dieser Szene hinter sich lassen. FOTO: JÖRN WOLTER

Seinen Gegenspieler Zach Wright kann Eugene Lawrence (rechts) in dieser Szene hinter sich lassen. FOTO: JÖRN WOLTER

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Zumindest die Moral stimmt bei den Telekom Baskets Bonn. Eine gute Einstellung allein konnte gestern Abend allerdings die 88:93 (22:31, 18:15, 20:23, 28:24)-Niederlage im Eurocup-Heimspiel gegen Olimpija Ljubljana nicht verhindern. Damit hat die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer nur noch minimale Chancen, in die Runde der besten 32 einzuziehen. Denn sie ziert in der Gruppe A weiterhin mit einem Sieg Rückstand das Tabellenende bei nur noch zwei verbleibenden Begegnungen.

Zum neunten Mal in Folge haben die Bonner nun wettbewerbsübergreifend verloren. Statt gegen die Slowenen einen Befreiungsschlag zu landen und sich Rückenwind für das Bundesliga-Heimspiel am Sonntag gegen die EWE Baskets Oldenburg zu holen, hält die Krise an.

Vor 3200 Zuschauern im Telekom Dome hatten die Baskets zwar ein paar starke Phasen, in denen es sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung besser lief als in den vergangenen Spielen, doch sie waren nicht in der Lage, diese Leistung konstant über 35 bis 40 Minuten abzurufen. Immerhin kämpften die Gastgeber sich zweimal nach hohen Rückständen zurück ins Spiel, doch die Aufholjagd am Ende, nachdem sie mit 18 Punkten zurückgelegen hatten, kam zu spät.

Was Einstellung und Kampfgeist angeht, konnte man den Bonnern gestern nicht viel vorwerfen. Die Krux war, dass sie über den Spielverlauf verteilt immer noch zu viele Mängel in Verteidigung und Angriff offenbarten. So war es im ersten Viertel vor allem die Abwehr, die Coach Fischer die Sorgenfalten auf die Stirn trieb. Sein Team machte es dem Gegner zu leicht, frei zu Korblegern zu kommen oder aus der Distanz zu punkten. Beste Beispiele waren das 10:7 für die Slowenen durch Luka Rupnik, der schön an der Dreierlinie freigespielt wurde, oder das 20:11 durch Ronald Zakis, der am Korb zu einfachen Punkten kam. 31 Gegenpunkte nach zehn Minuten - das war eindeutig zu viel des Schlechten. "Diesem Rückstand sind wir hinterhergelaufen", sagte Fischer.

[kein Linktext vorhanden]Dass die Hausherren guten Basketball spielen können, zeigten sie dann ab Mitte des zweiten Viertels. 26:39 hieß es nach einem weiteren Korb von Zakis, als die Baskets nun doch ein Rezept zu finden schienen, den slowenischen Vorwärtsdrang nachhaltig zu stoppen, und auch in der Offensive Glanzlichter setzten. Ausgehend von einem Dreier Jimmy McKinneys zum 29:39, war es vor allem Center Tadas Klimvacius - am Ende mit 25 Punkten überragender Schütze -, der sich gegen die Niederlage stemmte. Mit fünf Punkten in Folge brachte er sein Team auf 34:41 heran, ehe Aaron White den folgenden Fehlversuch seines Mitspielers ausbügelte, sich den Abpraller sicherte und vehement durch die Reuse stopfte: 36:41. Nur wenig später brachte Dirk Mädrich die Bonner bis auf drei Punkte heran: 40:43.

Telekom Baskets - Ljubljana 88:93
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Solche Energieleistungen reichten aber nicht, um das Spiel in den Griff zu bekommen. Es schlichen sich wieder Fehler ein, oder es wurden freie Würfe nicht verwandelt. Klares Zeichen dafür, dass es um das Selbstvertrauen der Baskets nicht zum Besten bestellt ist. Von einigen Profis im Magenta-Dress kam auch einfach zu wenig, von White beispielsweise oder von Rotnei Clarke.

Die Slowenen nutzten die Schwäche ihres Gegners aus, um wieder davonzuziehen, wobei sich besonders Center Sava Lesic (24 Punkte) in Szene setzte. Nach seinem Korb zum 65:54 war der Bonner Rückstand wieder auf einen zweistelligen Wert angewachsen. Beim 66:84 (35.) drohte den Baskets die Partie vollends zu entgleiten. Aber sie bäumten sich noch einmal auf und rissen das Ruder fast noch herum. Mit einem 16:0-Lauf verkürzten sie auf 82:84. Jetzt waren auch die Fans das erste Mal so richtig wachgeküsst, doch Ljubljana brachte den Vorsprung über die Zeit.

"Wir hatten fünf gute Minuten, als es fast nichts mehr zu verlieren gab. Ljubljana hat insgesamt konstanter agiert und verdient gewonnen", sagte Fischer.

Die Statistik

Telekom Baskets: Mädrich 13 Punkte/1 Dreier, McKinney 11/3, Mangold 4, Chylinski 7/1, Lawrence 9, Klimavicius 25, Koch 7/2, White 6, Clarke 6.

Olimpija Ljubljana: Wright 14, Rupnik 5/1, Hrovat 4, Mesicek 7/1, Vucetic 2, Lapornik 13/2, Lesic 24/1, Zagorac 6/2, Mahkvovic 7, Zakis 11.

Trefferquote: Bonn 48 Prozent (29/60), Ljubljana 55 Prozent (30/55). Dreierquote: Bonn 31 Prozent (6/19), Ljubljana 36 Prozent (7/19). Freiwurfquote: Bonn 77 Prozent (24/31), Ljubljana 76 Prozent (26/34). Rebounds: Bonn 37 (Bester: Klimavicius 11), Ljubljana 27. Assists: Bonn 15 (Bester: Lawrence 6), Ljubljana 19. Ballverluste: Bonn 14, Ljubljana 12. Ballgewinne: Bonn 7, Ljubljana 13. Fouls: Bonn 29, Ljubljana 28.

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