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Neue Registrierungsstelle der Bezirksregierung: Flüchtlinge werden zentral erfasst

Neue Registrierungsstelle der Bezirksregierung : Flüchtlinge werden zentral erfasst

Die neue zentrale Registrierungsstelle für Flüchtlinge in Bergheim-Niederaußem hat ihre Arbeit aufgenommen. Die vor einer Woche eröffnete Zeltstadt auf dem Gelände des RWE-Braunkohlekraftwerks Niederaußem ist die dritte ihrer Art im Land und ob ihrer Lage maßgeblich für die Region.

Täglich sollen rund 1000 Menschen registriert und anschließend in einer Landesunterkunft in NRW oder einem anderen Bundesland untergebracht werden, sagte gestern die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken. Nach den atmosphärischen Störungen der vergangenen Wochen in Zusammenhang mit der Erstaufnahme von Flüchtlingen hatte Walsken die sieben Landräte des Regierungsbezirks eingeladen, um ihnen das Provisorium zu zeigen.

Wie die Abflughalle eines Flughafens mutet der Betrieb in den beiden 2500 und 5000 Quadratmeter großen Zelthallen an. Taschen, Koffer, Gepäckwagen und viele Stühle mit Wartenden bestimmen das Bild. Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes in neongelben Westen weisen den Asylsuchenden nach kurzer Wartezeit den Weg zu einem der 37 Bearbeitungsschalter - eine mobile Glasscheibe mit einer Art Durchreiche.

Acht Reisebusse parken auf dem Areal im Schatten des mit 200 Metern zweithöchsten Kühlturms der Welt. Anschließend, so berichtet Walsken, werde sogleich entschieden, wohin im Wortsinne die Reise geht. "Die Menschen sollen schnell wissen, wie, ob und wohin es weitergeht", sagte die 57 Jahre alte Sozialdemokratin. Mit dem neuen Gelände werde die Registrierung deutlich beschleunigt und der Startschuss für das Asylverfahren gegeben. Am Ende der sogenannten Registrierungsstraße wartet wieder der Reisebus.

Landräte kommen an ihre Grenzen

"Bis jetzt ist die Willkommenskultur präsent", meinte Walsken. In ihrer Rede beeilte sie sich, den Landräten ihres Regierungsbezirks, darunter Rhein-Sieg-Kreis-Landrat Sebastian Schuster, ihren Dank auszusprechen. "Ohne ihre Hilfe ginge gar nichts", sagte sie. "Ich weiß: Sie kommen an ihre Grenzen." Kein Wort verlor sie über den offenen Widerstand einiger Landräte nach der jüngsten Aufforderung aus Köln, neue Plätze für die Flüchtlingsaufnahme zu schaffen.

Wie berichtet, wollte Walsken in jeder Kommune jeweils 70 neue Notunterkunftsplätze einrichten lassen. Später hieß es aber aus der Kölner Behörde, es habe sich lediglich um eine Anfrage und nicht um eine Anordnung gehandelt. Walsken dankte nun den Kommunalchefs, dass alleine in den vergangenen vier Monaten Unterbringungsmöglichkeiten für etwa 11 000 Menschen geschaffen worden seien.

"Hemmende Bürokratie" müsse abgebaut werden

Für die Landratsriege brachte Michael Kreuzberg, Landrat des Rhein-Erft-Kreises, den Wunsch zum Ausdruck, dass weiter "hemmende Bürokratie" abgebaut werden müsse. Denn: "Die Kommunen müssen in die Lage versetzt werden, schnell zu handeln", erklärte Kreuzberg. "In diesen Tagen müssen wir alle enger zusammenrücken. Hassparolen haben in unserem Land keinen Platz."

Dass die Unstimmigkeiten der vergangenen Wochen geklärt seien, machte Landrat Schuster im Gespräch mit dem GA deutlich. "Atmosphärisch ist alles in Ordnung", so Schuster.