Unwetter im Anmarsch Bei schlechtem Wetter: So kommen Biker heil ans Ziel

München- · Längst ist die Motorradsaison eröffnet. Aber nicht auf jeder Tour herrscht sommerliches, trockenes Idealwetter - was müssen Biker bei Regen und Sturm beachten, um sicher anzukommen?

Tempo runter, mehr Abstand und höchste Konzentration: Das sind erste Schritte für Autofahrer bei starkem Regen und Sturm. Die genannten Tipps gelten auch für Bikerinnen und Biker. Die sollten aber noch weitere Dinge im Blick haben.

Auf nasser Fahrbahn sollte etwa ihr Fahrstil noch runder sein und sensibler mit Gasgriff und Bremse umgegangen werden. Gerade für Motorrad-Anfänger nicht einfach, weshalb der ADAC ihnen generell zu speziellen Fahrtrainings für diese Situationen rät.

Aquaplaning - das Aufschwimmen der Reifen - setzt bei Motorrädern vom Grundsatz her zwar erst etwas später ein als bei Autos. Denn die Reifen sind schmaler und abgerundeter als bei Pkw. So kann sich der Wasserkeil, der für das Aufschwimmen sorgt, nicht so schnell aufbauen, erläutert der ADAC. Autos können je nach äußerlichen Bedingungen bereits bei Geschwindigkeiten von unter 80 km/h aufschwimmen.

Doch Ausreizen sollte man den Unterschied nicht, sondern im Gegenteil bei Nässe die Fahrweise schon sehr früh dem Regen anpassen, rät der Verkehrsclub. Denn oft sorgt der Regen für einen schmierigen Film auf der Straße. Speziell in Kurven kann das zu Stürzen mit dem Motorrad führen. Besonders rutschig wird es vor allem auf Kanaldeckeln, Metallplatten vor Brücken sowie schmutzigen Straßenabschnitten - speziell auf dem Land, wo noch Rückstände von Land- und Weidewirtschaft auf der Straße liegen können.

Viel Fahrtwind sind Biker gewohnt - aber nicht von allen Seiten

Starker Seitenwind kann Motorräder instabil werden lassen und sie im Wortsinn aus der Bahn werfen. Der Rat, den der ADAC für Autofahrer gibt, gilt grundsätzlich auch für Biker: Bereits ab Windstärke 5 (29 bis 38 km/h Windgeschwindigkeit) vorsichtig sein und bei Warnungen vor schwerem Sturm (ab Windstärke 10) oder Orkan lieber gar nicht losfahren.

„Wobei man natürlich immer im Hinterkopf behalten sollte, dass Motorräder noch empfindlicher gegenüber Seitenwind sind und vor allem auf Brücken, aber auch an Waldschneisen oder Küsten, enorme Probleme bekommen können“, so ADAC-Sprecher Micha Gebhardt. Im Zweifelsfall die Maschine also lieber auch bei niedrigeren Windstärken schon stehen lassen, empfiehlt er. Insbesondere Strecken mit vielen Bäumen meidet man ohnehin besser, wenn Stürme vorhergesagt wurden.

Ist man unterwegs und der Wind nimmt zu, gilt: runter mit dem Tempo, um nicht durch plötzliche Böen auf die Gegenfahrbahn gedrückt zu werden. Als Biker hält man sich bei windigen Verhältnissen möglichst eher mittig auf der Straße. Das schafft zu beiden Seiten mehr Spielraum fürs Gegenlenken.

Die Motorradbekleidung, die man trägt, stellt man möglichst körpernah ein, damit sie so wenig wie möglich flattert. Zu bedenken ist: Zubehör wie Tankrucksäcke, Koffer oder Gepäckrollen bieten dem Wind mehr Angriffsfläche.

© dpa-infocom, dpa:240516-99-54463/2

(dpa)