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Ausbildung: Azubis werden fit gemacht für alle Felder der Pflege

Ausbildung : Azubis werden fit gemacht für alle Felder der Pflege

Die generalistische Ausbildung an den Bonner Pflegeschulen hat begonnen. Die angehenden Pflegefachfrauen und -männer werden befähigt, Menschen aller Altersstufen im Krankenhaus, im Pflegeheim und ambulant in der eigenen Wohnung zu betreuen.

Es sind die Pflegekräfte, die am intensivsten mit den Patienten im Krankenhaus und mit den Pflegebedürftigen in Senioreneinrichtungen beschäftigt sind, die ersten Ansprechpartner in ihren Nöten. „Deshalb ist es so wichtig, dass sie hervorragend ausgebildet und menschlich zugewandt sind“, sagt Oliver Faust, der die Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe am Gemeinschaftskrankenhaus Bonn leitet. Mit seinem pädagogischen Team hat er einen neuen Ausbildungsplan nach dem Pflegeberufereformgesetz entwickelt, das zum 1. Januar in Kraft getreten ist: Pflegefachfrauen und -männer werden jetzt generalistisch ausgebildet und so befähigt, Menschen aller Altersstufen im Krankenhaus, im Pflegeheim und ambulant in der eigenen Wohnung zu betreuen.

Das bedeutet für die Auszubildenden des nächsten Jahrgangs ab 1. Oktober am Gemeinschaftskrankenhaus, dass sie während der praktischen Einsätze auch in der Pädiatrischen Versorgung (Kinderkrankenpflege), im Altenpflegeheim und länger als bisher in der Ambulanten Pflege in Sozialstationen arbeiten werden. Und die Auszubildenden beim Bonner Verein für Pflege- und Gesundheitsberufe e.V., die bisher das Berufsziel Altenpflege hatten, absolvieren jetzt auch praktische Einsätze in der Akutpflege im Krankenhaus sowie in der Kinderkrankenpflege.

Auch im schulischen Teil wird sich die Ausbildung viel stärker als bisher am Lernfeld Pflege orientieren. Sie wird laut Faust „noch anspruchsvoller als die bisherige, weil die Pflegeschulen jetzt stärker dazu angehalten sind, im schulischen Teil den Erwerb von Handlungskompetenzen anzubahnen und am Lernort Praxis zu gewährleisten“. Die Entwicklung des neuen schulinternen Curriculums biete Auszubildenden, Pflegepraxis und Pflegeschulen „große Entwicklungsmöglichkeiten“, so Faust. Die strukturelle Veränderung hin zu einer modularen Ausbildung bringe eine neue Aufteilung der Fächer mit Ausrichtung auf die Anforderungen der altersübergreifenden Pflege. So umfasst das Modul „Psychische Erkrankung“ Aspekte im Kinder- und Jugendalter, psychische Erkrankungen des Erwachsenenalters sowie des Alters einschließlich der von Demenz betroffenen Menschen.

Während am Gemeinschaftskrankenhaus der erste Jahrgang mit der generalistischen Ausbildung am 1. Oktober startet, haben beim Bonner Verein für Pflege- und Gesundheitsberufe, der vier Einstiegstermine pro Jahr bietet, die ersten künftigen Pflegefachfrauen und -männer schon am 1. März begonnen – ebenfalls mit einem ganz neuen Curriculum. „Es vermittelt die Kompetenzen, um den Pflegeprozess zu gestalten“, berichtet Schulleiterin Marion Kowe. Gegenüber der Altenpflege-Ausbildung sind sozialpflegerische Anforderungen weggefallen, da die Tagesgestaltung nicht mehr vorrangig Aufgabe der Pflegekräfte ist, dafür nimmt der medizinische Bereich größeren Raum ein. „Das soll aber nicht abschrecken, wir haben für die Vermittlung Methoden entwickelt, unsere Auszubildenden gut zu unterstützen“, so Marion Kowe.

Einen großen Pluspunkt sieht die Schulleiterin in der Stärkung der Praxisanleitung bei der praktischen Ausbildung: Der Pflegeschüler wird in mindestens zehn Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden Zeit von einem Praxisanleiter begleitet. Wichtig sei auch die Anerkennung des generalistischen Berufsabschlusses in anderen EU-Mitgliedsstaaten: „Das ermöglicht unseren Absolventen jetzt auch eine berufliche Zukunft im Ausland!“ ldb