1. Verkehr
  2. News

Novemberstau: Warum die Straßen im November so voll sind

Straßenverkehr in Bonn und der Region : Deshalb gibt es im November so viele Staus

Der November steht für viele nicht nur für herbstliches Wetter, sondern auch für volle Straßen. Warum gibt es ausgerechnet jetzt so viel Verkehr und was kann man tun, um dem Novemberstau zu entgehen?

Frühere Dunkelheit, Laub auf der Fahrbahn und nass-kaltes Wetter sind Zeichen dafür, dass der Herbst beginnt. Im November werden die Tage kürzer, und die Staus auf den Straßen in NRW werden länger. Wir sind dem Phänomen des Novemberstaus nachgegangen und erklären, was man als Autofahrer am besten tun kann.

Woran liegt es, dass es aktuell so viel Verkehr gibt?

Wie Straßen NRW mitteilt, gehört der November neben dem Oktober zu den staureichsten Monaten im Jahr. Grund hierfür ist beispielsweise der Beginn der dunklen und nassen Jahreszeit. Viele Pendler stiegen aufgrund des Wetters vom Fahrrad oder der Bahn wieder auf das Auto um. Außerdem seien höchstwahrscheinlich viele ÖPNV-Nutzer von vor Corona „beim Auto hängengeblieben“ und nicht wieder zu Bus und Bahn gewechselt, so Thomas Müther, Pressesprecher des ADAC Nordrhein. Dazu kommt, dass das Neun-Euro-Ticket weg und das 49-Euro-Ticket noch nicht da sei. Müther berichtet, dass jedoch nicht nur schlechte Witterungsbedingungen Anlass für den sogenannten Novemberstau sind. Viele Menschen würden nun wieder täglich zur Arbeit fahren. Der Urlaub der meisten Arbeitnehmer sei aufgebraucht. Der Eindruck, dass die Straßen voller werden und es vermehrt zu Staus kommt, trügt also nicht.

Veränderung durch Corona

„Der November ist der klassische Staumonat“, berichtet Müther. Trotzdem gab es in den vergangenen Jahren eine Verlagerung. In den Coronajahren wurden Staus verstärkt in den Monaten August und September festgestellt. Dadurch, dass die Coronazahlen im Herbst immer gestiegen sind, seien viele Autofahrer im November im Homeoffice geblieben.

Müther betont außerdem, dass in den letzten Jahren in NRW nicht ausreichend gebaut wurde und nun viele Sanierungs- und Ausbesserungsarbeiten auf den Straßen anstünden. Bauzeit sei Stauzeit.

Was kann man als Autofahrer machen?

Besonders hilfreich, um dem Novemberstau zu entgehen, seien Müther zufolge das mobile Arbeiten sowie flexible Arbeitszeiten. Arbeitgeber sollten einzelne Tage oder Stunden in der Woche im Homeoffice ermöglichen. Bei einer fünftägigen Arbeitswoche im Büro, würde ein Tag im Homeoffice gleich 20 Prozent des persönlichen Berufsverkehrs reduzieren. Oft käme es auf kleine Verkehrsmengen an, deren Reduzierung großes bewirken könnte. Konkret nennt der Verkehrsexperte fünf bis zehn Prozent als ausschlaggebende Zahl und vergleicht das Ganze mit dem typischen Wasserglas: fünf bis zehn Prozent weniger Verkehrsmengen würden verhindern, dass das Wasserglas überläuft, also die meisten Staus vermeiden. Eine weitere Möglichkeit wäre später oder früher zur Arbeit zu fahren, um die typischen Verkehrszeiten zu umgehen.

Zudem sollte das Auto winterfertig sein

Flexibles Arbeiten hin oder her, wer nun das Auto nimmt und noch nicht mit Winterreifen fährt, ist spät dran. Denn diese haben bereits bei Temperaturen unterhalb von etwa sieben Grad bessere Griffigkeitswerte als Sommerreifen. Beim Reifenwechsel kann zum Beispiel auch gleichzeitig überprüft werden, ob noch genug Frostschutzmittel vorhanden ist und ob neue Scheibenwischer für die regenreiche Zeit des Jahres benötigt werden.