In Bonn und der Region Diese Baustellen beeinträchtigen derzeit den Bahnverkehr

Bonn · Die Deutsche Bahn kündigt immer wieder Streckensperrungen und Baumaßnahmen in Bonn und der Region an. Ein Überblick über die größten Baustellen, die den Bahnverkehr beeinträchtigen.

 Pendlerinnen und Pendler in Bonn und der Region müssen sich noch einige Jahre auf Einschränkungen einstellen.

Pendlerinnen und Pendler in Bonn und der Region müssen sich noch einige Jahre auf Einschränkungen einstellen.

Foto: Benjamin Westhoff

Mit dem Ausbau des sogenannten Bahnknotenpunkts Köln stehen bei der Deutschen Bahn (DB) zahlreiche Baustellen an. Es geht dabei unter anderem um eine Modernisierung und Digitalisierung des Schienennetzes. Wie ein Bahnsprecher auf Anfrage des GA berichtet, ist das Schienennetz in Deutschland aktuell „hochbelastet“. „Viele Gleise, Weichen, Brücken und Stellwerke sind überaltert und damit störanfällig“, sagt der Sprecher. Die gleichzeitig steigende Nachfrage treffe auf ein Streckennetz, „das nicht für die aktuellen Belastungen und künftiges Wachstum ausgelegt ist“. Die Auslastung des Netzes liege auf den rund 3500 hochfrequentierten Streckenkilometern bei 125 Prozent. „Gerade die Infrastruktur in NRW ist besonders stark belastet“, sagt der Bahnsprecher. Im Raum Köln/Bonn stehen deshalb zahlreiche Projekte an. Eine Auswahl der wichtigsten Baumaßnahmen:

Ausbau der S13:

Eines der größten Infrastrukturprojekte in Bonn ist derzeit der Ausbau der S13 für das rechtsrheinische Bonn. Die Bahnverbindung wird seit Ende 2016 zwischen Troisdorf und Oberkassel gebaut. Durch den Ausbau soll sich die Verbindung zum Flughafen sowie zwischen Bonn und Köln verbessern. Die neue Strecke ist rund 13 Kilometer lang. Neben den neuen Gleisen entstehen auch zwei zusätzliche Haltepunkte. Die Bahn erneuert außerdem laut eigener Aussagen weitere schon vorhandene Haltepunkte und Bahnhöfe sowie zahlreiche Brücken, Unter- und Überführungen. Die ersten Bahnen könnten ab 2028 bis Beuel fahren.

Neues Stellwerk Bad Godesberg:

Für das Projekt „neues elektronisches Stellwerk (ESTW) Bonn-Bad Godesberg“ hat die Deutsche Bahn bereits einige Bauarbeiten durchgeführt. Die DB investiert laut eigenen Angaben rund 50 Millionen Euro für das Stellwerk mit Standort in Bonn-Mehlem. Ab Ende 2025 soll dieses demnach den Zugverkehr vom Bonner Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Oberwinter steuern.

Neues Stellwerk „Linker Rhein“:

Der Kölner Hauptbahnhof ist laut Deutscher Bahn ein wichtiger Knotenpunkt auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Etwa 1300 Züge (Güter- und Personenverkehr) fahren hier täglich. Dort seien „umfassende Anpassungen der Leit- und Sicherungstechnik notwendig“, so die DB, darunter auch die Modernisierung von Stellwerken. So erneuert die Bahn die Technik des Hauptbahnhofs sowie der Bahnhöfe Köln-West, Köln-Süd und Hürth-Kalscheuren. Vor Ostern möchte sie einen Großteil dieser Bauarbeiten beenden. Vom 1. bis zum 22. März schränkt der Konzern deshalb erneut den Nah- und Fernverkehr zwischen Köln und Bonn ein. Bahnreisende müssen sich auf Ausfälle und Ersatzverkehr einstellen. Einen Überblick über die betroffenen Linien gibt es hier.

Elektrifizierung der Voreifelbahn S23:

Die Voreifelbahn soll zukünftig mit Strom statt mit Diesel fahren. Dafür gibt es laut Bahn umfangreiche Maßnahmen: 35 Kilometer Oberleitungsanlagen, 850 Masten und 65 Kilometer Kettenwerk beziehungsweise Fahrdraht sowie drei Brücken müssen gebaut werden. Insgesamt soll die Elektrifizierung rund 100 Millionen Euro kosten, so die Bahn. Pendlerinnen und Pendler müssen sich auch durch diese Baustelle auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Ab März kommt es bereits zu zahlreichen Ausfällen. Eine Übersicht gibt es hier.

Generalsanierung rechtsrheinisch 2026:

Im vergangenen Jahr kündigte die DB an, 40 Streckenabschnitte in ganz Deutschland einer „Generalsanierung“ zu unterziehen. Das bedeutet: Die Bahn bündelt auf diesen Streckenabschnitten „alle erforderlichen Baumaßnahmen innerhalb einer Sperrung“. Bei den Maßnahmen geht es darum, die Infrastruktur zu erneuern, Bahnhöfe zu modernisieren und Abschnitte zu digitalisieren. Die Bahn verspricht, dass anschließend auf diesen Strecken „in der Regel für mehrere Jahre keine größeren Baumaßnahmen mehr erforderlich“ sind. Der Abschnitt zwischen Troisdorf und Koblenz soll ab 2026 generalsaniert werden. Die 89 Kilometer lange Strecke sei ein wichtiger Teil des Güterverkehrskorridors zwischen Rotterdam und Genua. Für die Fahrgäste bedeuten die Sperrungen erneut erhebliche Einschränkungen. Wie diese genau aussehen werden, bleibt offen.

Generalsanierung linksrheinisch 2028:

Für die 84 Kilometer lange Strecke auf der linken Rheinseite zwischen Köln, Bonn und Koblenz wird es ebenfalls eine Generalsanierung geben – ab dem Jahr 2028.

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