Aktion am Berufskolleg Hennefer Schüler bauen Wohnbox für Obdachlose

HENNEF · Matratze, Decke, Campingtoilette: 18 Schüler des Carl-Reuther-Berufskollegs in Hennef haben eine Wohnbox für Obdachlose gefertigt. Sie beteiligen sich damit an einer Aktion des Kölner Fotografen Sven Lüdecke.

 Die Schüler des Carl-Reuther-Berufskollegs des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef haben die Holzbox für Obdachlose in den vergangenen Wochen gefertigt.

Die Schüler des Carl-Reuther-Berufskollegs des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef haben die Holzbox für Obdachlose in den vergangenen Wochen gefertigt.

Foto: Ingo Eisner

Schmuck schaut sie aus, die 250 Kilogramm schwere Holzbox, die 18 Schüler der Bau- und Holztechnikklasse der höheren Berufsfachschule des Carl-Reuther-Berufskollegs innerhalb von 14 Tagen gefertigt haben. Das Berufskolleg beteiligte sich an einer Aktion des Fotografen Sven Lüdecke, der mit seinem Verein „Little Home Köln“ Obdachlosen helfen möchte, vor allem in der kalten Jahreszeit ein Dach über dem Kopf zu haben. Nun verluden die Schüler die fertige Box, die am 31. Oktober während des Reformationsfestes bei den Steyler Missionaren in Sankt Augustin feierlich an Lüdecke übergeben werden soll.

Ein Erlebnis auf dem Kölner Hauptbahnhof sei laut Lüdecke die Initialzündung gewesen, um Obdachlosen zu helfen. „Ich war dabei, als Sicherheitsmitarbeiter der Bahn eine Obdachlose unsanft weckten und aus dem Bahnhof vertreiben wollten. Ich habe ihr dann einen Kaffee spendiert und mir später überlegt, wie man diesen Menschen helfen kann“, sagt Lüdecke. Mit „Little Home Köln“ gründete er einen Verein, der mittlerweile über eine eigene Werkstatt verfügt und dort bereits mehr als 20 dieser „kleinen Wohnhäuser“ für Obdachlose gefertigt hat. „Dies ist die erste Box, die von Berufskolleg-Schülern gebaut wurde“, sagt Lüdecke.

Box kommt nach Frankfurt

Der Kontakt zum Kolleg kam über die Schulpfarrerin Eva Zoske zustande. „Ich war von dem Projekt sofort begeistert“, sagte Zoske. Auch der Leiter des Berufskollegs, Günther Au, ist voll des Lobes für die Aktion. „Die kommunalen Notunterkünfte reichen zumeist nicht aus. Zudem nutzen viele Obdachlose diese Angebote nicht, weil sie Angst vor solchen Massenunterkünften haben oder ihren Hund nicht dorthin mitnehmen dürfen“, sagt Au. „Wir haben da wirklich eine wichtige Arbeit gemacht, die Menschen in Notsituationen hilft“, sagt auch Schüler Philip Lautner, der an dem Bau der Holzbox, die 3,2 Meter lang, 1,2 Meter breit und 1,9 Meter hoch ist, beteiligt war.

Die Box verfügt über eine Matratze, Kopfkissen und Bettdecke sowie eine Campingtoilette. Lüdecke verhandelt derzeit mit diversen Städten, ob und wie seine Boxen aufgestellt werden können. Die Berufskolleg-Box soll in Frankfurt aufgestellt werden. Weitere Informationen zur Aktion und Lüdeckes Verein gibt es im Internet unter www.little-home.eu.

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