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Bonn: Grenzwetterlage bringt Schneeregen und eiskalte Luft

Wetterphänomen in Deutschland : Wie wirkt sich die Grenzwetterlage auf Bonn aus?

Für das Wochenende ist in Deutschland eine seltene Grenzwetterlage mit starken Temperaturunterschieden angekündigt. Der Bonner Meteorologe Karsten Brandt erklärt, was das für Bonn und die Region bedeutet - und warnt davor, die Lage zu dramatisieren.

Eine besonders seltene Grenzwetterlage hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für das Wochenende in Deutschland angekündigt. Dabei soll mit extremen Temperaturunterschieden zu rechnen sein, etwa Biergartenwetter an den Alpen, Schneeverwehungen und eisiger Frost im Norden. Was heißt das für Bonn und die Region?

Wie der Bonner Meteorologe Karsten Brandt am Freitagmorgen im GA-Gespräch erklärt, handele es sich um eine „spektakuläre Wetterlage“. So messe er in Bonn aktuell 8 Grad, in Hannover hingegen nur 2 Grad. "Wir haben es mit einer sehr seltenen Situation zu tun“, so Brandt. Dass Wetterexperten gar Vergleiche zum Extrem-Wetter von 1978/79 ziehen würden, sei zutreffend. „Orkanböen, extreme Kälte und Schneeverwehungen können auftreten, aber es ist nicht so dramatisch, wie viele denken“, sagt der Meteorologe. Mit viel Schnee rechne er im Rheinland nicht: „Am Sonntagmorgen bleiben die Temperaturen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis im milden Bereich, ähnlich wie in den vergangenen Tagen. Es ist möglich, dass es etwas mehr regnet.“ Er prognostiziert einen „ganz normalen Februartag“ mit höchstens leichtem Schneeregen.

Brandt legt für Montag verschiedene Szenarien dar. So könne es Frost mit Glätte und Eis bei minus drei Grad geben. Oder aber die Temperaturen bleiben ganz knapp im Plusbereich. „Der Stand kann sich stündlich ändern“, betont er. „Für viele wird es ein Schock sein, wenn es im Vergleich zu den jetzigen milden Temperaturen zum Wochenstart plötzlich Minusgrade gibt.“

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) macht ebenfalls auf die Wetterlage aufmerksam. So bestehe in Südwestfalen, im Ruhrgebiet und im Rheinland die Gefahr von Glatteis. Dort könne Schneefall in gefrierenden Regen übergehen. Bis zum Sonntagabend müsse verbreitet mit Glatteis auf Straßen und Wegen gerechnet werden. In anderen Teilen NRWs kann es ungemütlicher werden. In den nördlichen Landesteilen droht am Wochenende ein Unwetter mit starkem Schneefall, teilt der DWD am Freitag mit. Die Wetterexperten rechnen von Samstagabend bis Sonntagabend mit langanhaltenden und kräftigen Schneefällen. Welche Regionen genau von Schnee und Glatteis betroffen sein werden, sei noch unsicher.

Seltenes Wetterphänomen

Das Phänomen der Grenzwetterlage trete in Mitteleuropa sehr selten auf, doch in Nordamerika gebe es derartige Wetterlagen häufig, „manchmal mehrfach im Jahr“, sagt Brandt. Europa habe den Vorteil, unter anderem vom Mittelmeer und dem Atlantischen Ozean umgeben zu sein. Dieser Umstand mildere das Wasser stark ab. „Deswegen kommt eine solche Wetterlage hierzulande nur alle zehn bis 20 Jahre vor“, erklärt der Meteorologe.

Gut kann er sich an die Situation 1978/79 im Rheinland erinnern. Es habe einen starken Kaltlufteinbruch und eine dicke Schneedecke gegeben. „Ich war noch ein Kind, aber das Ereignis war so prägend, dass es mitunter mein Interesse für die Meteorologie geweckt hat.“ Deutlich stärker sei die Wetterlage damals gewesen, mit der jetzigen Lage nicht zu vergleichen. Zudem warnt Brandt davor, die Lage zu dramatisieren: „Es fällt immer negativ auf uns Meteorologen zurück, wenn am Ende gar nichts war.“