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Toyota Verso-S: Mini-Van für Shopping und Familie

Toyota Verso-S: Mini-Van für Shopping und Familie

Mit dem neuen Toyota Verso-S schicken die Japaner einen Konkurrenten für den Kia Venga ins Mini-Van-Rennen. Eine erste Testfahrt soll zeigen, ob der Japaner hält, was er verspricht.

Wer eine ausgiebige Shoppingtour in einer Großstadt macht, braucht das richtige Auto. Es muss viel Platz für die Einkäufe und die mitgenommenen Freunde bieten und darf gleichzeitig nicht zu groß sein, um noch in die engen Parklücken zu passen.

Mini-Vans wie der neue Toyota Verso-S wollen dieses Kunststück meistern. Kurz vor Marktstart ist es Zeit zu schauen, ob der 14 950 Euro teure Japaner hält, was er verspricht.

Mit seinem dezenten Design fällt der Neue im heutigen Straßenbild kaum auf, wenn er über volle Highways und kleine Nebenwege tourt. Das typische Markengesicht identifiziert ihn klar als Toyota, spitz auf das Logo zulaufend dominieren die Scheinwerfer die Frontpartie.

Ein hoher Aufbau und kurze Überhänge sind charakteristisch für den Mini-Van. Dann steht die erste Bewährungsprobe an: Bei einer Fahrzeuglänge von 3,99 Meter ist die Parkplatzsuche in der Innenstadt jedoch kinderleicht.

Auch wegen der guten Übersicht und den großen Fensterflächen gelingen selbst schwierige Rangiermanöver problemlos, so dass keine noch so winzige Lücke zu klein scheint.

Fluch und Segen zugleich sind die vier weit öffnenden Türen. Einsteigen und beladen werden vereinfacht, dicht an dicht gedrängt besteht jedoch die Gefahr, beim Nachbarn anzustoßen. Das Öffnen der niedrig angebrachten Heckklappe erfordert einen beherzten und kraftvollen Griff, ehe der alltagstaugliche Laderaum mit 440 Litern Gepäckvolumen genutzt werden kann.

Die Dutzend Einkaufstüten passen dort ebenso hinein wie der Bierkasten für den Abend mit Freunden. Muss ein Kinderwagen transportiert werden, ist die im Verhältnis 40:60 geteilte Rückbank mit einer Handbewegung umgelegt - schon steht genügend Stauraum parat.

Ohne solch sperrige Güter passen bis zu fünf Personen in den Innenraum des kleinen Japaners. Fahrer und Beifahrer nehmen auf bequemen, aber überraschend niedrigen Vordersitzen Platz. Stets im Blick haben die Insassen das übersichtliche Armaturenbrett, das mit seinen analogen Instrumententrägern Aufschluss über Drehzahl, Kraftstoffstand und Geschwindigkeit gibt.

In der Mittelkonsole findet sich je nach Ausstattung eine Klimaanlage und gegen Aufpreis von 550 Euro gar ein Navigationsgerät. Im Fond haben groß gewachsene Personen um die 1,85 Meter Körperlänge gerade noch genügend Kopffreiheit, um sich nicht als Passagier zweiter Wahl zu fühlen.

Zu dritt nebeneinander wird es dann aber arg eng. Rund 20 Ablagefächer bieten Raum für Spiele, Dokumente und alles, was man sonst im Fahrgastraum unterbringen will.

Für den Vortrieb stehen zwei aus dem Toyota-Sortiment bekannte Vierzylinder-Aggregate zur Auswahl: Auf Benzinerseite gibt es den 1,33-Liter-Ottomotor mit 73 kW/99 PS, Vielfahrer wählen den 1,4 Liter großen Common-Rail-Diesel mit 66 kW/90 PS. Beide sind für den Stadtverkehr mehr als gut geeignet.

Der Selbstzünder zieht bereits von unten weg gut durch und arbeitet ruhig. Ein Normverbrauch von 4,3 Litern kann sich durchaus sehen lassen. Dennoch macht sich der japanische Hersteller keine falschen Vorstellungen: Der Großteil der Käufer wird auf den 99-PS-Benziner zurückgreifen.

Dieser verlangt vom Fahrer ein wenig Geduld, um auf Touren zu kommen. Doch mit den anderen Verkehrsteilnehmern in der Stadt schwimmt er problemlos mit. Die Fahrt auf die Autobahn birgt keine Überraschungen: Für das Erreichen der Reisegeschwindigkeit von 130 km/h braucht der Benziner seine Anlaufzeit, danach arbeitet das kleine Triebwerk vernehmbar und klingt recht angestrengt, was bei Bergauffahrten noch deutlicher wird.

Das Gaspedal ganz durchgedrückt und mit Rückenwind sind sogar Tempo 170 drin. Genormt soll das Triebwerk rund 5,3 Liter Super auf 100 Kilometern benötigen, in ersten Tests zeigt der Bordcomputer jedoch einen guten Liter mehr an. Als Option ist eine Start-Stopp-Automatik zum Preis von 470 Euro erhältlich, die den Kraftstoffdurst weiter drücken soll.

Die Kraftübertragung besorgt serienmäßig ein Sechsgang-Schaltgetriebe, alternativ steht eine träge arbeitende Siebengang-Automatik zur Wahl.

Selbst auf Schlagloch-Pisten schlägt sich der Verso-S gut. Unebenheiten werden ordentlich und scheinbar ohne jegliche Anstrengung geschluckt. In schnellen Kurven drückt das Fahrzeug über die Achse und untersteuert leicht, Wank- und Nickbewegungen sind die Folge; aber nie kommt Unsicherheit auf.

Geht es einmal heftiger zur Sache, bewahren unter anderem der Schleuderschutz ESP und letztendlich sieben Airbags vor Schaden.

Die Klasse der Mini-Vans ist hart umkämpft. Nach dem Kia Venga und dem Hyundai ix20 schickt nun Toyota sein Modell ins Rennen. Und der Verso-S kann durchaus überzeugen: Die typische Fahrt eines Van-Besitzers hat er mit Bravour bestanden, und ein Rennwagen will er schließlich gar nicht sein. Auch der Preis ist mit 14 950 Euro durchaus vertretbar.