Weihnachtswunschbaumaktion Vorweihnachtliche Stimmung im Ratssaal

NIEDERKASSEL · Das standen sie in langen Reihen, fein sortiert und weihnachtlich verpackt im Ratssaal, die Geschenke für die Kinder, die ihre Wünsche an den Weihnachtswunschbaum gehängt hatten.

 Die Geschenke präsentieren (v.l.) Marc Serafin, Karin Haase, Stephan Vehreschild, Mechthild Schlösser-Macke, Wolfgang Buhrandt und Rainer Wasserloos.

Die Geschenke präsentieren (v.l.) Marc Serafin, Karin Haase, Stephan Vehreschild, Mechthild Schlösser-Macke, Wolfgang Buhrandt und Rainer Wasserloos.

Foto: Martina Welt

Gleich 250 Wünsche wurden erfüllt und anschließend über Wochen hinweg von Mitarbeitern und ehemaligen Mitarbeitern der Stadtverwaltung eingepackt.

Im Einpackteam waren Rentnerin Karin Haase, Beigeordnete Mechthild Schlösser-Macke, Praktikantin Victoria Mitzel und Mitarbeiterin Iris Braklow. "Vier Wochen lang waren wir zu zweit oder zu dritt mit Einpacken beschäftigt", resümiert Karin Haase beim gestrigen Pressetermin, bevor die Geschenke an die Kitas und Schulen verteilt wurden. Von dort gehen sie an die jeweiligen Eltern, die die Präsente dann an Heiligabend unter den Weihnachtsbaum legen können. Zum neunten Mal führt die Stadt die Weihnachtswunschbaumaktion durch, bei der die Bürger und Geschäftsleute dafür sorgen, dass auch die Wünsche der Kinder, deren Eltern kein Geld für Geschenke übrig haben, in Erfüllung gehen.

Ungefähr 25 Euro soll das Geschenk kosten. Auf den Geschenkkarten, die im November an dem städtischen Weihnachtsbaum im Rathausfoyer aufgehängt wurden, ist eine Nummer aufgedruckt, die einem Wunsch zugeordnet ist. Nach gut einer Woche waren schon alle Karten verschwunden, so groß war das Engagement der Bürger. Manch einer spendete mangels weiterer Karten einen Geldbetrag, mit dem die Weihnachtstüten mit weiteren kleinen Geschenken aufgestockt wurden.

Renner in diesem Jahr waren neben Playmobil, Barbiepuppen, Blumenbändern und Kleidung auch Kästen für Fingernageldesign, berichtete Karin Haase, die die gesamte Aktion koordinierte. "Wir könnten jetzt auch Spielwarenfachverkäuferin werden", kommentierte sie die diesjährige Aktion, die die Verwaltung bereits an ihre logistischen Grenzen brachte. Hinter der gesamten Aktion verbergen sich auch viele schöne Geschichten. So erinnerte sich Bürgermeister Stephan Vehreschild an einen Senioren, der einen Fußball besorgte, mit diesem nach Hause kam und von seinem Enkel prompt den Kommentar erntete: "Du musst auch eine Luftpumpe dazu schenken, sonst haben die Kinder nicht viel davon", was der Mann sofort getan habe.

Dass manche Kinder nicht nur Kleidung bekommen, dafür sorgten drei Supermärkte mit Süßigkeiten, und der ansässige Kinder- und Freizeitpark, der 250 Eintrittskarten stiftete. Auch die Kreissparkasse, eine Produktionsfirma und ein Bauunternehmer spendeten. Koordiniert wurde die Aktion vom Stadtjugendpfleger Rainer Wasserloos. Er betonte, dass diese Aktion auch den Schenkenden das befriedigende Gefühl gebe, einem Kind aus Niederkassel direkt etwas Gutes zu tun.