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Bornheim: So ist die Ausstellung "Genesis" im GFO Klostergarten Merten

Ausstellung "Genesis" im GFO Klostergarten Merten : Schöpfungsgeschichte kunstvoll in Szene gesetzt

Die Entstehung der Welt in Bild und Wort: Im GFO Klostergarten Merten sind Werke des Malers Emil Schumacher zu sehen.

Blau, Schwarz und Ockertöne dominieren die Bilder in der Ausstellung in der Klosterkapelle des GFO Klostergartens in Merten. 18 Originalgrafiken zum biblischen Buch Genesis hat der Maler Emil Schumacher (1912-1999) 1998 geschaffen. In Kooperation mit dem Katholischen Familienbildungswerk des Rhein-Sieg-Kreises ist die Wanderausstellung des Bildungswerks der Erzdiözese Köln noch bis Sonntag, 29. März, in der Klosterstraße zu sehen.

Die Werke des Hagener Künstlers verbildlichen die Entstehung der Erde – von der Schöpfung bis zum Turmbau zu Babel – und passen „deshalb hervorragend zu unserem diesjährigen Thema in der Fastenzeit, das sich in verschiedenen Veranstaltungen um Umwelt, Umweltschutz und Nachhaltigkeit dreht“, erklärte Quartiersmanagerin Nora Beißel bei der Vernissage am Sonntag.

In kleinem Kreis interessierter Zuhörer erläuterte Kunsthistorikerin Eva Degenhardt als Expertin für philosophische Kunst die Entstehung der Werke kurz vor Schumachers Tod. Schumacher schuf auf Azetatdruckfolien Grafiken zu den Kapiteln I bis XII (Pentateuch) der Schöpfungsgeschichte. Diese wurden in seinem Todesjahr im israelischen Har-El in Jaffa gedruckt. Dazu wurde feiner, salzloser Wüstensand verwendet, die Farben im Handruckverfahren in Serigraphie und Terragraphtechnik hergestellt.

Den Grafiken wurde der entsprechende Bibeltext auf Hebräisch und Deutsch gegenübergestellt. Der ursprünglich als Kunstbuch konzipierte Zyklus wurde für die Wanderausstellung gelöst, sodass das Bild und der dazugehörige Text in einem jeweils eigenen Rahmen betrachtet werden können, wobei links die Grafik und rechts die Texte angeordnet sind.

Die Entwicklung der Welt mit ihren Lebewesen spiegelt sich in der malerischen Gestaltung der Werke wider. Von zarten Liniengeflechten über getuschte Farbverläufe bis hin zu dichten Farbbündeln. In deren Schatten sind beispielsweise ein Rad oder Vogelkörper zu erahnen. „Der Zyklus Genesis ist die letzte Arbeit des Künstlers und kann als sein Vermächtnis angesehen werden“, erklärte Degenhardt ihrem Publikum.

Mit seinem ersten Zyklus-Bild hat Schumacher den Ur-Anfang, die Ur-Materie, ganz in Schwarz mit kleinen Aufhellern gehalten. Im Verlauf der Bildreihe wird immer mehr Helligkeit sichtbar, was zeigt, „dass etwas passiert“, so Degenhardt. Der Turmbau zu Babel als letztes Werk der Reihe verdeutlicht die Verwirrtheit der Menschen, die „Gott aber nicht zulässt, da er im Dialog mit den Menschen bleibt“, machte Degenhardt deutlich.

Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 29. März, und ist jeden Mittwoch und Donnerstag, außer am 3. und 4. März, sowie am Freitag, 6. März, und am Samstag, 28. März, zu sehen, stets von 15 bis 18 Uhr. Zur Ausstellung gibt es ein kostenloses Begleitprogramm. Mittwoch, 11. März, 16 Uhr: Führung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Montag, 16. März, 15.30 Uhr: mobile Ausstellung im Seniorenzentrum St. Elisabeth mit Naturgedichten von Monika Mann. Dienstag, 24. März, 15.30 Uhr/16 Uhr: Familienführung „Kunst für Klein und Groß“. Mittwoch, 25. März, 16 Uhr: sinnliche Betrachtung mit Arien aus der Schöpfung von Josef Haydn und einer Lesung, die sich mit der Schöpfungsgeschichte befasst.