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Husky-Rudel abgegeben: Huskys im Tierheim Troisdorf suchen ein neues Zuhause

Husky-Rudel abgegeben : Huskys im Tierheim Troisdorf suchen ein neues Zuhause

Collin, Bodo, Fiebi und Co. suchen ein neues Herrchen oder Frauchen: Die zehn Huskys wurden vor zwei Wochen in Troisdorf abgegeben. Das bringt das örtliche Tierheim nun an die Grenzen seiner Belastbarkeit.

Schwanzwedelnd steht er in seinem Zwinger und steckt seine Nase durchs Gitter. Seine hellblauen Augen blicken die Besucher richtig flehentlich an. Der zehnjährige Collin ist einer von zehn Husky-Mischlingen, die vor zwei Wochen im Troisdorfer Tierheim aufgenommen wurden. Das Veterinäramt hat sie aus einer schlechten Haltung beschlagnahmt, und sie wurden von ihren ehemaligen Besitzern zur Vermittlung freigegeben.

„Das ist ein Glück“, freut sich Claudia Steffes über die Voraussetzung für eine schnelle Vermittlung. Denn nicht nur für die Tiere ist es nicht schön, im Tierheim zu sein, auch das Tierasyl selbst stößt mit dem zehnköpfigen Neuzugang an seine Grenzen. „Wir sind ziemlich voll“, sagt die gelernte Tierarzthelferin, die sich um die Vermittlung kümmert.

Fast alle Huskys sehr zutraulich und menschenbezogen

Das neue Hundehaus verfügt über 22 Boxen, die maximal mit 44 Hunden belegt werden können. „Das hängt aber von den Tieren ab. Manche kann man nur allein halten“, erklärt Hundepflegerin Rebecca Rettweiler. So sind derzeit mit 39 Hunden alle Boxen gefüllt. Mit dem liebenswerten Collin, der anfangs allein untergebracht war, weil er humpelt – ein Hinterlauf war vermutlich früher mal gebrochen und ist falsch zusammengewachsen – teilt die kleine Laika die Box. Letztere ist besonders beliebt, wie Steffes berichtet, weil sie wie eine Mini-Form eines Huskys aussieht.

Für sie sowie für die hübsche Bonnie, den verschmusten Mexx und die schüchterne Clyde gibt es schon ernsthafte Interessenten. Letztere ist übrigens die einzige, die nicht wie ein Husky aussieht – sie unterscheidet sich durch ihr cognacfarbenes Fell und ihre hängenden Ohren. Sie ist zusammen mit Fly im Zwinger. Letzterer ist ein bisschen eigenwillig und hat daher noch keinen Interessenten.

„Bis auf Fiebi und Fly sind alle Huskys sehr zutraulich und menschenbezogen“, sagt Rettweiler mit Blick auf Fiebi, die zusammen mit Jim untergebracht ist. Die Hündin muss erst noch Vertrauen fassen und empfängt Besucher mit einem Knurren – ein Grund, warum sie noch keine Aussicht auf ein neues Zuhause hat.

Rudel Huskys im Tierheim in Troisdorf - Hunde suchen neues Zuhause

Ihr Box-Nachbar ist indes noch jung und ungestüm – alle außer Collin sind zwischen drei und fünf Jahre alt. „Er hatte einen Nasen-Turmor, der bestrahlt worden ist. Seither hat er tränende Augen“, erklärt Steffes seinen kleinen Schönheitsfehler, der ihm bisher auch noch keinen Interessenten eingebracht hat.

Das ist auch so bei dem zehnjährigen Collin sowie Don. Bei diesem seien die Interessenten abgesprungen, erzählt die Tierheim-Mitarbeiterin mit Blick auf seine drei Beine. Zudem ist er etwas übergewichtig. Damit er trotzdem bald ein neues Zuhause findet, soll er in der zweiten März-Hälfte in der WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ vorgestellt werden, so Steffes.

30 Ehrenamtler gehen mit Hunden aus Tierheim Gassi

„Auch die Gassigänger müssen nun ein paar Runden mehr einlegen“, sagt Steffes mit Blick auf die insgesamt 30 Ehrenamtler, die morgens und abends bei Wind und Wetter mit den Hunden gehen. So kommt jedes Tier einmal am Tag raus. Denn die knapp 20 Angestellten, zu denen drei Azubis, einige 450-Euro-Kräfte und vier Einsatzfahrer gehören, sind mit den vielen Hunden, rund 30 Katzen, acht Papageien, unzähligen Kaninchen, Ratten und Degus ziemlich beschäftigt. Hinzu kommt die Wildtier-Station, in der Igel, Vögel und Tauben aufgepäppelt werden.

Umso mehr freuen sie sich über jedes Tier, dass ein neues Zuhause findet. Wer Interesse hat, einen der Hunde aufzunehmen, kann sich an das Tierheim Troisdorf (Siebengebirgsallee 105), Telefon 0 22 41/127 77 00 wenden. Geöffnet ist es dienstags, freitags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.