Gegen Gefahren im Netz Schul-Workshop in Niederpleis wappnet Schüler vor Cybermobbing

Sankt Augustin · Die Digitalakademie vermittelt Schülern den wirksamen Umgang mit Extremisten und Cybermobbing im Netz. Die Jugendlichen in NIederpleis wissen jetzt, wie sie sich besser wehren können.

 Frank Windeck und der stellvertretende Schulleiter Thorsten Bottin (hinten v.l.) begutachten mit Schülern ein Video zum Thema Cybermobbing.

Frank Windeck und der stellvertretende Schulleiter Thorsten Bottin (hinten v.l.) begutachten mit Schülern ein Video zum Thema Cybermobbing.

Foto: Martina Welt

Cybermobbing, Hate Speech und Extremismus – das sind einige der Herausforderungen, mit denen junge Menschen zurechtkommen müssen. Für die Zehntklässler der Realschule Niederpleis gab es in der letzten Woche vor den Weihnachtsferien schon zum zweiten Mal einen Workshop zu diesen Themen.

Veranstaltet wurde die Digitalakademie vom politischen Bildungsforum der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Bonn. Der verantwortliche Projektleiter Frank Windeck war mit acht Trainern vor Ort, um die rund 80 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen drei Tage lang mit dem vertraut zu machen, was sie im Netz erwarten kann.

Schüler haben zum Thema Mobbing ein Video produziert

Durchweg positiv war die Resonanz der Gruppe zum Thema Mobbing im Netz. „Ich habe in dem Projekt mehr darüber erfahren, wie man gegen Extremismus vorgehen kann und habe auch viel über fake-news gelernt“, sagt der Schüler Heiman aus der Projektgruppe. Auch „mobile reporting“ oder „podcasting“ seien jetzt für ihn keine Fremdworte mehr.

Die Schüler haben nach einer Umfrage unter Lehrern und Schülern zum Thema Mobbing ein Video produziert, das sie zum Abschluss im großen Forum zeigten. Auch für Henrik hat sich die Teilnahme gelohnt. „Ich weiß jetzt, wie sich Netzwerke bilden, wie Leute durchs Internet angezogen werden und dass das Netz kein sicherer Ort ist“, fasst er seine Erkenntnisse zusammen.

Unterscheiden können zwischen Meinung und Beleidigung

Einig sind sich die Schüler, dass man auf Mobbing, Hasskommentare oder aber extremistische Äußerungen unbedingt reagieren und diese dem Plattform-Betreiber melden soll. Wie das geht, haben sie ebenfalls im Workshop gelernt.

„Im Unterschied zu früher nehmen die Schüler heute ihre Peiniger mit nach Hause“, sagt Windeck. Deshalb sei es sehr wichtig, den Jugendlichen eine Haltung gegenüber Extremisten, Hatern oder Mobbing zu vermitteln. „Wenn 16- oder 17-Jährige ohne Widerspruch ihre Parolen im Netz verbreiten können, werden sie oftmals zu Menschen, die unsere Demokratie bedrohen“, sagt Windeck. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen lernen, wo freie Meinungsäußerung aufhört und wo zum Beispiel Beleidigungen anfangen.“

Zwei Tage lang konnten die Schüler üben, wie man Videos oder podcasts produziert. „Wenn am Ende des Workshops ein Gefühl der gemeinsamen Wirksamkeit entsteht, haben wir ein wichtiges Ziel erreicht“, sagt Windeck. Die Digitalakademie hat bisher rund 2500 Schüler und mehr als 200 Lehrer geschult und bundesweit knapp 30 Veranstaltungen durchgeführt.

mobile reporting – Journalismus mit dem Handy

podcasting – die Veröffentlichung einer Serie von Audio- oder Videobeiträgen im Internet

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