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Weiße Weihnachten 2020 in Bonn: Gibt es Schnee an den Feiertagen?

Wettervorhersage für die Feiertage : So stehen die Chancen auf weiße Weihnachten in Bonn

Genau zehn Jahre ist es her, dass Bonn zuletzt weiße Weihnachten erleben durfte: Im Dezember 2010 lagen die Bundesstadt und ihre Umgebung unter einer dicken Schneedecke. Statistisch gesehen soll es alle zehn Jahre eine weiße Weihnacht geben. Ist es also im Jahr 2020 wieder soweit?

Der Dezember des Jahres 2010 war in Bonn und der Region der kälteste seit 70 Jahren. Meteorologe Karsten Brandt vom Bonner Wetterdienst donnerwetter.de kann sich gut erinnern: „Damals gab es selbst in der Innenstadt eine herrliche Schneedecke.“ Am 22. Dezember versank Bonn geradezu im Schnee: 22,4 Liter pro Quadratmeter fielen vom Himmel und sorgten für eine weiße Weihnacht - ein Ereignis, das laut Brandt im Rheinland „sehr sehr selten“ eintritt.

Den Dezember 2010 rückblickend als „Winterwonderland“ zu verklären, wäre allerdings vermessen: Die Sonne ließ sich selten blicken in Bonn und der Region, durch die vereisten Straßen kam es zu überdurchschnittlich vielen Unfällen, und die Ambulanzen mussten doppelt so viele Knochenbrüche behandeln wie an normalen Tagen. Die Müllabfuhr konnte zeitweise die völlig zugeschneiten Straßen nicht mehr befahren, und die Stadt Bonn gab allein im zweiten Halbjahr 2010 fast 100.000 Euro für Streusalz aus. Durchschnittlich betrug die Temperatur minus 0,9 Grad Celsius, am ersten Weihnachtstag war es minus 8,4 Grad kalt in Bonn.

Und 2020? Schnee gab es in diesem Jahr in Bonn erst ein einziges Mal: am 28. Februar. „Und da auch nur auf den Höhen der Stadt, auf der Nieder- und Mittelterrasse lag gar nichts“, so Karsten Brandt. Der diesjährige Herbst war in Bonn und der Region ungewöhnlich warm, trocken und sonnig. Der Dezember hingegen zeigte sich bisher durchaus auch von seiner frostigen Seite. Laut Deutschem Wetterdienst gibt es etwa alle zehn Jahre weiße Weihnachten. Wie stehen also die Chancen auf Schnee an den Feiertagen 2020 in Bonn und der Region?

Meteorologe Björn Goldhausen von wetteronline.de in Bonn stellt klar: „Darüber lässt sich 14 Tage vor Heiligabend noch keine belastbare Aussage machen, da müssen wir noch ein paar Tage warten.“ Die ersten vagen Trends zeigten jedoch in „eine eher untypische Richtung“, so Goldhausen. „Von einem typischen Weihnachtstauwetter, das mit bis zu 70 Prozent Eintreffwahrscheinlichkeit oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt, ist nicht viel zu sehen", sagt Björn Goldhausen. Was heißt das mit Blick auf die Feiertage? Der Wetterexperte erwartet nach dem anstehenden dritten Adventswochenende einen deutlichen Anstieg der Temperaturen, der jedoch nicht von langer Dauer sein könnte. „Nach derzeitigem Stand deutet vieles darauf hin, dass ein immer kräftiger werdendes Hoch über Russland die Tiefs in der Vorweihnachtswoche wieder abprallen lässt". Die Folgen könnten vielfältig sein: Von eiskalt bis lauwarm sei alles drin, so Goldhausen.

Auch Karsten Brandt sieht für Bonn und die Region anhand der aktuellen Wettermodelle kletternde Temperaturen in den kommenden Tagen: „Schon am Sonntag liegen wir bei rund 8 Grad, in der Folgewoche dann bei 10 bis 13 Grad.“ Und Heiligabend? Brandt hat eine ernüchternde Prognose: „8 Grad, Regen.“ Die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten liege laut aktueller Berechnungen bei „unter 5 Prozent“. Auch das ab 2021 in Bonn beheimatete Europäische Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) sieht kaum Chancen auf Schnee an den Feiertagen.

Wetterexperte Björn Goldhausen will die weiße Weihnacht jedoch noch nicht ganz abschreiben: „Unmöglich ist es nicht. In diesem Jahr ist ja eh alles anders - und vielleicht beschert uns das Wetter ja noch einen versöhnlichen Abschluss mit 2020.“