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Toyota Lexus: Viele Argumente für den Hybridantrieb

Toyota Lexus: Viele Argumente für den Hybridantrieb

TOYOTA Vor allem im Vergleich zu den Dieselautos der Konkurrenz sehen dieJapaner ihre umweltfreundlichen Modelle auch preislich im Vorteil

Toyota sieht sich zusammen mit dem Tochterunternehmen Lexus als Vorreiter beim Hybridantrieb. Inzwischen liefert Lexus rund sechzig Prozent der Fahrzeuge, die dem Kunden die Antriebswahl lassen, mit der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor aus.

Dazu gehören der große LS 600h, die GS-Limousine und der SUV RX 400h. In der IS-Baureihe und beim SC gibt es kein Hybrid-Angebot. Lexus hat im vergangenen Jahr in Deutschland insgesamt 5 000 Einheiten verkauft.

Bei den heutigen Modellen auf dem Markt unterscheidet man zwischen Voll- und Mildhybrid. Das japanische Unternehmen spricht immer dann von Vollhybrid, wenn der E-Motor das Auto auf Kurzstrecken allein antreiben kann.

Der Hybridantrieb ist besonders dann sparsam und abgasarm, wenn es sich beim Ottomotor um ein möglichst kleines Aggregat handelt; Fachleute sprechen dann von Downsizing.

Nicht zuletzt kann so ein besserer Wirkungsgrad erreicht werden. Zum Beispiel bestätigen Fachzeitschriften, die Vergleichsfahrten mit Hybrid- und Diesellimousinen unternommen haben, Verbrauchsvorteile des Hybridautos im Kurzstrecken- oder Stadtverkehr, während auf Fernstrecken wie der Autobahn die Vorteile des Selbstzünders überwiegen.

Zumindest große Limousinen und SUVs, wie sie Lexus mit Hybrid anbietet, dürften ohnehin überwiegend im Langstreckenverkehr eingesetzt werden. Hier lohnt das hybridgetriebene Fahrzeug eher nicht. Hinzu kommt noch die mäßige Fahrdynamik der Zwitter.

Besonders in Europa, weniger in den USA, kämpfen die Hybrid-Strategen von Toyota mit Vorurteilen. Eines lautet: Hybride sind zu teuer. Ein hausinterner Vergleich zeigt, dass zum Beispiel der Benziner Lexus RX 350 rund 5 250 Euro mehr kostet als der gleichstarke RX 400h; für die Hybridversion werden 51 000 Euro verlangt.

Toyota argumentiert, dass ähnliche Aufpreise auch bei Diesel- gegenüber Benzinvarianten gezahlt werden müssen. So liege der Preis des Audi A8 4.2 TDI (85 150 Euro) 4 950 Euro höher als der des A8 4.2 FSI. Beim Mercedes E 320 CDI (49 207 Euro) und beim BMW 535d (54 000 Euro) sei die Differenz noch größer.

Ein weiterer Vergleich bezieht sich auf das Gewicht von Benziner und Diesel. Hier macht der Unterschied zwischen 90 Kilogramm (Mercedes 320 CDI) und 145 Kilogramm beim A8 4.2 TDI aus.

Der Hybridantrieb bei Lexus-Modellen ist gegenüber dem Benziner um 150 Kilogramm schwerer. Toyota will insbesondere mit den Vergleichen von Selbstzünder und Ottomotor beweisen, dass der Hybrid gegenüber dem in Europa erfolgreichen Dieselmotor bei Aufpreis und Gewicht nicht schlechter abschneidet.

Besonders kleinere und mittlere Fahrzeuge werden überwiegend in Ballungsgebieten eingesetzt. Das belegt eine Studie, die bei europäischen Autos eine Verkehrsleistung von gut 70 Prozent im Ballungsräumen angibt.

Hybrid-Kompaktwagen könnten hier mit besonders niedrigen Verbrauchswerten glänzen, die dann auch in der Fahrpraxis wirklich erreicht werden. Die Autofahrer sind davon noch nicht überzeugt: Vom kompakten Prius konnte Toyota im abgelaufenen Jahr nur etwa 5 000 Einheiten verkaufen.

Insbesondere von deutschen und französischen Herstellern wird der Dieselhybrid als Nonplusultra eingeschätzt. Toyota-Ingenieure verweisen aber darauf, dass der Benziner leichter, leiser und kostengünstiger in der Herstellung sei. Zudem sei die Abgasreinigung bei ihm einfacher zu bewerkstelligen und die Start-Stopp-Automatik leichter anzupassen. Toyota will die Technik der zwei Motoren zum Standardantrieb entwickeln.

In Kürze wird sogar erstmals ein Sportwagen mit Hybridantrieb ins Programm aufgenommen. Nach Angaben von Toyota-Entwicklungschef Kazuo Okamoto werden in diesem Modell auch die zukunftsträchtigen Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz kommen. Der Nachfolger des aktuellen Toyota Prius, von dem es auch eine Kombi-Version geben wird, hat allerdings noch die bekannten Nickel-Metallhybrid-Akkus.

Die Batterien werden innerhalb der fünfjährigen Garantiezeit von Toyota ausgetauscht. Am Ende des Lebenszyklus übernehmen die Japaner das Recyceln der Akkus.