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Regenwahrscheinlichkeit: So wird die Niederschlagswahrscheinlichkeit berechnet

Wert oft missverstanden : So wird die Regenwahrscheinlichkeit berechnet

Im Alltag greifen viele Menschen mittlerweile auf Wetter-Apps zurück und orientieren sich an den Vorhersagen, wie etwa der Regenwahrscheinlichkeit. Doch was bedeutet dieser Wert eigentlich genau und wie wird er berechnet?

Viele Wetterdienste veröffentlichen auf ihren Webseiten und in ihren Vorhersagen eine Regen- bzw. Niederschlagswahrscheinlichkeit. Die nützliche Angabe wird jedoch immer wieder falsch verstanden. So gehen einer Umfrage des Max-Planck-Instituts zufolge viele Menschen fälschlicherweise davon aus, dass eine Regenwahrscheinlichkeit von 30 Prozent bedeute, dass es in 30 Prozent des Gebiets oder während 30 Prozent des Tages regnen wird. Nur etwa jeder fünfte Befragte wusste, wie er den Wahrscheinlichkeitswert zu deuten hat. Der GA erklärt, was es mit den Werten auf sich hat und wie sie sich errechnen.

So wird eine Regenwahrscheinlichkeit berechnet

Um die Wahrscheinlichkeitswerte von Niederschlägen zu berechnen, greifen Wetterexperten auf Datenmengen ähnlicher Wetterlagen in der Vergangenheit zu. Betrachtet werden hierbei unter anderem Faktoren wie Region, Tageszeit, die Wetterlage der vorherigen Tage, Wind, die Niederschlagsmenge oder der Temperaturverlauf. So ist beispielsweise über Gewitter bekannt, „dass diese am häufigsten in den Nachmittags- und Abendstunden auftreten“, erklärt ein Meteorologe von WetterOnline gegenüber dem GA. Dieses Wissen fließe in die entsprechenden Berechnungen ein. Auf diese Weise lassen sich bei Wetterlagen mit Unwettergefahr klassische Tagesverläufe berechnen, die Aufschluss über die Niederschlagswahrscheinlichkeit geben, so der Wetter-Experte.

Worüber informiert nun die Regenwahrscheinlichkeit?

Eine Niederschlags- oder Regenwahrscheinlichkeit von 80 Prozent bedeutet entsprechend der Berechnung, dass es in der betreffenden Region in der Vergangenheit bei gleicher Wetterlage in 8 von 10 Fällen Niederschläge gegeben hat. Auf Basis dieser Hochrechnung wird angenommen, dass es auch am prognostizierten Tag mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent Niederschläge geben kann, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Über Menge und Art des Niederschlags gibt der Wert zunächst keine Auskunft. Ob es sich also um Starkregen, leichten Nieselregen, Hagel, Graupel oder gar Schnee handelt, ist zunächst nicht spezifiziert. Oft ergibt sich ein klareres Bild erst, wenn die vorhergesagte Menge des Niederschlages mit angegeben wird, also beispielsweise damit gerechnet wird, dass am morgigen Tag mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent mit einem Niederschlag von etwa 5 Litern pro Quadratkilometer zu rechnen ist, so der DWD. Je konkreter die Prognose jedoch durch diese zusätzlichen Werte benannt wird, desto ungenauer und fehleranfälliger wird sie auch.

(ga)