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Kommentar zu Trumps Besuch in Saudi-Arabien: Schöne Geschäfte in Arabien

Kommentar zu Trumps Besuch in Saudi-Arabien : Schöne Geschäfte in Arabien

Noch vor einem Jahr warf Donald Trump Saudi-Arabien vor, Frauen als Sklaven zu halten, Homosexuelle zu töten und den USA bei der Landesverteidigung auf der Tasche zu liegen. Alles kein Thema mehr.

Am Wochenende ließ sich Amerikas Präsident in Riad mit goldenen Medaillen und orientalischem Prunk hofieren. Im Gegenzug lobte er das religiös-ideologisch in der Steinzeit verharrende Königreich der Sunniten als helles Licht in einer vom Terrorismus verdunkelten Region. Das Sein bestimmt also auch im Ausland Trumps Bewusstsein. Kein Wort mehr gegen die aus Trumps Sicht wesenhafte Gewalttätigkeit des Islam, mit der er im Wahlkampf operierte. Keine Rede mehr davon, dass der Islam Amerika „hasst“.

Der große Unberechenbare der Weltpolitik verzehrte neben seinem geliebten Steak in der Fremde jede Menge Kreide. Ein „wunderschönes“ Waffengeschäft, das Amerika binnen zehn Jahren die atemlos machende Summe von 380 Milliarden Dollar einbringen soll und Israel die Schweißperlen auf die Stirn treibt, sorgt für Bekömmlichkeit. Zum Dessert revanchierte sich der selbst ernannte Anti-Obama mit allerlei Wohlfeilem zum Zustand des Islam an und für sich. Trump sieht die Weltreligion in einem Kampf zwischen „Gut und Böse“. Um das Böse „auszumerzen“, müssten alle zusammenstehen. Aha. Ob sein Aufruf an die versammelten Glaubens- und Machthüter, entschlossener gegen die „barbarischen Kriminellen“ des Islamischen Staats vorzugehen und in den eigenen Reihen die Saat des Terrors einzudämmen, verfangen wird, ist zweifelhaft.