Bioladen Momo : Der Wert von nachhaltigen und gesunden Lebensmitteln

Corona hat dem Bioladen Momo etliche neue Kunden beschert

Es gibt viele Gründe, Bio-Lebensmittel für den täglichen Bedarf zu wählen. Das haben neben den zahlreichen Stammkunden während der Corona-Krise auch etliche Verbraucher gemerkt, die den Bioladen Momo neu für sich entdeckten.

„Ich weiß, einige Leute hat Corona wirklich schwer erwischt. Künstler, Veranstalter, Solo-Selbständige und viele mehr. Aber für uns war das rückblickend ein Gewinn“, sagt Momo-Geschäftsführer Raoul Schaefer-Groebel. Allein im April konnte der Laden ein Umsatzplus von 20 Prozent verzeichnen, der Lieferdienst gar um 50 Prozent.

Woran diese – zumindest für Momo – zufriedenstellende Entwicklung liegt? Der Unternehmer zuckt ein wenig die Achseln, führt dann aber doch einige Gründe auf. Menschen hatten mehr Zeit, sich mit dem Wert von Lebensmitteln zu beschäftigen und ihren Lebenswandel neu zu überdenken. Viele Beuelerinnen und Beueler hatten mehr Zeit als sonst und begannen, genüsslich und mit Blick auf Qualität zu kochen. „Da kommt man an Bio nur schwer vorbei“, meint Schaefer-Groebel mit einem Augenzwinkern. Mütter haben im Lockdown mit ihren Kindern Plätzchen und Kuchen und vor allem Brot gebacken und sich dabei natürlich ebenfalls mit der Herkunft und Verarbeitung von Lebensmitteln beschäftigt.

Kurz: Viele Wege führten zu Momo – und das bedeutete viel mehr Arbeit für das Team. „Wir mussten ja mehr als sonst die Wege im Geschäft frei halten und haben deshalb vor allem nachts und an Wochenenden die Regale aufgefüllt.“ Die gestiegene Nachfrage und völlig neuen Arbeitskonzepte haben deutlich mehr Personal gefordert. „Wir haben zehn Leute neu eingestellt“, erklärt der Momo-Geschäftsführer.

Nun könnte man meinen, dass nach dem Shutdown und mit der allmählichen Normalisierung des Alltags die Kunden von Momo wieder verstärkt den Discounter um die Ecke konsultieren. Aber dem ist nicht so. „Vor allem bei den Eiern ist die Nachfrage nach wie vor enorm. Unsere Lieferanten kommen kaum hinterher“, schwärmt Momo-Chef Raoul Schaefer-Groebel. Ähnlich ist es bei der Milch und einigen anderen Produkten. Viele Menschen haben offensichtlich dauerhaft den Wert von ökologischen, regionalen und hochwertigen Lebensmitteln schätzen gelernt.

Und natürlich sind viele – vor allem ältere – Kunden „auf den Geschmack gekommen“, wie angenehm die Lieferung von Lebensmitteln nach Hause sein kann. Zwei Schichten fährt Momo dafür inzwischen. Und so zeigt sich wieder einmal, dass in jeder Krise auch etwas Gutes stecken kann, und weil das ist, hat Momo die Senkung der Mehrwertsteuer verfielfacht und die Preise um zehn Prozent und mehr gesenkt. Außerdem wurden Mehreinnahmen an gemeinnützige Organisationen in Bonn gespendet. jöw

www.bioladen.com