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Fahrradweg in Niederkassel-Mondorf: Enger Radweg auf der Diescholl-Brücke macht Verkehr gefährlich

Fahrradweg in Niederkassel-Mondorf : Enger Radweg auf der Diescholl-Brücke macht Verkehr gefährlich

Ein Schmaler Radweg zwischen Mondorf und Bonn macht den Begegnungsverkehr gefährlich. An der engsten Stelle bleiben den Nutzern nur noch 1,20 Meter. Der Landesbetrieb Straßen NRW erteilt Nachbesserung eine Absage.

Ralf Schnabel ist sauer und „absolut schockiert“. Jeden Morgen ärgert er sich aufs Neue, wenn er sein Fahrrad besteigt, um von Mondorf zur Arbeit nach Bonn-Beuel zu fahren. Mit den Sanierungsarbeiten auf der L 269 und dort insbesondere auf der Diescholl-Brücke ist sein Weg zur Arbeit um einiges gefährlicher geworden, als er es vor der Straßensanierung war. Der Grund: Die Sicherungsleitplanken auf der Brücke ragen rund 50 Zentimeter weiter Richtung Rad/Gehweg als dies vorher der Fall war. An der schmalsten Stelle bleiben den Nutzern jetzt nur noch 1,20 Meter – und das bei Begegnungsverkehr. „Alleine mein Lenker ist schon 70 Zentimeter breit, wie sollen denn dann noch zwei Räder aneinander vorbeikommen“, fragt sich der gestresste Radfahrer. Die Strecke werde sehr stark genutzt, und alle hätten mit Kopfschütteln die Verschlechterung der Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger zugunsten der Autofahrer festgestellt, beschreibt Schnabel die Gemütslage der Radweg-Nutzer.

Hinzu komme, dass die neuen Leitplanken an einer unbeleuchteten Stelle plötzlich vom Boden nach oben verlaufen. „Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis im Dunkeln der erste Radfahrer dagegen fährt“, befürchtet Schnabel. Ganz zu schweigen von dem Schmutz, der auch nach Wochen der Fertigstellung noch nicht beseitigt wurde. „Vernünftiges und unfallfreies aneinander vorbeifahren ist auf diesem schmalen Rad/Gehweg fast nicht möglich“, stellt Schnabel fest und sieht dringenden Handlungsbedarf.

Unterstützung bekommt der verärgerte Radfahrer vom Niederkasseler Ortsgruppensprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), Peter Lorscheid. Auch er kritisiert die Wegbreite und die Montage der überbreiten Leitplanken, die den ohnehin schon schmalen Rad/Gehweg noch weiter eingeengt haben. „Auf der gesamten Länge der Brücke ist eine sichere Begegnung zweier Radfahrer nicht mehr möglich“, mahnt er. „Fahrradanhänger kommen hier praktisch überhaupt nicht mehr aneinander vorbei.“

Vorgeschriebene Radwegbreite wurde unterschritten

Durch diese Maßnahme sei die vorgeschriebene Radwegbreite von 2,50 Metern deutlich unterschritten worden. „Angesichts der hohen Verkehrsbedeutung dieser Wegstrecke, die Bestandteil des Radverkehrsnetzes NRW ist und auch im Alltags- und Freizeitverkehr stark frequentiert wird, ist das so nicht hinnehmbar“, stellt Lorscheid fest. Er fordert den zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW auf, die extrabreiten Leitplanken durch schmalere auszutauschen und diese weiter Richtung Straße zu montieren.

Sabrina Kieback, Sprecherin von Straßen NRW versichert dem GA, dass die neuen Schutzvorrichtungen genau an alter Stelle montiert wurden. Sie seien jedoch über 50 Zentimeter tief, die alten Beton-Absicherungen seien nur 20 Zentimeter tief gewesen. „Die alten Schutzvorrichtungen haben nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprochen“, führt Kieback aus. „Sie würden bersten und könnten von einem Auto durchbrochen werden“, schildert die Sprecherin einen möglichen Unfall. Vorschrift sei auch, dass jede Schutzvorrichtung 50 Zentimeter Abstand zum Straßenrand haben müsse. Es habe an dieser Stelle einen „Zielkonflikt“ gegeben, auch angesichts des Busverkehrs auf der Straße“, sagt Kieback. „Wir müssen sicherstellen, dass ein Bus nicht die Brücke runterfällt, falls es zu einem Unfall kommt“, erklärt die Sprecherin.

Grundsätzlich stünden die Richtlinien zur Absicherung der Radfahrer und Fußgänger vor den Autos bei gleichzeitiger Sicherung des Autoverkehrs über den Richtlinien zur Breite des Radstreifens, begründet sie die weitere Verengung des Radweges entlang der L 269 zwischen Mondorf und Bonn. Einer Nachbesserung erteilt die Sprecherin eine Absage. „Wir müssen entsprechend der geltenden Richtlinien bauen, da gibt es keinen Spielraum.“ Allerdings will der Landesbetrieb dafür sorgen, dass der Beginn der Schutzplanken auch im Dunkeln noch sichtbar gemacht wird. Für Ralf Schnabel wurde hier die Sicherheit zur Straße zwar verbessert, allerdings geschah dies auf Kosten der Sicherheit auf dem Radweg.