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Campus Endenich: Vorstellung des Wettbewerbssiegers - Boulevard bildet zentrale Achse

Campus Endenich : Vorstellung des Wettbewerbssiegers - Boulevard bildet zentrale Achse

Wie könnte er einmal aussehen, der Campus Endenich? 14 Büros und Bürogemeinschaften aus Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern hatten sich in den vergangenen Monaten der Herausforderung gestellt, diese Frage zu beantworten. Am Montag wurden die Beiträge eines Wettbewerbs vorgestellt.

Den hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Bauherr ausgelobt. Jede teilnehmende Gruppe war dazu aufgefordert worden, städte- und freiraumplanerische Ideen für die Gestaltung des rund 22 Hektar großen Geländes zwischen A 565 und der Straße Auf dem Hügel einzureichen. Bereits Ende Juni hatte eine Jury unter dem Vorsitz von Johannes Ringel, Architektur-Professor und Experte für Stadtentwicklung aus Düsseldorf, die Sieger gekürt. Gestern wurden nun sowohl deren Wettbewerbsbeitrag als auch die der anderen Teilnehmer der Öffentlichkeit erläutert.

Am Ende sei die Entscheidung denkbar knapp ausgefallen, berichtete Johannes Ringel während der Nennung der drei Bestplatzierten. Alle drei Vorschläge hätten auf qualitativ besonders hochwertige Art verschiedene Lösungsansätze vertreten. Letztlich machte der Beitrag einer Bürogemeinschaft aus Aachen, Bochum und Berlin das Rennen.

"Der Siegervorschlag überzeugt durch sein hohes Maß an Flexibilität in Bezug auf die Weiterentwicklung", lobte Ringel den Beitrag von HJPplaner, Lützow 7 und Brilon Bondzio Weiser. "Zudem wurde die bereits bestehende Bebauung hervorragend integriert." Im Gegensatz zu anderen Vorschlägen sei der Freiraum, sprich die Grünflächen, in der Gestaltung nicht dominant ausgefallen, biete dem Gelände im Gesamtkontext aber dennoch ein grünes Rückgrat.

Geht es nach den Vorstellungen des siegreichen Teams, so soll ein Boulevard die zentrale Bebauungsachse des Campus Endenich bilden. Diese müsse gemäß Vorschlag nicht in einem Rutsch errichtet werden und behielte dennoch ihren sehr individuellen Charakter, nannte Johannes Ringel einen weiteren positiven Aspekt der siegreichen Idee. Wie Peter Jahnen von HJPplaner darlegte, habe sich das Team bei der Ideenbildung eng an den örtlichen Gegebenheiten orientiert.

So habe man entschieden, die obere Kante des Hanges, der das gesamte Areal prägt, zur Schaffung von studentischem Wohnraum zu nutzen. Beim Abwägen zwischen einer abgeschlossenen und einer offenen Gestaltung des Geländes sei die Entscheidung wiederum zugunsten der offenen Bauweise gefallen. "Bildung muss in das Stadtbild einer zeitgemäßen Stadt getragen werden", legte er die Idee dahinter dar.

Mit der Kür der Wettbewerbssieger ist erst der erste einer ganzen Reihe von Schritten in Richtung Campus Endenich getan. In der nächsten Phase wird das siegreiche Team damit beauftragt werden, einen Masterplan zu erstellen, der wiederum die Grundlage für einen Bebauungsplan bilden wird. Wie sich im Verlauf des bisherigen Verfahrens gezeigt hat, bestehen derzeit insgesamt sechs eher kleinteilige Bebauungspläne für das Gelände, die teils noch aus den 60er Jahren stammen und in Summe durch den dann neuen Plan ersetzt werden sollen. Nach jetzigem Stand wird mit der Erteilung des Baurechts im Zeitraum 2014/2015 zu rechnen sein.