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Fernbushalt in Troisdorf: Flixbus fährt Troisdorf nicht mehr an

Fernbushalt in Troisdorf : Flixbus fährt Troisdorf nicht mehr an

Nach monatelangem Hin und Her ist nun endgültig Schicht: Flixbus fährt ab sofort Troisdorf nicht mehr an. Das teilte das Unternehmen der Stadt mit. Demnach machte am Mittwoch der letzte Fernbus in der Aggerstadt Halt.

Angekündigt war es schon lange, nun wurde es in die Tat umgesetzt: Das Fernbusunternehmen Flixbus fährt Troisdorf seit Donnerstag nicht mehr an. Kurz und knapp teilte die Firma der Stadt am Mittwoch mit, dass die Linie 011 (Amsterdam-Konstanz) Troisdorf im Zusammenhang mit einer Konzessionsumstellung nicht mehr bedient. Bereits im vergangenen Sommer hatte Flixbus – inzwischen Platzhirsch auf dem Fernbus-Markt – angekündigt, Troisdorf vom Fahrplan zu nehmen. Als Grund nannte Sprecherin Marika Vetter am Donnerstag immer wiederkehrende Probleme mit behördlichen Genehmigungen. Hinzu kommt, dass es seit November auch am Flughafen Köln/Bonn einen Fernbushalt von Flixbus gibt – eine Standortentscheidung, die letztlich gegen das unmittelbar benachbarte Troisdorf sprach, wo sich der Halt in Bahnhofsnähe an der Stadthalle befand.

„Wir bedauern das. Wir wären gerne weiterhin Fernbushalt geblieben“, sagte Stadtsprecher Peter Sonnet auf Anfrage. Troisdorf hatte bislang den einzigen Fernbushalt im Rhein-Sieg-Kreis. „Das ist wirklich schade – auch für die Stadt Troisdorf, die sich sehr engagiert hat“, so Kreis-Sprecherin Rita Lorenz auf Anfrage. Der nächste Fernbushalt liegt nur ein paar Kilometer von Troisdorf entfernt – allerdings auf Kölner Stadtgebiet und damit schon in einer anderen Tarifzone des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Fernbushalt am Flughafen fährt, ist demnach also schlechter gestellt als bislang. „Dass die Bürger aus dem Rechtsrheinischen mehr bezahlen müssen, ist natürlich ein Wermutstropfen“, sagte Lorenz.

Der Betrieb der Troisdorfer Fernbushaltestelle stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Im vergangenen Frühjahr musste die Einweihung der Haltestelle zwei Mal verschoben werden. Grund waren damals fehlende Genehmigungen der Bezirksregierung Freiburg. Ende April kam der Bus dann endlich, doch ab 8. Juni ruhte der Betrieb wieder. Bis zu diesem Zeitpunkt machte der Bus von Bayreuth nach Isselburg beziehungsweise nach Amsterdam in der Aggerstadt Station. Dafür lag nur eine befristete Genehmigung der Regierung Oberfranken vor. Gleichzeitig erhielt Flixbus eine Konzession für eine Verbindung zwischen Essen und Wien, wobei Troisdorf als Haltepunkt nicht enthalten war. Ende August wurde die Stadt dann aber wieder mit der Linie 011 ins Programm aufgenommen. Zeitgleich teilte Flixbus mit, dass man die Stadt nur bis zum Fahrplanwechsel am 7. November anfahren werde.

Als Grund gab der Fernbusanbieter damals schon die wiederholt massiven Verzögerungen in der Genehmigungserteilung und die daraus resultierende „fehlende Planungssicherheit für Verbraucher und Unternehmen“ an. Die Verfahren gelten als komplex. Daran sind verschiedene Behörden beteiligt, je nach Linie auch ausländische.

Nach dem 7. November baute die Stadt die Haltestelle ab, doch überraschend bediente Flixbus Troisdorf weiter. Aufgrund des Personenbeförderungsgesetzes sei man dazu verpflichtet, so das Unternehmen damals. Deshalb wurde das Ende auf Januar verschoben, und so kam es nun auch.

„Insgesamt hat der Fernbushalt in Troisdorf unsere Erwartungen erfüllt“, sagte Flixbus-Sprecherin Vetter zum GA. Konkrete Zahlen gebe das Unternehmen aber nicht heraus. Damit ist das Kapitel „Fernbusse“ für den Rhein-Sieg-Kreis aber womöglich nicht beendet. Es sei nicht auszuschließen, dass man in Zukunft andere Standorte im Kreis in Betracht ziehe“, so Vetter weiter. „Unser Streckennetz wächst. Gut möglich, dass wir auch mehr in die ländlichen Gebiete gehen werden.“

Der Fernbus-Markt wurde 2013 liberalisiert und war hart umkämpft. Inzwischen sind etliche Anbieter verschwunden. Der Anbieter Flixbus, der mit „Mein Fernbus“ fusionierte und Postbus übernahm, ist heute Marktführer. Sein Geschäft basiert auf der Zusammenarbeit mit Subunternehmen.