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Staumonat November: Verkehr, Fußgängerzonen - So voll ist es

Verkehr in Bonn und der Region : Im November ist es voll auf den Straßen und in der City

Der November gilt traditionell als Staumonat. Doch wie sah es in diesem Jahr aus? Wie viele Menschen sind unterwegs gewesen - auf den Straßen und in den Innenstädten? Und wie wird die Lage sich durchs Homeoffice verändern?

Den Staumonat November haben die Autofahrer auch in diesem Jahr wieder zu spüren bekommen. Das Verkehrsaufkommen im Bonner Raum war hoch, trotz des Corona-Effekts - sprich weniger Menschen pendeln zur Arbeit oder fahren in die Innenstädte, um einzukaufen. „Die Folgen des Hochwassers sind immer noch spürbar - sowohl auf den Autobahnen als auch auf den Zufahrtsstraßen und in den Städten. Mit zunehmendem Verkehr seit Ende der Sommerferien gab es auf manchen Strecken noch mehr Staus als sonst, weil sich die Menschen Ausweichrouten suchen mussten“, erläutert der Verkehrsexperte Roman Suthold vom ADAC Nordrhein.

Im zweiten Corona-Herbst griffen wie bereits vor der Pandemie wieder die Gesetzmäßigkeiten, die der November normalerweise mit sich bringt. Wegen des schlechten Wetters gehen die Menschen weniger zu Fuß oder lassen das Fahrrad stehen. Stattdessen fahren sie mit dem Auto, um bequem und sicher von A nach B zu kommen. „Die Zuverlässigkeit des ÖPNV lässt in den Schlechtwettermonaten erfahrungsgemäß nach - sprich, Züge fallen vermehrt aus oder verspäten sich. Das wissen die Leute und fahren lieber mit dem Auto“, so Suthold weiter. Hinzu kämen in diesem Jahr ein Bahnstreik, der viele Bahnfahrer verärgert habe, Preiserhöhungen und die subjektive Angst, sich in einer voll besetzten Bahn mit Covid-19 anzustecken.

Ausblick für den Dezember

„Wenn wie im letzten Jahr doch wieder ein Teil-Lockdown kommen sollte, dann wird die Lage auf den Straßen und in den Innenstädten sich logischerweise sehr entspannen“, so Suthold. Ansonsten werde vor allem der Verkehr wegen der Vorweihnachtszeit im Dezember wie gewohnt zunehmen. Das Erlebnis Stadt mit Einkaufsmöglichkeiten und den Weihnachtsmärkten locke trotz der aktuellen Lage nach wie vor viele Menschen in die Citys.

Dagegen steht die jüngst eingeführte Homeoffice-Pflicht und der damit verbundene Rückgang von Individualverkehr an Wochentagen. Wie stark der Rückgang sein wird, lässt sich derzeit allerdings nur schwer absehen.

Dass die Fußgängerzonen wieder voller werden, das glaubt auch Nico Schröder, Mitgeschäftsführer von hystreet.com, einem Online-Portal für die Messung des Besucheraufkommen in den Einkaufsstraßen der Innenstädte. „Die Weihnachtsmärkte haben in den vergangenen Tagen zu einem Effekt beim Anstieg potenzieller Kunden in der Bonner Innenstadt von rund 25 Prozent geführt. Und der Black Friday wird dieses Niveau noch einmal deutlich ansteigen lassen.“ Grundsätzlich stehe die mittelgroße Stadt Bonn gut da - vor allem im Vergleich zu den vom Tourismus stärker abhängigen Metropolen wie zum Beispiel Köln. Bonn habe nahezu das Niveau von 2019 wieder erreicht. Köln dagegen liege immer noch 15 Prozent darunter, so Schröder.

Die Zahlen von Hystreet für die 46. Kalenderwoche belegen das: Das Besucheraufkommen lag bei rund 200.000 Menschen - also annähernd auf dem Niveau vom Herbst 2019. Im Vergleich dazu lag die Zahl im gleichen Zeitraum 2020 (nach der Einführung des Teil-Lockdowns) nur bei rund 100.000 Menschen. Am Samstag, 20. November, lag der Spitzenwert auf der Bonner Remigiusstraße bei rund 51.000 Passanten. Für den Dezember rechnet Hystreet an den Wochenenden mit Werten von um die 60.000 Personen.

Auf die Frage, wie sich das Einkaufsverhalten der Anwohner und Besucher in der Bonner Innenstadt im Dezember entwickeln wird, ist Schröder sehr klar: „Noch vor eine Woche, als die Corona-Zahlen rasant anstiegen, wäre ich vorsichtiger gewesen. Aber mittlerweile glaube ich, dass die Besucherzahlen in der Bonner City - ähnlich wie in den Vor-Corona-Jahren - bis Heiligabend stark ansteigen werden.“

ÖPNV in Bonn

Nach einem kontinuierlichem Anstieg das ganze Jahr 2021 über, bei dem die SWB-Busse und -Bahnen bei den Fahrgastzahlen zwischenzeitlich in einigen Wochen über 70 Prozent des „Vor-Corona“-Niveaus erreicht hatten, mussten die SWB mit dem hohen Anstieg der Inzidenzzahlen seit November wieder eine Stagnation und den beginnenden Rückgang der Fahrgeld-Einnahmen hinnehmen.

„Bei der stark zunehmenden Homeoffice-Tätigkeit und Einführung der 3G-Regelung für Busse und Bahnen rechnen wir trotz des Weihnachtsgeschäftes und dem geöffneten Weihnachtsmarkt wieder mit rückläufigen Fahrgastzahlen“, sagte SWB-Geschäftsführer Hansjörg Spielhoff. Es sei somit damit zu rechnen, dass im Dezember die Bar-Verkäufe wieder unter 50 Prozent eines Dezembers vor der Coronavirus-Pandemie rutsche.