Prävention : Volkskrankheit Osteoporose

Lässt die Knochendichte im Alter stark nach, ist das Risiko für Knochenbrüche erhöht. Aber es gibt Hilfen – zum Beispiel bei einer Bonner Selbsthilfegruppe.

Ursula Muckenheim hatte Glück: Nach einem Unfall mit einer Wirbelfraktur wurde seitens ihres behandelnden Orthopäden regelmäßig ihre Knochendichte gemessen. „Es wurde dazu die sogenannte DXA-Messung vorgenommen. Bei einer der Messungen wurde dann ein erhöhter Wert, sprich eine beginnende Osteoporose festgestellt. Ich wusste sofort, dass ich etwas dagegen unternehmen musste“, so Muckenheim. Sie leitet die Selbsthilfegruppe für Osteoporose in Bonn. Mit rund 250 Mitgliedern bildet der Ortsverein eine der größten Gruppen innerhalb des Bundesselbsthilfeverbandes für Osteoporose e. V. in Deutschland.

Derzeit sind schätzungsweise bundesweit 5,2 Millionen Frauen und 1,1 Millionen Männer ab 50 Jahre betroffen, jedes Jahr erkranken 885 000 Menschen in Deutschland neu an Osteoporose.

Bei einem gesunden Erwachsenen halten sich die Knochenneubildung und Knochenabbau-Rate die Waage. Bei der Osteoporose hingegen ist dieses Gleichgewicht gestört, es wird mehr Knochenmasse ab- statt aufgebaut. Die Folge ist ein poröser und brüchiger Knochen. „Es trifft oftmals Frauen in der Menopause, sie sind dahingehend anfälliger. Aber selbstverständlich auch Männer “, erklärt sie. Jüngere Menschen trifft es in der Regel weniger und wenn doch, ist dies oftmals genetisch bedingt. „Es ist eine Stoffwechselerkrankung, die aber auch wieder besser werden kann“, betont Muckenheim.

Eine verstärkte Kalziumzufuhr, Ernährungsumstellung und viel Bewegung sind hilfreich. „Im Anfangsstadium kann man hiermit sogar direkt dagegen steuern. Heute habe ich ,nur’ noch eine Osteopenie, eine Vorstufe der Osteoporose“, sagt sie.

Neben viel Bewegung, unterstützt durch Gymnastik und Wassergymnastik, einer ausgewogenen Ernährung mit wenig Alkohol und Zigaretten sowie der erhöhten Kalziumaufnahme ist die Einnahme von Vitamin D wichtig. „Es gibt hierfür beispielsweise das Zusatzpräparat Dekristol, das einmal wöchentlich genommen wird. Oder das Präparat Vigantoletten, was täglich eingenommen werden sollte. Der Vitamin-D-Bedarf liegt zwischen 800 und 2000 Internationale Einheiten (IE)“, meint Muckenheim. Was die Kalziumaufnahme betrifft, empfiehlt sie kalziumreiches Mineralwasser: „Für Osteoporose-Kranke ist es das beste Mineralwasser. Ich trinke es ebenfalls und es schmeckt gut!“ Auch Brokkoli ist sehr kalziumreich sowie natürlich auch Milchprodukte. Der Tagesbedarf für Kalzium sollte zwischen 1000 und 1500 mg liegen. „Zudem dazu gerne Gemüse aller Art und Kartoffeln essen, allerdings weniger Fleisch“, ergänzt Muckenheim.

Früher waren eine gebückte Haltung oder ein „Buckel“ im oberen Wirbelsäulenbereich sichtbare Zeichen einer Osteoporose-Erkrankung. „Heute haben wir hingegen die Möglichkeit bei einem beginnenden Krankheitsbild direkt etwas zu unternehmen. Auch wenn die DXA-Messung kostenpflichtig ist, kann ich nur raten bei einem begründeten Verdacht diese vornehmen zu lassen“, meint sie. Medikamente, wie Bisphosphonate und Raloxifen hemmen ebenfalls den Abbau der Knochendichte. Bei einer möglichen Magenunverträglichkeit können die Medikamente Parathormon und Denosumab auch hilfreich sein.

In der Bonner Selbsthilfegruppe wird zudem unterstützend ein umfangreiches Programm angeboten. In Begleitung von ausgebildeten Therapeuten für Osteoporose können Erkrankte fünfmal in der Woche an Wassergymnastik oder Gymnastik teilnehmen, Gesprächskreise und gemeinsame Aktivitäten runden das Angebot ab.

Ursula Muckenheim appelliert: „Wir sind eine schöne Gemeinschaft. Wichtig ist aber, dass man die Krankheit annimmt und gegensteuert. Ich setze mich nicht nur hin und habe was, ich unternehme etwas dagegen. Indem ich mich bewege, die Ernährung umstelle und Sport treibe. Bitte nicht aufgeben!“ pap

Selbsthilfegruppe

Osteoporose Bonn

Leiterin Ursula Muckenheim

Küpperweg 32

53913 Swisttal-Miehl

Telefon: 02226 905803

E-Mail: umuck@gmx.de

www.osteoporose-bonn.de