Wetter in Bonn und Umgebung Was der angekündigte Dauerregen für die Region bedeutet

Bonn/Region · Seit Dienstagabend gilt in Bonn und der Region eine Warnung vor Dauerregen. Drohen vollgelaufene Keller und Überschwemmungen? Meteorologe Karsten Brandt schätzt die Lage ein - auch mit Blick auf die Trockenheit der Böden.

In Bonn und der Region kann es ab Dienstag viel Regen geben. (Symbolfoto)

In Bonn und der Region kann es ab Dienstag viel Regen geben. (Symbolfoto)

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Es wird ungemütlich in Bonn und der Region: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für den Zeitraum von Dienstagabend bis Mittwochabend vor Dauerregen der Stufe zwei von vier, örtlich können innerhalb von 24 Stunden bis zu 40 Liter pro Quadratmeter herunterkommen. Drohen bei der Wetterlage über die Ufer tretende Flüsse, mit Wasser vollgelaufene Keller und unter Wasser stehende Straßen? Der Bonner Meteorologe Karsten Brandt gibt im GA-Gespräch leichte Entwarnung.

Angekündigter Dauerregen: Hochwasser „sehr unwahrscheinlich“

Bei den angekündigten Regenschauern bis Mittwochabend handele sich um „keine dramatische Wetterlage, es gebe „keine große Unwettergefahr“, sagt der Experte, ergänzt jedoch: „Was passieren kann, ist, dass lokal eine Unterführung unter Wasser steht oder dass Wasser in Keller läuft.“ Dies passiere aber nur vereinzelt und nicht flächendeckend, sagt er. Vorsicht sei dennoch geboten: Autofahrer sollten sich an einigen Stellen auf Aquaplaning einstellen. Zudem könne es auf Rad- und Fußwegen aufgrund des nassen Laubs glatt werden.

Und wie sieht es an den Flüssen aus? Karsten Brandt hält ein nennenswertes Hochwasser für „sehr, sehr unwahrscheinlich“. Als nennenswertes Hochwasser bezeichnet er den Zustand, wenn Wasser über die Ufer tritt. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies an Flüssen wie der Ahr, der Sieg oder auch der Agger in den nächsten Tagen passiere, liege seiner Einschätzung nach bei unter zehn Prozent. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es jedoch nicht. Es könne zudem sein, dass kleine Bäche zeitweise deutlich mehr Wasser führen. Der Meteorologe stellt jedoch klar: „Es ist keine vergleichbare Situation mit vergangenem Jahr.“

Hilft der Regen gegen die Trockenheit im Boden?

Mindestens einen positiven Aspekt haben die angekündigten Schauer, meint Brandt: “Der trockene Boden freut sich über den Regen.“ Auch einzelne Schauer in den vergangenen Tagen haben bislang kaum etwas an der Trockenheit im Boden geändert. Laut Dürremonitor vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung herrscht in NRW weiterhin nahezu flächendeckend eine extreme oder gar außergewöhnliche Dürre und damit die höchste der fünf Stufen.

Zumindest für den Oberboden bis zu einer Tiefe von 25 Zentimetern ist Besserung in Sicht. “Wenn die Schauer über die 24 Stunden verteilt runterkommen, ist das ein Geschenk für den Boden“, sagt Brandt. Der Boden kann nur eine begrenzte Menge Wasser pro Stunde aufnehmen. Wenn es daher zu stark regnet, sickert das Wasser nicht in den Boden, sondern fließt ab. Der Wetterexperte legt sich jedoch fest: „Die Trockenheit ist ab Mittwoch für die oberste Schicht beendet.“

Eine Verbesserung sieht auch der DWD: Die Waldbrandgefahr, die in Teilen Südwestfalens derzeit noch bei Stufe zwei von fünf liegt, sinkt den Angaben zufolge ab Mittwoch auf die niedrigste Stufe. Auswirkungen auf tiefere Schichten im Boden wird der angekündigte Regen jedoch nicht haben, sagt Brandt. Die tieferen Schichten leiden weiterhin unter der Trockenheit. Für eine Veränderung müsste es den gesamten Winter regnen. „Da fehlen bis zu 300 Liter pro Quadratmeter“, erklärt der Meteorologe.

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