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Gewerbeverein Rheinbach: Starker Wille zum Weitermachen

Gewerbeverein Rheinbach : Starker Wille zum Weitermachen

Rheinbachs Gewerbetreibende nach der Flutkatastrophe – Appelle an Kunden und Verantwortliche

Wir brauchen finanzielle und personelle Unterstützung für das jetzt notwendige Stadtmarketing! So hatte Oliver Wolf, Vorsitzender des Gewerbevereins Rheinbach, noch im Juni dieses Jahres in Zusammenhang mit Corona-Pandemie, Lockdown und Aufarbeitung von deren Folgen appelliert. Nach der Flutkatastrophe am 14./15. Juli unterstreicht Wolf diesen Appell und wendet sich gleichzeitig an die Kunden: „Bitte kommt weiter lokal einkaufen und genießen! Bitte unterstützt damit die Gewerbetreibenden und Gastronomien! Damit helft Ihr, deren Existenzgrundlage wieder aufzubauen, Arbeitsplätze und Einkommen von Familien zu sichern! Und unsere Stadt für uns alle wieder lebenswert zu machen!“

Mit der Entspannung der Pandemie-Situation hatten Einzelhandel und Gastronomie gerade erst wieder mit neuer Motivation geöffnet. Dann kam die Nacht vom 14. auf den 15. Juli: Heftigster Dauerregen verwandelte selbst kleine Rinnsale in reißende Flüsse, Straßen in Sturzbäche. Keller und Wohnungen liefen voll, Lager-, Betriebsstätten und Geschäftsräume wurden überflutet mit Wasser und Schlamm. Mit dramatischen Folgen: Es sind viele Todesopfer zu beklagen, auch in Rheinbach. Unzählige Menschen haben ihr Hab und Gut verloren, Gewerbetreibende ihre Existenzgrundlage, Arbeitsplätze und Einkommen für viele Familien sind bedroht.

Einzelhandel und Gastronomie sind stark betroffen. Aber auch viele Handwerker, die von den Folgen der Pandemie bislang verschont geblieben waren, haben durch die Flutkatastrophe ihre gesamten Lagerbestände verloren. „Viele Gewerbetreibende sind nicht gegen Elementarschäden versichert“, weiß der Gewerbevereinsvorsitzende Wolf. Viele seien auch nicht Eigentümer, sondern Mieter der Betriebs-Immobilien, und insofern darauf angewiesen, wie schnell die Hauseigentümer die Schadenbeseitigung vorantreiben können.

Aber: „Selbst diejenigen, die es ganz schwer getroffen hat, tun alles, um ihr Geschäft oder ihren Betrieb wieder zu öffnen oder aufrecht zu erhalten“, freut sich Wolf. Einige haben nach der Beseitigung der größten Schäden in einer Art Notbetrieb wieder geöffnet. Büro- und Schulbedarf Engler am Voigtstor etwa, dessen Erdgeschoss noch nicht wieder nutzbar ist, hat einen Notbetrieb in der ersten Etage mit Zugang über den Parkplatz Ramershovener Straße. ROTEC am Voigtstor macht einen Räumungsverkauf über den Seiteneingang. Gastgeber Benedikt Frechen hat sein Bistro-Café „Zuckerstück“ am Kirchplatz schon wieder geöffnet, sein Restaurant „Anna Seibert“ am Bürgerhausplatz wird er ebenfalls ab dem Wochenende 6. August öffnen.

Als wichtige Informationen für alle Gewerbetreibenden weist der Vorstand des Rheinbacher Gewerbevereins auf die finanzielle Soforthilfe für vom Hochwasser betroffenen Unternehmen hin. Antragsberechtigt sind Unternehmen (auch Land- und Forstwirtschaft), Gewerbetreibende und freiberuflich und selbständig Tätige, die durch die Unwetterkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 einen unmittelbaren Schaden an ihren von Wohnräumen getrennten Betriebsstätten erlitten haben.

Die genauen Details sowie Antragsformulare gibt es unter https://www.land.nrw/de/soforthilfe. Dort finden sich auch die entsprechenden Details zur Soforthilfe für Privatpersonen.

Darüber hinaus informiert die NRW.BANK über einen Universalkredit bis zu zwei Mio. Euro für vom Hochwasser geschädigte Unternehmen zu einem Zinssatz ab 0,01 Prozent p.a., Laufzeit zehn Jahre, zu beantragen über die Hausbank. Das Angebot ist befristet bis zum 31. Dezember 2021. Weitere Details: https://www.nrwbank.de/de/unternehmen/ sax