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Niedrigster Anstieg bei Todesfällen: Coronakrise: Kleiner Hoffnungsschimmer in Frankreich

Niedrigster Anstieg bei Todesfällen : Coronakrise: Kleiner Hoffnungsschimmer in Frankreich

Nach einer Woche mit sehr vielen Corona-Toten deuten die Zahlen in Frankreich nun auf eine leichte Entspannung hin. Doch Ärzte warnen vor zu großer Euphorie, berichtet unser Frankreich-Korrespondent.

In Frankreich keimt leichte Hoffnung auf eine Entspannung der Krise auf. Am Sonntag wurde der niedrigste Anstieg bei den Corona-Todesfällen seit einer Woche registriert. 357 Krankenhauspatienten starben binnen 24 Stunden an der vom neuartigen Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Am Vortag hatten die Behörden noch 441 Todesfälle gemeldet.

Die Gesamtzahl der Todesfälle infolge einer Corona-Infektion erhöhte sich demnach auf 8076. Die Zahl der Infizierten ist von 68.605 auf 70.478 gestiegen. Auch die Zahl der Einweisungen auf die Intensivstationen im Land ging mit 140 zurück. Dort wurden aber immer noch knapp 7.000 Menschen behandelt.

„Für Siegesrufe ist es zu früh“

Allerdings warnen Fachleute angesichts dieses ersten positiven Entwicklung vor Euphorie. Für „Siegesrufe“ sei es zu früh, sagte der Leiter der Notfallabteilung am Pariser Krankenhaus Georges Pompidou, Philippe Juvin, am Montag dem Sender BFM-TV.

Ähnlich äußerte sich der Generaldirektor der Pariser Krankenhausgesellschaft AP-HP, Martin Hirsch, im Radiosender France Inter. Damit sei nicht der Höhepunkt der Epidemie erreicht, sondern allenfalls „ein Plateau“, sagte Hirsch. „Ein Plateau kann zwischen zwei Bergen liegen, und unser Ziel ist, dass kein zweiter Berg kommt“, betonte er. Juvin sagte, die Lage in Paris sei zwar „nicht mehr außer Kontrolle, aber immer noch sehr angespannt“.

Zu Beginn der vergangenen Woche hatte Premierminister Édouard Philippe die Franzosen noch vor sehr schweren Tagen gewarnt. Mitte der Woche stiegen die Todeszahlen dann an. Mit 588 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden wurde dann am Donnerstag ein trauriger Rekord eingestellt.

Allerdings verweisen Statistiker immer wieder darauf, dass zum Beispiel in Altenheimen die Zahl der Corona-Toten nicht täglich erfasst werden und es deshalb immer wieder zu „Unschärfen“ in der Statistik kommen könne.

Große Sorge vor Osterferien

Große Sorge bereitete den Verantwortlichen der Beginn der Osterferien – einer der traditionellen Großreisetage in Frankreich. Die Befürchtung war, dass trotz eines Ausgehverbotes im Zuge der Corona-Krise sehr viele Franzosen bei dem schönen Wetter in den Urlaub fahren könnten.

160.000 Polizisten waren am Wochenende im ganzen Land aufgeboten worden, um Verstöße zu unterbinden. Sie kontrollierten vor allen die großen Ausfallstraßen in Paris und an den Mautstellen der Autobahnen. Nach Aussagen des Innenministeriums hätten sich die allermeisten Franzosen allerdings diszipliniert gezeigt und die Regeln eingehalten.