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Sonderausschüttungen: So unterstützt das Weihnachtslicht Senioren während der Corona-Krise

Sonderausschüttungen : So unterstützt das Weihnachtslicht Senioren während der Corona-Krise

Das GA-Weihnachtslicht unterstützt in der Corona-Krise bedürftige Senioren mit Sonderausschüttungen an Tafeln, Caritas und VFG.

Die Corona-Krise lähmt seit Wochen das öffentliche Leben. Schulen und Kitas sind geschlossen, die Arbeit wird vom Homeoffice aus erledigt, soziale Kontakte liegen komplett auf Eis. Selbst in einer durchaus reichen Stadt wie Bonn gibt es jedoch Menschen, die von den momentanen Auswirkungen weitaus mehr betroffen sind als andere. Nämlich diejenigen, die bereits vor der Pandemie ein Leben am Rande des Existenzminimums lebten, und kein Geld haben, um ein halbwegs sorgenfreies Leben zu führen.

Unter ihnen sind viele Senioren, die nach einem arbeitsreichen Leben jeden Cent zweimal umdrehen müssen, weil die Rente schon in „normalen“ Zeiten nicht reicht. Viele sind auf Lebensmittelausgaben der Tafeln angewiesen. Kommen dann noch unvorhergesehene Ausgaben für Heizkosten, Medikamente oder eine neue Brille hinzu, wissen sie oft nicht, wie sie diese zusätzlichen finanziellen Belastungen stemmen sollen.

Genau um diese Mitbürger kümmert sich das Weihnachtslicht des General-Anzeigers seit 1952. Allein in der Kampagne 2019/2020 kamen durch Spenden, Benefizveranstaltungen oder Sammelaktionen mehr als 1,4 Millionen Euro zusammen, um bedürftige Senioren in Bonn und der Region zu unterstützen. Normalerweise erhalten sie zu Weihnachten vom GA-Hilfswerk eine „Finanzspritze“, um wenigstens für ein paar Monate wieder über die Runden zu kommen. Aufgrund der aktuellen Situation hat sich der Verein nun entschlossen, eine Sonderaktion zu starten - die zweite in der Vereinsgeschichte nach der zusätzlichen Ausschüttung anlässlich des Jahrhunderthochwassers von 1993. „Alle Mitglieder waren sich sofort einig, dass wir in dieser extremen Situation denjenigen helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, sagt Bernd Leyendecker, Vorsitzender des Vereins Weihnachtslicht.

Wer auf die Lebensmittel der Tafeln angewiesen ist, ist von der Schließung der Ausgabestellen besonders hart betroffen. In Bonn bekommen Kunden ab 65 Jahren vom GA-Weihnachtslicht nun wöchentlich einen Einkaufsgutschein, um ihren Bedarf mit Lebensmitteln decken zu können. „Das entspricht etwa dem Warenwert, den wir sonst pro Haushalt ausgeben“, sagt Beatrix Görtner aus dem Vorstand der Bonner Tafel. Die Kosten dafür trägt das Weihnachtslicht. Kontaktlos werden diese Gutscheine direkt an die Bedürftigen verteilt. „Über die Sonderaktion des Weihnachtslichts haben wir uns sehr gefreut. Dadurch wird die Not vieler Menschen gelindert“, fügt Görtner hinzu. Und durch die Ausgabe der Einkaufscoupons könnten sich die Senioren genau das im Geschäft aussuchen, worauf sie gerade Appetit haben.

Auch die Tafel Rheinbach-Meckenheim wird durch den GA mit entsprechenden Gutscheinen unterstützt. „Was wir haben, verteilen wir unter den Bedürftigen“, sagt Uwe Petersen, Vorsitzender der Tafel. Allerdings ist das Angebot längst nicht so umfangreich wie in normalen Zeiten. „Was wir nicht haben, dass können sich unsere Kunden mit den Gutscheinen des Weihnachtslichts nun selbst kaufen. Das ist für viele ein Stück Lebensqualität“, ergänzt er.

Eine finanzielle Zugabe gibt es zudem für Bedürftige im Bereich der Gemeinde Wachtberg, die vom „Zugabe“-Team der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien betreut werden. Denn auch diese Arbeit unterstützt das Weihnachtslicht durch die Ausgabe von Einkaufsgutscheinen. „Darüber sind wir sehr glücklich“, erklärt Andrea Neu vom „Zugabe“-Team.

Besonders hart trifft die aktuelle Krise jedoch diejenigen Mitmenschen, die noch nicht einmal ein Dach über dem Kopf haben. Daher bekommt der Verein für Gefährdetenhilfe (VFG) diesmal eine besonders hohe Weihnachtslicht-Spende für seine Arbeit. „Geld, was dringend benötigt wird“, erklärt Susanne Fredebeul vom VFG.

Damit will der Verein seinen Klienten in den kommenden Monaten täglich ein kostenloses Mittagessen anbieten. Mehr als 100 Mahlzeiten werden dafür in der Küche der Unterkunft an der Quantiusstraße täglich gekocht. Bisher gab es dafür Spenden der Tafel, doch seit der Schließung kommen von dort nur noch selten Lieferungen. Mittlerweile gibt es einige private Initiativen, die versuchen, die Versorgungsengpässe auszugleichen (der GA berichtete). Dennoch: „Es fehlt immer irgendetwas. Und das können wir jetzt durch die großzügige Spende des Weihnachtslichts dazukaufen.“ Zudem würden nicht nur im Winter Schlafsäcke dringend benötigt. „Das ist das ganze Jahr über ein Thema bei uns. Mit dem Geld werden wir unseren Bestand an Schlafsäcken aufstocken“, so die Sozialarbeiterin.

Ein Problem, das auch die Bonner Caritas aktuell beobachtet. Direktor Jean-Pierre Schneider: „Insbesondere obdachlose Menschen, die nicht den Schutz eines eigenes Zuhauses haben, sind von der Corona-Krise besonders betroffen. Sie benötigen jetzt nahrhaftes Essen, schützende Kleidung, Schlafsäcke, Vitamine, Hygieneartikel und vieles mehr, was ihre Widerstandskraft stärkt. Unsere Wohnungslosenhilfe ist jetzt nicht nur mit dem Angebot des Mittagstisches besonders im Einsatz, sondern sie begleitet, betreut und versorgt die Menschen intensiv. Auch benachteiligte Familien, denen die Einnahmen aus Mini-Jobs wegfallen, oder geflüchtete Menschen, die jetzt ihren Job verloren haben, oder psychisch kranke Menschen, deren Integrationsmaßnahmen gestoppt wurden, brauchen schnelle Unterstützung. Es gibt in diesen Zeiten viele verschiedene Notlagen, weil manche Hilfen wegbrechen.“ Auch die Caritas erhielt deshalb für ihre Arbeit eine Spende des GA-Weihnachtslichts.