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Notdach sichert Mesenholl-Gebäude: Alte Wäscherei in Bad Honnef verfällt zusehends

Notdach sichert Mesenholl-Gebäude : Alte Wäscherei in Bad Honnef verfällt zusehends

Das Dach der alten Wäscherei Mesenholl wird zurzeit provisorisch abgedeckt. So soll der Bau für den späteren Ausbau gesichert werden, denn das Gebäude verfällt.

Die Bagger haben ganze Arbeit geleistet: Das Dach des Langbaus der Wäscherei Mesenholl ist verschwunden. Allerdings geht es bei den Arbeiten auf dem Gelände am Eingang des Schmelztals keineswegs um Abrissarbeiten oder gar den Beginn von Bauarbeiten, um das Gebäude für Wohnungen herzurichten.

Vielmehr musste das alte, total marode Dach weichen, um das Gebäude von oben abzusichern und vor dem weiteren Verfall zu retten. Das teilte Johannes Brings, stellvertretender Leiter der Einrichtung der Hohenhonnef GmbH, auf GA-Anfrage mit.

Wie berichtet, plant die Hohenhonnef GmbH in Zukunft Wohnnutzung auf der Industriebrache. Die ehemalige Großwäscherei, die zur einstigen Lungenheilanstalt Hohenhonnef gehörte und mit dieser durch eine Lorenbahn im Wald verbunden war, steht bekanntlich seit mehr als drei Jahrzehnten leer.

Verkaufsversuche schlugen fehl

Die Eigentümerin Hohenhonnef GmbH, gemeinnützige Einrichtung der Cornelius-Helferich-Stiftung für Menschen mit Behinderung, betreibt oberhalb ihre zentrale Einrichtung. Nach zahlreichen Fehlversuchen, das Mesenholl-Gelände an einen Investor zu verkaufen und das Areal so einer neuen Nutzung zuzuführen, entschied die GmbH, es nun selbst zu entwickeln.

Die Bauvoranfrage wurde im Frühjahr gestellt, die Abstimmungen mit den Behörden sind „im Kontext mit allen Beteiligten auf einem guten Weg“, so Brings.

Gedacht ist laut Brings an Sanierung und Umbau im Bestand. Das prägende Gebäude mit dem Schornstein, an dem der Zahn der Zeit kräftig genagt hat, soll so weit als möglich erhalten bleiben und in seinem Inneren der neuen Nutzung angepasst werden. Genau das stellte die künftigen Bauherren allerdings vor ein akutes Problem: „Das Dach war vollkommen undicht“, berichtete Brings.

Um den weiteren Verfall zu stoppen, müsse nun ein „Notdach“ aufgebracht werden. „Einen Dachdecker mit ein paar Pfannen aufs Dach zu schicken, das hätte da bei Weitem nicht gereicht.“ Die Konsequenz, die nach entsprechenden Untersuchungen nun in die Tat umgesetzt wird: Die Mauerkrone wird zunächst gesichert, dann eine provisorische Dachkonstruktion aufgebracht, um das Haus wirksam vor weiteren Witterungsschäden zu sichern.

Sogar Disco und Kletterhalle waren im Gespräch

Die Idee, die ehemalige Wäscherei in Eigenregie zu sanieren, reiht sich ein in eine Vielzahl von vergeblichen Verkaufsversuchen und Plänen aus den vergangenen Jahren. Für das rund 4000 Quadratmeter große Areal samt der architektonisch interessanten Immobilie waren unter anderem Wohnungen, eine Diskothek, ein Kunst- und Kulturzentrum sowie sogar eine Kletterhalle angedacht. Auch für die Verwaltung des möglichen Nationalparks, der nach dem Bürgerentscheid 2009 ad acta gelegt wurde, war die Wäscherei Mesenholl schon im Gespräch.

Insgesamt gab es mittlerweile fünf positiv beschiedene Bauvoranfragen; umgesetzt wurde keiner der Pläne. Sie zerschlugen sich nicht zuletzt aufgrund der Lage des Areals. Denn das bröckelnde Gebäude wird von Landschaftsschutzgebiet umschlossen, die Auflagen sind entsprechend.

Außerdem pochte der Landesbetrieb Straßenbau NRW darauf, dass je nach Nutzung – wie eben durch ein Kulturzentrum mit entsprechendem Besucheraufkommen – an der Landesstraße eine Abbiegespur eingerichtet werden müsste.

Noch keine Baugenehmigung

Die Hohenhonnef GmbH plante schließlich selbst. Im Februar sorgte noch das angebliche Vorkommen einer Uhu-Art für Verwirrung. Ein faunistisches Gutachten schloss ein solches Vorkommen, das den Plänen hätte im Weg stehen können, allerdings aus.

Die Bauvoranfrage für die Umbauten der prägenden Immobilie im Bestand wurde im Frühjahr auf den Weg gebracht. Eine Baugenehmigung gebe es noch nicht, so Brings – wohl aber die Genehmigung, unvermeidliche Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.

Für den Fortgang der Planungen ist Brings guter Dinge. Wegen der Vielzahl der beteiligten Behörden, unter anderem durch die Lage des Grundstückes im Außenbereich, benötigten die Abstimmungen ihre Zeit. Brings: „Für 2019 bin ich aber sehr optimistisch.“