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Schäden durch Sturmtief Kirsten in NRW - Feuerwehreinsätze in Bonn

Sturm zieht durch NRW : Mehrere Einsätze wegen Sturmtief „Kirsten“ in Bonn

Seit dem Morgen zieht das Sturmtief „Kirsten“ über das Land. Während der Sturm in Teilen von NRW teils größere Schäden anrichtete, blieb es in Bonn bis zum Nachmittag vergleichsweise ruhig. Ein Überblick.

Die Bonner Feuerwehr ist bis zum Nachmittag zu sieben Einsätzen im Zusammenhang mit Sturmtief „Kirsten“ ausgerückt. Das teilte die Leitstelle auf GA-Anfrage mit. „Unspektakulär“ nannte ein Sprecher die Lage. Große Schäden habe es nicht gegeben, verletzt wurde ebenfalls niemand. Grund für die Einsätze waren umgestürzte Bäume und größere Äste sowie lose Dachziegel.

Zeitweise war auch der Bonner Talweg sowie die Poppelsdorfer Allee in Richtung des Hauptbahnhofs gesperrt. An einem Haus an der dortigen Kreuzung drohten Ziegel auf die Straße zu stürzen. Die Feuerwehr wurde gegen 11.15 Uhr alarmiert und sicherte die Ziegel. Polizei und Ordnungsamt sperrten die Stelle ab. Gegen 12.30 Uhr war der Bereich wieder für den Verkehr freigegeben.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Morgen auf Sturmböen in NRW hingewiesen. Die Winde könnten mit bis zu 100 Stundenkilometern über das Land fegen. Seit 8 Uhr liegt eine Unwetterwarnung für Bonn und die Region vor: Bis in die späten Abendstunden kann es bei Höchstwerten von 23 Grad und einem bewölkten Himmel zu starken Windböen von bis zu 80 Stundenkilometer kommen. Im Laufe des Abends soll der Sturm deutlich abflauen, für Donnerstag erwarteten die Meteorologen nur noch schwachen Wind.

Teils größere Sturmschäden in NRW

In Teilen von NRW hat das Sturmtief hingegen größere Schäden angerichtet. Vielerorts meldeten die Feuerwehren Einsätze wegen umgestürzter Bäume. Mehrere Menschen erlitten leichte Verletzungen durch herabfallende Äste. Im Bahnverkehr sorgten entwurzelte Bäume zeitweilig für Streckensperrungen. Die Autobahn 44 wurde wegen des Sturms für mehrere Stunden gesperrt.

In Hünxe im Kreis Wesel wurde eine Autofahrerin leicht verletzt, als ihr ein Baum auf die Motorhaube fiel. Ein 14-jähriges Mädchen wurde in Paderborn laut Polizei von einem Ast getroffen und kam vorsorglich in ein Krankenhaus. Auch in Kleve traf ein Ast einen Motorradfahrer.

Die Deutsche Bahn ließ bei Dortmund-Aplerbeck einen Regionalexpress evakuieren, weil der Zug wegen eines auf dem Gleis liegenden Baumes nicht weiterfahren konnte. Die rund 100 Reisenden hätten mit einem Ersatzzug von einem Nebengleis aus weiterfahren können, wie ein Bahn-Sprecher sagte.

Auch auf anderen Bahnstrecken landesweit gab es Sperrungen, zum Beispiel bei Köln, Ennepetal, Schwerte und Aachen. Bahnreisende mussten Umleitungen und Verspätungen in Kauf nehmen, betroffen gewesen sei vor allem der Nahverkehr, sagte der Sprecher. „Die meisten Störungen konnten schnell beseitigt werden, weil wir vorbereitet waren.“ Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor starken Sturmböen gewarnt.

Auf der Autobahn 44 in Höhe Holz kam es am Morgen zu Sichtbeeinträchtigungen durch aufgewirbelten Staub, wie die Düsseldorfer Polizei mitteilte. Zudem war durch den Sturm ein Lastwagen auf der Autobahn umgekippt. Auch nach den Räumungsarbeiten blieb die A44 wegen des böigen Windes aus Sicherheitsgründen noch mehrere Stunden gesperrt.

In Neuss führte eine abgerissene Starkstrom-Freileitung nach Angaben der Feuerwehr zu einem Dachstuhlbrand. In Kleve flog ein Trampolin durch die Gegend und beschädigte ein geparktes Auto. In Grevenbroich musste die Feuerwehr lose Teile einer Photovoltaikanlage entfernen. Im Kreis Paderborn wehte der Sturm mehrere Wahlplakate auf die Straße. „Der Staatsschutz wird in diesem Fall aber von weiteren Ermittlungen gegen Sturmtief Kirsten absehen“, teilte die Kreispolizei Paderborn augenzwinkernd mit.

Wegen der erhöhten Gefahr, dass Bäume umstürzen könnten, blieb der Zoo in Wuppertal am Mittwoch geschlossen. Auch einige Wildparks - etwa in Köln und Düsseldorf - blieben aus Sicherheitsgründen zu. Da die Bäume zurzeit noch viel Laub tragen, böten sie dem Wind eine besonders große Angriffsfläche, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

(dpa/ga)