1. Fluthilfe

Fluthilfe Weihnachtslicht: 6,2 Millionen für die Flutopfer

Fluthilfe Weihnachtslicht : 6,2 Millionen für die Flutopfer

Mit einem überwältigenden Ergebnis endet heute die Hochwasseraktion des GA-Weihnachtslicht. Dennoch können Sie weiterhin helfen

Liebe Leserinnen und Leser,

wir alle vom ehrenamtlichen Team der Aktion Weihnachtslicht sind überwältigt ob Ihrer überaus großen Hilfsbereitschaft. Bisher spendeten Sie für die Sonderaktion „Hochwasserhilfe“ des GA-Weihnachtslichts 6.174.287,51 Euro. Niemand von uns hätte im Juli mit dieser überwältigenden Unterstützung gerechnet. Denn zusätzlich zu unserer traditionellen jährlichen Aktion (die Kampagne 2020/2021 endete im vergangenen Februar) initiierten wir innerhalb von zwölf Monaten gleich zwei Sonderaktionen. Ursache waren jeweils Ereignisse, mit deren Folgen wir vermutlich noch lange, sehr lange zu kämpfen haben: Die weltweite Corona-Pandemie und die lokale Hochwasser-Katastrophe an der Ahr und in der Voreifel. In den beiden so unterschiedlichen Notlagen hat sich eindrucksvoll bewahrheitet, wie es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angesichts der verheerenden Schäden im Ahrtal und der raschen Hilfe gerade auch durch die unzähligen freiwilligen Helfer formuliert hatte: „In der Stunde der Not sind wir ein starkes, solidarisches Land; wir stehen zusammen.“

Und wie wir zusammenstehen – gerade auch wir Frauen und Männer hier in unserer Region. Corona! Wer hätte denn vor fast zwei Jahren gedacht, dass ein bis dahin kaum bekanntes Virus unser Leben dramatisch verändern und Einschränkungen von uns verlangen würde, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Diese dramatische Zäsur hat vor allem jene Mitbürgerinnen und Mitbürger hart getroffen, die allzu oft im toten Winkel unserer Gesellschaft verschwinden. Und Sie waren es, liebe GA-Leserinnen und Leser, die nicht lange fackelten und viel Geld aufs Konto der „Weihnachtslicht-Sonderaktion Corona“ eingezahlt haben: am Schluss waren es eindrucksvolle 284.559,56 Euro! Mit diesem Geld konnten wir zahlreichen Bedürftigen nachhaltig helfen, vor allem auch Obdachlosen sowie Menschen, die angesichts der damals geschlossenen Einrichtungen wie den Tafeln kaum mehr ein noch aus wussten. Hier strahlte es wieder - das Licht der tatkräftigen Solidarität.

Und es strahlt weiter - heller denn je. Denn wer konnte erahnen, welches Leid, welche Not die Flutwelle mit sich bringen würde, die in der Nacht auf den 15. Juli dieses Jahres über das Ahrtal und die zahlreichen Gemeinden in der Voreifel hereinbrach! „Furchtbar sieht das hier aus - schlimmer als nach dem Krieg“, war von älteren Menschen in jenen Regionen zu hören. 183 Menschen kamen in den Fluten ums Leben, zahlreiche wurden verletzt. Die Infrastruktur ist völlig zerstört: Keine Wasser- und Stromversorgung, kein Dach über dem Kopf, keine Heizung, kein Telefon: nichts! „Ihr Schicksal zerreißt unser Herz“: Zutreffender als der Bundespräsident bei seinem Besuch an der Ahr kann man es nicht sagen. Und „Hilfe wird noch lange Zeit notwendig sein“, fügte das Staatsoberhaupt hinzu.

Erste Soforthilfe kam erneut von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Noch im Juli startete das Hilfswerk des General-Anzeigers die Sonderaktion „Hochwasser“, die alles übertraf, was wir gehofft hatten: Bereits nach knapp zwei Wochen war eine Million Euro auf unser Konto überwiesen worden. Am 11. September, also vor drei Wochen, konnten Sie im GA lesen: „Die Sechs-Millionen-Marke ist geknackt.“ Dieses Ergebnis macht die Mitglieder unseres Vereins demütig und dankbar zugleich.

Oftmals heißt es, unsere Gesellschaft sei egoistischer, ja empathielos geworden. Dass dem nicht so ist, das haben unsere Leserinnen und Leser eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wie drückte es noch Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in Bad Münstereifel aus: „Das Einzige, was jetzt tröstet, ist die Solidarität der Menschen.“ Wie wahr! Solidarität ist der Kit, der unsere Gesellschaft zusammenhält.

Hier unsere vorläufige Bilanz: 19.970 Einzelspenden haben wir bisher registriert - von fünf Euro, dem Monats-Taschengeld einer Neunjährigen, bis zu beeindruckenden 250.000 Euro der Sparkasse KölnBonn. Allen gilt ein herzliches „Vergelt´s Gott“.

Das Weihnachtslicht-Team versichert Ihnen, das jeder gespendete Cent bei den von der Kata­strophe Betroffenen ankommt. Und nur dort, bei jeder Einzelnen und jedem Einzelnen. In zahlreichen Briefen und Mails von Bewohnern an Ahr und Swist kommt der Dank für die Zuwendung seitens unseres Vereins - letztlich also für Ihre Spende - zum Ausdruck.

Mit dem heutigen Tag beenden wir unsere Sonderaktion. Indes: Jede zweckgebundene Spende, die über den heutigen Tag hinaus bei uns eingeht, kommt selbstverständlich ebenfalls den Hochwasser-Opfern zugute. Und auf Wunsch veröffentlichen wir Ihren Namen und Ihre Spende auf einer unserer nächsten Sonderseiten.

Wir werden oft gefragt, wie wir unsere Aktionen stemmen. Die Antwort ist recht einfach: Unser Team ist fasziniert von der Aufgabe, mit dazu beitragen zu können, jene Mitmenschen zu unterstützen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen - oder aber jenen, denen wie jetzt an der Ahr das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht. Dass unser Engagement ehrenamtlich ist, versteht sich von selbst. Und - wie immer bei der Aktion Weihnachtslicht: Sämtliche anfallenden Kosten, zum Beispiel bei der Buchhaltung, übernimmt der Verlag.

Im Namen unseres gemeinnützigen Vereins danke ich Ihnen nochmals ganz herzlich für Ihre überaus große Spendenbereitschaft. Zugleich weise ich schon jetzt darauf hin, dass am 6. November die Kampagne 2021/2022 beginnt. Es wird eine Jubiläums-Aktion: Wir treten ein ins 70. Jahr unseres Bestehens. Und nach wie vor gilt unser Leitwort, das am Gründungstag unseres Vereins, am 15. November 1952, im GA publiziert wurde: „Es gibt keine größere Freude als die, die anderen gespendet wird.“ Dieses Wort ist aktueller denn je.

Bleiben Sie uns gewogen,

Bernd Leyendecker

Vorsitzender
des Vereins Weihnachtslicht

(ga)