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New England verliert 33:41: Eagles zum ersten Mal Super-Bowl-Champions

New England verliert 33:41 : Eagles zum ersten Mal Super-Bowl-Champions

Die Philadelphia Eagles haben die New England Patriots nach einem atemberaubenden Super Bowl 41:33 geschlagen. Quarterback Nick Foles ist der wertvollste Spieler der Partie (MVP).

Es war ein sehr bekanntes Bild, das mit Beginn des letzten Viertels im Super Bowl Konturen annahm. Im Finale der US-Football-Liga NFL hatten die Philadelphia Eagles von Beginn an gegen den Titelverteidiger New England Patriots geführt. Aggressiv, ohne Respekt und ohne Nervosität traten die Eagles vor 67.612 Zuschauern – darunter Prominente wie Schauspieler Bradley Cooper, Sängerin Jennifer Lopez, Boxer Floyd Mayweather und Rapper P. Diddy – in Minneapolis auf und führten zur Pause völlig verdient mit 22:12.

Doch nach der Pause, in der US-Sänger Justin Timberlake eine mittelmäßige Halbzeitshow bot (siehe Kasten), schien jenes Motiv Farbe anzunehmen, das viele Football-Fans aus den vergangenen 18 Jahren nur allzu gut kennen. Weil sie es schon unzählige Male gesehen haben. Die Patriots – angeführt von ihrem Superstar-Quarterback Tom Brady – kamen in einem bemerkenswerten Endspiel Touchdown um Touchdown näher heran. Bis das Team aus der Nähe von Boston beim 33:32 erstmals die Führung übernahm. Da waren noch weniger als zehn Minuten zu spielen.

Super Bowl: New England Patriots - Philadelphia Eagles

Dass Philadelphia durch einen Touchdown von Quarterback Nick Foles auf Zach Ertz zweieinhalb Minuten vor dem Spielende mit 38:33 erneut in Führung ging, schien das kurz vor der Vollendung stehende Gemälde nur noch wertvoller werden zu lassen: der 40 Jahre alte Brady, der sein Team mit einem Comeback noch zum Triumph führt. So wie im Halbfinale gegen die Jacksonville Jaguars oder wie im Super Bowl im Vorjahr gegen die Atlanta Falcons, als Brady einen noch nie in der Finalgeschichte da gewesenen 3:28-Rückstand wett machte und New England noch sensationell zum Titel führte.

Halbzeitshow und Werbespots

Doch die Eagles hatten für das einzigartige Offensivspektakel, in dem beide Teams gemeinsam rekordverdächtige 1151 Yards erspielten, ein anderes Bild im Kopf – mit ihnen auf dem Siegerpodest. Und Brandon Graham wusste, wie sich die Vorstellung auch in die Tat umzusetzen ließ. Als er Tom Brady zu fassen bekam und einen Ballverlust provozierte, baute zunächst Kicker Jake Elliott Philadelphias Führung auf 41:33 aus. Und da auch Bradys letzter verzweifelter Versuch scheiterte, mit einem Pass von der Mittellinie doch noch die Wende zu schaffen, waren es tatsächlich die Eagles, die verdient mit der Vince-Lombardi-Trophäe in den Händen posieren durften. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte.

Halbzeitshow beim Super Bowl 2018

„Wir spielen dieses Spiel, seit wir Kinder waren und haben von diesem Moment geträumt“, jubelte Quarterback Nick Foles, nachdem er seinen filmreifen Aufstieg vom Ersatzmann zum Endspiel-König gekrönt hatte. Vor zwei Jahren hatte der 29-Jährige nach einer durchwachsenen Karriere schon daran gedacht, seine Football-Schuhe an den Nagel zu hängen. Als Vertreter für Carson Wentz kam er erst vor der Saison nach Philadelphia, nach einem Kreuzbandriss des Stamm-Quarterbacks rutschte Foles spät in der Saison in die Startformation.

Zu diesem Zeitpunkt hatten viele die Eagles als Kandidat für den Super Bowl abgeschrieben. „Sie dachten nicht, dass Nick es schaffen könnte. Ich habe immer an ihn geglaubt“, sagte Eagles-Cheftrainer Doug Pederson, der seinen sonst so gewieften Gegenüber Bill Belichick im Super Bowl taktisch ganz klar in den Schatten stellte.

Und Foles steigerte sich in den Playoffs bis hin zum Finale, in dem er nicht nur drei Touchdowns warf, sondern nach einem Trickspielzug als erster Quarterback in der Super-Bowl-Geschichte auch einen Ball in der Endzone fing. Und schließlich zurecht zum wertvollsten Spieler (MVP) der Partie gewählt wurde.

„Ich bin einfach dankbar, dass ich weitergemacht habe“, sagte Foles nach dem Spiel. „Diesen Moment mit meiner Tochter, meiner Frau und meiner Familie, meinen Teamkollegen und dieser Stadt zu erleben – wir sind wirklich gesegnet.“ Und dem Team dürfte zumindest ein Foto in der Clubgalerie in Philadelphia, wo es bei den Siegesfeiern der Fans zu schweren Ausschreitungen kam, sicher sein.