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Anlage-Tipps: Finanzprodukte: Wie Geldanleger ihr Risiko selbst steuern können

Anlage-Tipps : Finanzprodukte: Wie Geldanleger ihr Risiko selbst steuern können

Wer Ertrag erwirtschaften will, darf nicht zu viel Furcht vor Kursschwankungen haben. Vier aktuelle Tipps für Anleger

Sicherheit oder Risiko? Das ist die zentrale Frage bei der Geldanlage. Klar ist: Wer Ertrag erwirtschaften will, darf nicht zu viel Furcht vor Kursschwankungen haben.

„Langfristig haben Aktien bisher die höchsten Renditen gebracht“, sagte Niels Nauhauser, Leiter des Bereichs Altersvorsorge der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, dem dpa-Themendienst. Aktieninvestments lassen sich außerdem immer mit schwankungsarmen Anlagen kombinieren. Dazu ein paar Tipps.

Das richtige Verhältnis finden

Wie viel Risiko vertrage ich? Diese Frage muss jeder Anleger für sich selbst beantworten. „Wer bei Kursschwankungen schlecht schläft, sollte seinen Aktienanteil eher gering halten“, empfiehlt Nauhauser. Allerdings: „Sehr viel mehr als 0,6 Prozent sind mit Festgeld derzeit nicht drin.“ Anleger können nun mit einem neuen Renditerechner der Verbraucherzentrale ermitteln, welche Rendite sich mit welchem Anteil an Aktien und Festgeld erwirtschaften lässt.

Steuerliche Verlustverrechnungsmöglichkeiten beachten

„Seit dem Jahre 2009 zählen nunmehr auch die Einnahmen aus der Veräußerung von Aktien und anderen Wertpapieren grundsätzlich zu den Einkünften aus Kapitalvermögen“, erläutert Gero Hagemeister, verantwortlicher Partner der BDO Region Rheinland. „Derartige Veräußerungsgewinne aus Aktienverkäufen und anderen Termingeschäften sind grundsätzlich unabhängig von der jeweiligen Haltedauer steuerpflichtig.“ Bezüglich der Berücksichtigungen von Verlusten gelten – differenziert nach der jeweiligen Einkunftsquelle – verschiedene Beschränkungen: „So können Verluste aus Aktienveräußerungen nur mit Veräußerungsgewinnen aus Aktien, nicht jedoch mit solchen aus anderen Wertpapieren verrechnet werden. Auch hat sich die Regierungskoalition beispielsweise bei Verlusten aus der vollständigen oder teilweisen Uneinbringlichkeit einer privaten Kapitalforderung sowie bei Verlusten aus Termingeschäften darauf geeinigt, diese nur mit Einkünften aus Kapitalvermögen bis zur Höhe von 10 000 Euro im selben Veranlagungszeitraum auszugleichen.“ Verbleiben danach nicht verrechnete Verluste, können diese auf Folgejahre vorgetragen werden und jeweils bis zu einer Höhe von 10 000 Euro mit Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden, erläutert der Experte. „Damit ist bei der Beurteilung des richtigen Verhältnisses zwischen Chance und Risiko und bei der Rentabilitätsberechnung immer auch die Nachsteuerbetrachtung mit ins Kalkül zu nehmen“, betont Hagemeister. „Ohne eine differenzierte Einzelfallberatung durch Experten aus dem Bereich Private Clients kann es für so manchen Anleger ansonsten steuerlich zu einem bösen Erwachen kommen.“

Die Kosten im Blick behalten

Wer in Aktien investieren will, sollte auf die Gebühren achten. „Denn Kosten schmälern immer die Rendite“, sagt Verbraucherschützer Nauhauser. Die Gebühren für aktiv gemanagte Fonds sind aus seiner Sicht meist nicht gerechtfertigt: „Aktives Management schafft langfristig keine Mehrrendite.“ Besser seien Indexfonds (ETFs). Da diese passiv einen Index nachbilden, fallen kaum Managementgebühren an. Im Gegensatz zu Einzelaktien ist bei ETFs das Risiko über viele Werte breit gestreut.

Die Reserven nicht vergessen

Ob Reparaturen, Renovierungen oder ein Urlaub – immer wieder kommen größere Ausgaben auf einen zu. Wer genug Geld beiseite gelegt hat, kann teure Kredite vermeiden. Wie viel Reserven da sein müssen, ist individuell verschieden. Selbstständige mit schwankenden Einkünften zum Beispiel haben oft einen höheren Bedarf als Angestellte. Wer schon einen Kredit hat, sollte diesen erst einmal tilgen, bevor er in die Geldanlage investiert, erklären die Verbraucherschützer. Denn Kreditzinsen sind oft viel höher als die Rendite der Geldanlage. Das Zurückzahlen von Schulden kann also auch eine gute Geldanlage sein. dpa/rps