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Nach der Niederlage in Nanterre: Zu viele Löcher in der Verteidigung

Nach der Niederlage in Nanterre : Zu viele Löcher in der Verteidigung

Die Schönheiten von Paris konnten die Telekom Baskets Bonn nicht wirklich genießen. In Nanterre, Vorort der französischen Hauptstadt, kassierte der Basketball-Bundesligist am Dienstagabend eine deftige 78:101-Niederlage und muss nun befürchten, im Eurocup schon frühzeitig die Chancen auf das Erreichen der nächsten Runde zu verspielen.

"Die Stimmung war nach dem Spiel ziemlich geknickt", erklärte Dirk Mädrich. Der Center gehörte mit 16 Punkten noch zu den Aktivposten. Es war aber nicht der Angriff, der das Hauptproblem der Bonner darstellte, sondern die indiskutable Verteidigung. Mädrich: "Da hatten wir viele Löcher."

Trainer Mathias Fischer nahm die Niederlage zum Anlass, schon auf der Zugfahrt zurück in die Heimat Einzelgespräche zu führen. "101 Gegenpunkte und die Art und Weise, wie wir sie kassiert haben, sind nicht akzeptabel. Wir haben ohne Intensität gespielt und einfach zu viele Fehler gemacht", analysierte der 43-Jährige. Dies sei von einem Gegner, "der einen Sahnetag hatte", gnadenlos bestraft worden.

Fischer: "Wir haben Nanterre aber auch aufgebaut und ohne den nötigen Biss gespielt." Er habe versucht, in den Auszeiten gegenzusteuern - ohne Erfolg. "Weder Zonen- oder Pressverteidigung noch Mann gegen Mann haben geholfen. Nanterre hat sich in einen Rausch gespielt. Wir waren dann nicht mehr in der Lage, den Gegner zu stoppen und wurden vorgeführt", erklärte Fischer.

Das Unheil deutete sich schon nach dem guten ersten Viertel (23:16) an, als die Bonner einen 14:0-Lauf der Franzosen zum 23:30 zuließen. "Wir haben aber dagegengehalten, und bei sechs Punkten Rückstand zur Halbzeit war das Spiel eigentlich noch völlig offen", blickte Mädrich zurück. "Doch wir sind dann schlapp ins dritte Viertel gekommen. Da hat uns Nanterre den Schneid abgekauft."

Vor allem von der unglaublichen Trefferquote des Tabellenzwölften der französischen Pro A ließen sich die Baskets beeindrucken. "Es ist ja nicht so, als ob wir nicht wollten. Wir haben probiert, uns zurückzukämpfen, doch jedes Mal sind wir mit einem ekelhaften Dreier bestraft worden. Das war entmutigend", sagte Mädrich. In dieser Phase gaben die Bonner ein katastrophales Bild ab. Mädrich gab zu: "Wir haben in der Verteidigung gepennt. Wenn wir Erfolg haben wollen in dieser Saison, müssen wir da einfach einen besseren Job machen."

Schon am Samstag wartet auf die Baskets in Bayreuth ein ganz wichtiges Spiel. "Da müssen wir ganz anders auftreten und zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind", blickte Fischer voraus. Obwohl er mit der Ausbeute von 78 Punkten zufrieden sein konnte, sieht der Coach auch offensiv noch Verbesserungspotenzial. Denn im Angriff lief es zuletzt in der Bundesliga gegen Alba Berlin und auch gegen Nanterre längst nicht mehr so geschmiert wie im Verlauf der Siegesserie zuvor.

Für Mädrich ist die Marschroute klar: "Wir müssen uns in Bayreuth Selbstvertrauen zurückholen, um dann im Eurocup erhobenen Hauptes nach Oldenburg fahren zu können. Wenn wir europäisch weiterkommen wollen, helfen uns nur noch Siege." Die Aufgabe in Bayreuth beim Club des ehemaligen Bonner Trainers Michael Koch werde allerdings schwer. "Die Bayreuther stehen mit dem Rücken zur Wand und haben sich noch einmal verstärkt", warnt Mädrich.