Alfa Romeo 156: Ein Kombi mit Sportwagen-Flair

Die optische Nähe zum Sportwagen sucht die neue Kombi-Generation von Alfa Romeo. Am 27. Mai kommt der Alfa Sportwagen zu Preisen zwischen 41 400 Mark und 56 700 Mark auf den deutschen Markt. Schon zur Einführung stehen vier Benzinmotoren, zwei Turbodiesel-Direkteinspritzer und drei Getriebearten zur Auswahl.

Mit dem Alfa Sportwagon haben wir "das Coupé mit dem größten Kofferraum im Segment", meint Fiat-Vertriebsvorstand Peter Weis. Er schwärmt von dem optisch atemberaubenden Heck. Die massiv wirkende Heckklappe lässt sich bis in die leicht gewölbte Dachpartie hinein öffnen. Sie reicht mit einer um fünf Zentimeter abgesenkten Ladekante bis auf den Stoßfänger herunter. Mit seinen prägnanten, vom Alfa 156 her bekannten Rückleuchten dokumentiert der Sportwagon laut Weis die Abstammung von dieser Limousine.

Entsprechendes gilt für die in die C-Säulen integrierten Griffe der hinteren Türen, die zudem den coupéhaften Charakter unterstreichen. Auch die Außenabmessungen stimmen mit der 156er-Limousine überein. Zweifellos ist den Italienern das dynamische Heck auch funktional gelungen. Eine Abrisskante mit Spoiler verbessert die Aerodynamik entscheidend. Der für die Kombi-Klasse optimale Luftwiderstandsbeiwert von 0,3 sorgt für eine mit der Limousine Alfa 156 identische Höchstgeschwindigkeit. Auf nasser Fahrbahn verringert der Dachspoiler außerdem die Verschmutzung der Heckscheibe.

Während der eigentliche Passagierraum gegenüber der Limousine nicht modifiziert wurde, präsentiert sich das Heck auch innen gänzlich überarbeitet. Solange die variabel angelegte Rückbank (1/3 zu 2/3) nicht umgeklappt wird, passen hier bescheidene 360 Liter Volumen hinein. Dachhoch und bis an die Vordersitze wächst die Kapazität bis auf 1 180 Liter an. Serienmäßig sind alle Modelle mit einer kleinen Durchreiche hinter der mittleren Armlehne ausgestattet.

Das vollständig mit Velours ausgekleidete Gepäckabteil macht deutlich, dass der Alfa Sportwagon alles andere als ein Lastesel sein soll. Nützlich sind dennoch die auf dem Boden angebrachten Schienen, die Staufächer in den Seitenverkleidungen und der zur Kunststoffwanne umfunktionierbare ebene Ladeboden. 12-Volt-Steckdose, Laderaumabdeckung und Gepäcknetze zählen zu den durchdachten Lösungen.

Besonderen Wert haben die Alfa-Techniker auf eine hohe Verwindungssteifigkeit gelegt, um die insgesamt beabsichtigte hochwertige Anmutung zu erreichen. Anders als in der Limousine mit starrer Rücksitzbank und kleinerem Gepäckraumzugang musste einiges für die Karosseriefestigkeit getan werden. Die Verstärkungen erhöhen das Fahrzeugleergewicht um 30 bis 50 Kilogramm.

Das Leistungsspektrum der Motorenpalette reicht von 77 kW/105 PS im 1.9 JTD bis zu 140 kW/190 PS im 2.5 V6 24V. Alle Benziner besitzen zwei obenliegende Nockenwellen, Vierventiltechnik und Bosch-Motronic; die Vierzylinder die Alfa-charakteristische Doppelzündung mit vier Zündspulen und acht Zündkerzen. Kleinster Vierzylinder ist mit 88 kW/120 PS der 1.6 Twin Spark, der laut Werksangabe immerhin schon 200 km/h in der Spitze läuft und sich in der Euro-Norm mit 8,3 Liter auf 100 Kilometer begnügt. Noch sparsamer gibt sich freilich der kleinere der beiden JTD-Common-Rail-Diesel mit 6,0 l/100 km. Er tritt ab rund 2 000 Umdrehungen durchzugsstark an und schafft 188 km/h Spitze bzw. den Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 10,9 Sekunden.

Der Sportwagon legt rundum einen überzeugenden Auftritt hin. Was ein wenig stört, ist die manchmal etwas geringe Liebe in Details: Das gilt zum Beispiel für die auf Querfugen stößige Lenkung und den zu großen Wendekreis. Kaum Wünsche offen lässt die Serienausstattung mit Seiten-Airbags, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber vorne, Sportsitze, Lederlenkrad und -schaltknauf sowie Klimaautomatik. Ab Sommer werden Window-Airbags verfügbar sein. Auf Wunsch kann der Sportwagon auch mit einer hydropneumatischen Niveauregulierung von Boge-Nivomat an der Hinterachse kombiniert werden.

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