Kloster Marienhöhe nun in Privathand: Unternehmer ersteigert ehemaliges Ordenshaus

Kloster Marienhöhe nun in Privathand : Unternehmer ersteigert ehemaliges Ordenshaus

Zuletzt diente es in Waldorf als Altenheim für die Schwestern des Ordens vom Guten Hirten. Anlage stand seit 2009 leer.

. Ein weiteres Kapitel in der Geschichte der in der Region ansässigen Orden und Klöster ist zu Ende gegangen. Nachdem die Ursulinen vor einer Woche verkündet haben, ihre Heimstatt am Ahrweiler Calvarienberg verlassen zu wollen, wurde nun in Waldorf für 465 000 Euro das einstige Kloster Marienhöhe an einen privaten Investor veräußert. Das ehemalige Wohn-, Alters- und Pflegeheim der Schwestern des Ordens vom Guten Hirten beherbergte bis 2009 etwa 50 Schwestern, die dort ihren Lebensabend verbrachten. Zuletzt war der Gebäudekomplex als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch. Die künftige Nutzung ist noch nicht geklärt. Käufer soll ein Unternehmer aus Remagen sein. Näheres ist hierzu noch nicht bekannt.

Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach und Waldorfs Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten sind nach eigenem Bekunden gespannt, welche Pläne der neue Investor mit dem früheren Kloster hat. Das gesamte, weitläufige Areal ist als Sondergebiet ausgewiesen. Will der Käufer das 18.600 Quadratmeter große Gelände nun anderweitig nutzen, müssten die Behörden zunächst eine neue Flächenwidmung genehmigen.

Das ehemalige Haus der Schwestern des Ordens vom Guten Hirten liegt tief im Grünen, oberhalb von Waldorf. Es liegt etwas abgelegen und ist von Bäumen verdeckt. Die Nachbarschaft ist geprägt von Wald-, Wiesen- und landwirtschaftlichen Flächen. Das gesamte Umfeld macht einen soliden und gepflegten Eindruck. Das 1969 erbaute Gebäude, das auch über ein Schwimmbad verfügt, ist allerdings stark sanierungsbedürftig.

Seit Ende 2009 wird das Anwesen nicht mehr genutzt. Nun versteigerte die Westdeutsche Grundstücksauktionen AG Köln in einer öffentlichen Versteigerung das Objekt der Schwesternkongregation meistbietend. Vergeblich hatte bis dahin eine vom Orden beauftragte Vermögensberatung versucht, für das Objekt auf dem freien Markt einen Käufer zu finden. Die besondere Schwierigkeit: Fledermäuse. Sie haben sich dort in zahllosen Bäumen eingenistet. Bekanntlich stehen die Tiere unter Artenschutz. Daher muss jeder Baum, der gefällt werden soll, vorher sorgfältig geprüft werden.

Noch im vergangenen Jahr wurde die Immobilie für eine Million Euro angeboten, nachdem die Immobilie zuvor bereits gar auf 1,2 Millionen Euro taxiert worden war. Käufer fanden sich keine, was möglicherweise auch am großen Sanierungsstau lag. Heizung, Elektroleitungen, Brandschutz - vieles liegt im Argen.

Bei der Auktion handelte es sich nicht um eine Zwangsversteigerung, sondern um eine allgemein öffentliche Auktion, in der freiwillig Liegenschaften versteigert werden.