Berufsportrait : Nichts für Frostbeulen

Vom Dachdecker bis zum Straßenbauer: Für Outdoor-Jobs im Handwerk sollte man wetterfest sein

Schlechtes Wetter, Kälte, Regen und dann den ganzen Tag draußen – keine verlockenden Arbeitsbedingungen. Covid-19 und Corona haben die Welt allerdings auch diesbezüglich auf den Kopf gestellt: Draußen statt drinnen ist angesagt, frische Luft statt virengeschwängertem Büro, Risikominimierung landauf landab. Manch einer, der Menschen dieser Berufe bisher ein wenig mitleidig belächelt hat, würde sich das jetzt wünschen, und gerade im Handwerk gibt es viele dieser Freiluft-Berufe. Angefangen beim Dachdecker über Maurer und Stahlbetonbauer bis hin zum Stuckateur oder Straßenbauer halten sich viele unabhängig von der Wetterlage acht Stunden am Tag draußen auf. Auch wer einen Beruf mit grünem Daumen wie Gärtner oder Garten- und Landschaftsbauer ausübt, arbeitet fast ständig in frischer Luft, während viele andere gerade im Winter im Dunkeln zur Arbeit kommen und gehen. Und wer als Gebäudereiniger für die Spiegelung der Wolken an den Bürofenstern bzw. den perfekten Durchblick sorgt, erntet außer Anerkennung vor allem in Corona-Zeiten wahrscheinlich auch ein klein wenig Neid, denn hier oben tendiert das Ansteckungsrisiko wohl gleich null.

Dazu kommt, dass im modernen Handwerk Köpfchen und Fingerspitzengefühl gefragt sind statt bloßer Muskelkraft. Das gilt auch für noch unbekanntere Handwerksberufe wie Fassadenmonteur oder Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker. Letzterer fertigt nicht nur das neue Rolltor für die Garage, Verdunkelungssysteme für Schlafzimmer oder Beschattungen für die Terrasse, sondern verfügt auch über detailliertes Wissen bezüglich eines vollautomatischen Antriebes und digitaler Steuerung, kann Tipps zu Wärmedämmung und Sonnenschutz geben und repariert und hilft bei Kundenwünschen bzw. -problemen. Das Handwerk des Fassadenmonteurs  ist ebenso modern wie innovativ, denn die entstandenen Fassaden prägen das Gesicht einer Stadt. Mit großflächigen Elementen aus Glas, Kunststoff oder Aluminium werden Gebäude verkleidet, was nicht nur schöner aussieht bzw. einen Wind- und Wetterschutz bietet, sondern auch Faktoren wie Blitzschutz, das Anbringen von Werbetafeln, Sonnenkollektoren und Fassadenbegrünung berücksichtigt – Schwindelfreiheit immer vorausgesetzt.

Während es im Sommer leicht fällt, draußen zu arbeiten, ist dies auch im März und April bei Kälte, Regen und Dunkelheit noch schwerer. Hier gilt es, sich selbst ein wenig zu motivieren: Das fängt am Vorabend des Arbeitstages an, denn damit man am nächsten Morgen einige Minuten länger schlafen kann, sollte man schon seine Kleidung bereit legen. Es empfiehlt sich Skiunterwäsche, um auch während eines langen Arbeitstages bei eisigen Temperaturen und trotz anstrengender körperlicher Tätigkeit warm und trocken zu bleiben. Entsprechende Winterarbeitshandschuhe mit Griffnoppen und eine Mütze vervollständigen die Kleidung. Wer sich am Morgen dann noch eine Thermoskanne mit frisch gebrühtem heißem Kaffee oder Tee sowie einige der Lieblingssnacks einpackt, hat schon vieles richtig gemacht. Unterwegs ist dann Zeit, sich über die kleinen Dinge zu freuen: raschelndes Laub unter den Füßen, knirschender Schnee, gedämmtes Licht, wärmende Wintersonne. Sollte das Wetter aber derartig schlecht sein, dass Arbeiten im Freien nicht möglich sind, gibt der Chef eventuell auch die Information, heute gar nicht erst zur Arbeit zu erscheinen oder früher Feierabend zu machen. Das ist die Gelegenheit, seine Akkus wieder aufzuladen und Kraft zu sammeln, etwa indem Hobbys gefrönt wird. Völlig klar und verständlich, dass die Motivation zur Arbeit gerade im trüben Winter auch mal im Keller ist. Helfen kann hier, sich selbst für die Überwindung des inneren Schweinehundes zu belohnen und Pläne für den Feierabend zu schmieden. Man kann sich zum Beispiel mit seinem Lieblingsessen nach einem anstrengenden Arbeitstag belohnen, einen entspannenden Abend im warmen Bad daheim planen oder gemütlich mit Freunden telefonieren. Häufig hilft auch der Austausch mit den Arbeitskollegen, die Wertschätzung durch den Vorgesetzten und ganz einfach die Vorfreude auf den Sommer: Der Frühling steht vor der Tür, das Leben wird wieder leichter und lockerer, die Freunde beneiden einen um den braunen Teint, die sportliche Figur und den Frischluft-Arbeitsplatz.