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Auf den Spuren der Zuiderwaterlinie: Städte-Hopping durch Brabant

Auf den Spuren der Zuiderwaterlinie : Städte-Hopping durch Brabant

Land kontrolliert unter Wasser setzen, um Feinde außerhalb der Stadtmauern zu halten: Entlang der „Zuiderwaterlinie“ in der niederländischen Provinz Brabant funktionierte diese Strategie jahrhundertelang. Die historische Verteidigungslinie durchquert die gesamte Region, von Grave im Osten bis Bergen op Zoom im Westen. Heute verbindet die Strecke elf der schönsten Orte Brabants miteinander. Eine insgesamt 290 Kilometer lange Wanderroute führt von einer Festungsstadt zur nächsten und lässt sich wunderbar in mehrere Etappen aufteilen. Auch Auto- und Radfahrer können der Zuiderwaterlinie folgen – und fünf absolute Must-Sees entdecken.

Historische Hauptstadt ‘s-Hertogenbosch

Guter Startpunkt für die Entdeckungsreise ist 's-Hertogenbosch, Brabants malerische Hauptstadt. Während des Achtzigjährigen Krieges bekam die Stadt den Spitznamen „Moerasdraak“ (Sumpfdrache), denn in dem Gebiet um 's-Hertogenbosch blieb so manch ungebetener Gast im Schlamm stecken. Heute lädt das Naturgebiet Bossche Broek, am Fuße der wunderschön erhaltenen Stadtmauern, zum Wandern und Radeln ein. Hier befindet sich auch die Bastion Oranje mit dem darunter liegenden Besucherzentrum Bastionder, das von der Geschichte der Stadt erzählt. Bolwerk Sint Jan, einst das wichtigste Stadttor, ist heute Treffpunkt für einen Drink oder ein leckeres Mittagessen. Aufs Wasser geht es für alle, die Lust auf eine ganz besondere Stadtbesichtigung haben: Über das jahrhundertealte Kanalsystem „Binnendieze“ schippern Boote durch das historische Zentrum.

Nächster Halt: Heusden

Nur 15 Autominuten entfernt liegt das Städtchen Heusden, das für seine schön restaurierte Festung bekannt ist. Und das zu Recht! Beim Bummel durch die Gassen fühlen Besucher sich ins 17. Jahrhundert versetzt. Von der Stadtmauer aus ist der Vismarkt zu sehen. Dieser Mittelpunkt der Festung ist heute ein belebter Platz mit Straßencafés. Malerisch ist auch der Blick auf Stadthafen und Windmühle. Heusden ist zwar beschaulich, aber keinesfalls verschlafen: Neben vielen Denkmälern gibt es Geschäfte, Galerien und Restaurants zu entdecken. Tipp: Wenn der Magen knurrt, empfiehlt sich der Weg vom Hafen aus über die Zugbrücke, um einen Platz im Boei35 zu ergattern – Blick auf die Festung inklusive.

Wo Geschichte lebendig wird

Im Nordosten der Provinz Brabant wartet Festungsstadt Nummer 3: Grave war die am stärksten belagerte Stadt der Wasserlinie. Hier lebten oft mehr Soldaten als Einwohner. Das Rathaus beherbergt die Touristeninformation und ein Besucherzentrum der Zuiderwaterlinie. In den Gassen der liebevoll erhaltenen Altstadt werden Spaziergänger zu Zeitreisenden. Ein Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes steht am Rande des Zentrums: Vom künstlich angelegten Hügel De Kat aus schaut man aus 11 Metern Höhe über die Festung. In Grave können Ausflügler ihr Auto stehen lassen und aufs Fahrrad umsteigen, denn die Strecke bis zur nächsten Festungsstadt will genossen werden. Es geht über Waldwege und kleine Deichstraßen, vorbei an Feldern und Bauernhöfen. Kurz vor Megen lohnt ein Abstecher zur Bierbrauerei Oijens, die gleichzeitig ein sogenanntes Fietscafé ist. Hier heißt man Fahrradfahrer besonders herzlich willkommen. Auf der Terrasse inmitten der Wiesen schmeckt das Oijens Radler besonders gut.

Von der Stadt in die Natur und zurück

Megen ist die kleinste Festungsstadt an der Zuiderwaterlinie, doch am historischen Gevangenpoort herrscht reges Treiben. Das 1386 errichtete Gebäude war Stadttor und Gefängnis zugleich. Wo es früher nur Wasser und Brot gab, stehen heute Gerichte aus aller Welt auf der Speisekarte, denn inzwischen ist hier ein Restaurant untergebracht. Nach einer Stärkung kann der vielleicht schönste Teil der Radtour beginnen. Auf dem Deich hat man die Maas und die weite Landschaft immer im Blick. Hier und da schmücken Kirchen und Windmühlen das üppige Grün. Bald kommt Ravenstein in Sicht, die fünfte und letzte Festungsstadt dieser Tour. Über die fotogenen kleinen Straßen gelangt man ganz von allein an besondere Orte. Etwa in den wundervoll angelegten Stadtgarten mit dem Gerberhaus, in dem heute ein Museum über das alte Handwerk informiert. Wer in Ravenstein übernachten möchte, kann zum Beispiel in der Stadsherberg de Keurvorst einziehen. Schon im 17. Jahrhundert war sie Rastplatz und Treffpunkt für Händler, Reisende und Einwohner.

Weitere Anregungen für spannende Ausflüge in der Region Brabant gibt es auf https://www.visitbrabant.com/de/hier-musst-du-sein