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Leverkusen gegen Barcelona: Bayer wittert Chance

Leverkusen gegen Barcelona : Bayer wittert Chance

Barcelona. Kurz vor 15 Uhr landete das Flugzeug aus Köln-Bonn auf El Prat, dem Flughafen von Barcelona. Für Kapitän Lars Bender war die Ankunft in der katalanischen Metropole mit gar nicht guten Erinnerungen verbunden. Er und Torwart Bernd Leno sind aus jener Bayer-Mannschaft noch dabei, die vor dreieinhalb Jahren eine der sportlich schmachvollsten Stunden des Leverkusener Fußballs erlebten.

1:7 lautete die Rekordniederlage am 7. März 2012 im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Barcelona, dem ein 1:3 im Hinspiel mit nur einem Messi-Tor vorausgegangen war. Doch die Leverkusener haben sich nach den drei Niederlagen am Stück mit dem 1:0 gegen Mainz und vor allem mit dem 3:0 in Bremen am Samstag wieder so gut gefangen, um heute nicht in depressiver, verzagter Stimmung im Camp Nou zum zweiten Gruppenspiel der Champions League gegen "Barca" anzutreten.

"Wir sind wieder in der Spur", sagte Bender. Und das Rezept, um sich beim spanischen Meister gut aus der Affäre zu ziehen, gab der defensive Mittelfeldspieler auch aus. "Wir müssen mutiger sein. Aber es bleibt für uns eine Riesenherausforderung", sagte der 26-Jährige. Dass sich die Werkself mit den beiden Bundesliga-Erfolgen innerhalb von vier Tagen wieder im oberen Tabellendrittel der Bundesliga zurückmeldete, hat das Selbstbewusstsein wieder aufgefrischt.

Beim 7:1 gelang Lionel Messi damals als erstem Spieler in der Königsklasse, fünf Tore in einem Spiel zu erzielen. Der Argentinier erlitt am Sonntag beim mühevollen 2:1 gegen Las Palmas, drei Tage nach dem blamablen 1:4 bei Celta Vigo, einen Innenbandriss im Knie und wird sechs bis acht Wochen ausfallen. Dass der "Floh", zusammen mit Cristiano Ronaldo der überragende Stürmer des Weltfußballs, verletzt ausfällt, ist zweifellos ein gewisser Vorteil für die Leverkusener. "Dass Messi fehlt, ist keine Sieggarantie", betonte Sportdirektor Rudi Völler.

Von drei Punkten auszugehen, wäre tatsächlich sehr vermessen. Denn im Vergleich zur Saison 2011/12 hat sich Barca in der Offensive noch verstärkt. Luis Suarez und Neymar waren nicht dabei, als die Leverkusener, für die Karim Bellarabi in der Nachspielzeit traf, untergingen.

Aber es gibt doch einiges, was zumindest für einen Teilerfolg für die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt spricht. Barcelona, der Titelverteidiger in der Champions League, hat in drei der bisher neun Pflichtspiele dieser Saison jeweils vier Gegentore kassiert und lediglich zweimal zu Null gespielt. Insgesamt kassierte die Mannschaft 17 Gegentore, was auch an den teilweise sehr schwachen Leistungen des Ex-Mönchengladbachers Marc-André ter Stegen liegt. 17 Gegentore wies Barcelona in der vorigen Saison erst Ende Januar auf. Trainer Luis Enriques kennt die Schwäche seiner Truppe.

"Wir haben über die Defensive gesprochen, das hat aber nicht geholfen. Da müssen wir uns wieder verbessern", erklärte er bereits in der Saisonvorbereitung. Es scheint, als hätten ihm nicht alle seiner Spieler zugehört. Aber besonders in der Kritik steht der alte Leno-Rivale ter Stegen. Dieser hat in sieben Spielen in dieser Saison 16 Gegentore kassiert - genauso viele wie in seinen 21 Spielen in der vergangenen Saison. Seit dem 55-Meter-Gegentor beim 1:1 im ersten Champions-League-Spiel der Saison beim AS Rom gehen die Medien mit ihm sehr hart ins Gericht.

Bayer bot beim 4:1 gegen Bate Borisov eine gute Leistung. Richtig überzeugt von seinem Team war Schmidt von der zweiten Halbzeit in Bremen. Alle Spieler reisten mit nach Barcelona, auch die, die nicht einsatzfähig sind.