Chrysler PT Cruiser: Nostalgische Emotionen inklusive

Eine Art Kultauto ist der PT Cruiser in den USA schon heute. Auf deutschen Straßen fällt die "Mischung aus Gangsterlimousine und Londoner Taxi" auf, wie schon lange kein neues Modell mehr. Chrysler schaut optimistisch in die Zukunft und hat mit dem PT Cruiser ehrgeizige Pläne.

Chrysler PT Cruiser: Nostalgische Emotionen inklusive
Foto: Werksfoto

Am 24. Juni soll er seine Karriere zu Preisen ab 34 950 Mark auf dem deutschen Markt starten.

Das aufregende US-Design lehnt sich unübersehbar an die amerikanischen Autos der 30-er und 40-er Jahre an. Dennoch erfüllt die Karosserie alle Voraussetzungen an ein modernes Fahrzeug, denn der 4,29 Meter lange Kompaktwagen wurde konsequent auf Vielseitigkeit getrimmt. Dabei überschreitet er nicht wirklich die Grenzen des konventionellen Automobilbaus, doch die Mischung ist durchaus originell.

Beispiel Raumangebot: Vom klassischen Fünfsitzer lässt der PT Cruiser sich über verschiedene Zwischenstufen in einen einsitzigen Komfort-Transporter verwandeln. Das Kofferraumvolumen variiert zwischen 520 Liter und 2 150 Liter.

Beispiel Komfort: Die Optik des PT, das ist die Abkürzung für Personal Transport, macht sich zwar die emotionale Welle im Design zunutze, aber der Kreuzfahrer (Cruiser) bietet amerikanischen Straßenkomfort. Die Fahrwerksabstimmung kann durchaus auf deutschen Straßen bestehen, wie die ersten Probefahrten gezeigt haben. Die Fahrgeräusche sind gering, wenn nur der Motor akustisch etwas zurückhaltender wäre. Im Innenraum ist ausreichend Platz für vier erwachsene Insassen, und die fühlen sich auch noch wohl. Viele Ablagen, Getränkehalter, eine klappbare rechte Armlehne für den Fahrer. Die Sitze sind bis auf die recht kurze Oberschenkelauflage in Ordnung, und Variabilität wird hier sowieso groß geschrieben.

Keine Frage, die funktionalen und zweckmäßigen Lösungen gehen bis ins Detail. Große Heckklappe, tiefe Ladekante, Vorklappen der Lehnen und der Rücksitze oder kompletter Ausbau, bis 2,40 Meter Ladelänge möglich, Ersatzrad unter dem Fahrzeugboden. Selbst mit der Gepäckabdeckung lässt sich einiges machen: Eine Etage tiefer eingehängt, ergibt sie zusammen mit den umgeklappten Rücksitzlehnen eine ebene Ladefläche mit einem versteckten flachen Stauraum darunter. Nach hinten verlagert dient die stabile Platte als leicht herausstehender Picknick-Tisch. Dreht man das Ganze um, so ist die gummierte Seite abwaschbar.

Vom Motor her hätte sich gewiss mancher einen durchzugsstarken und leise röhrenden V 8 gewünscht. Der passt nicht hinein und würde das Auto auch zu teuer machen. Selbst die Amerikaner müssen sich mit einem 2,4-Liter-Vierzylinder, der rund 160 PS leistet, begnügen. Für den deutschen Markt liefert Chrysler den aus dem Neon bekannten Zweiliter-16V mit 104 kW/141 PS. Das gefahrene Exemplar mit erst 500 Kilometer auf dem Tacho lief etwas zäh und rauh. Zügiges Vorankommen verlangt häufiges Schalten des einwandfrei geführten Fünfgangschaltgetriebes. Der Verbrauch (laut Euro-Norm insgesamt) wird mit 8,7 (Automatik: 9,8) Liter auf 100 Kilometer angegeben; die Spitze mit 190 km/h bzw. 166 km/h (Automatik).

Richtig interessant wird das amerikanische Nostalgie-Gefährt ab Herbst 2001. Dann nämlich kommt der Common-Rail-Diesel mit 2,2 Liter Hubraum von Mercedes zum Einbau. Zudem wird eine Motorversion mit geringerem Hubraum die Palette ergänzen. Mit einem Grundpreis von 34 950 Mark stellt der PT Cruiser Classic "ein äußerst konkurrenzfähiges Angebot" dar, wie Chrysler Deutschland-Geschäftsführer Hartwig Hirtz betont. Zur Serienausstattung gehören nämlich ABS-Bremsen, Antriebsschlupf-regelung, Front- und Seiten-Airbags, vier elektrische Fensterheber, Zentralverriege-lung mit Fernbedienung, Lenkradverstellung und freilich die schönen polierten Türgriffe.

Besonders empfehlenswert erscheint die Touring-Version wegen der Klimaanlage, dazu Leichtmetallräder, Radio/CD und Lederlenkrad für 38 950 Mark. Dem Topmodell Limited ab 42 950 Mark verleihen dunkle Seitenscheiben, polierte Alu-Räder und ein Dachträger ein wenig Hollywood-Glamour. Für Touring und Limited kann die Vierstufen-Automatik für 2 550 Mark geliefert werden. Das Antischleuderprogramm ESP ist für den knuffigen Fronttriebler nicht im Programm.

Es fällt schwer, den PT Cruiser in irgendeine Kategorie so richtig einzuordnen. Ob Kompaktvan, Kombi, Limousine oder Transporter - er wird fast allen Ansprüchen gerecht. Chrysler wird keine Probleme haben, in diesem Jahr noch 3 500 Einheiten und im nächsten 10 000 Einheiten auf dem deutschen Markt unter zu bringen. Die Jahresproduktion im neuen DaimlerChrysler Werk Toluca in Mexiko sieht 180 000 PT Cruiser vor; mit der Fertigung wurde im März dieses Jahres begonnen. In etwa einem Jahr (Frühsommer 2001) sollen alle "Kreuzfahrer" für den europäischen Markt aus dem österreichischen Werk Graz kommen, wo derzeit eine Jahreskapazität von knapp 50 000 Einheiten eingerichtet wird.

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