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Radverkehrskonzept für Bornheim: Bessere Markierungen für Radfahrer

Radverkehrskonzept für Bornheim : Bessere Markierungen für Radfahrer

Als Radfahrer auf der neu gestalteten Königstraße entgegen der Einbahnstraße zu steuern – „das artet für viele in eine Mutprobe aus“, findet Stefan Wicht, Pressesprecher des Bornheimer Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC).

Zwischen geparkten und entgegenkommenden Fahrzeugen bleibt Radlern oft nur wenig Platz, um sich ihren Weg zu bahnen. Einen eindeutig markierten Schutzstreifen würden sich Wicht und seine Club-Kollegen wünschen: „Wir wollen, dass Radler sich sicher fühlen können.“ Und auch Autofahrern biete eine eindeutige Markierung eine bessere Übersicht, meint Wicht.

Das Thema Markierung spielt auch im überarbeiteten Radverkehrskonzept der Stadt eine wichtige Rolle, mit dem sich der Ausschuss für Stadtentwicklung am Mittwoch, 17. Februar, ab 18 Uhr in Rathaus befasst. Der Verkehrsausschuss hatte 2011 beschlossen, das aus dem Jahre 2003 stammende Konzept zu aktualisieren. Dies hat ein Büro für Stadtverkehrsplanung nun getan und das bestehende Radwegenetz in einer umfangreichen Befahrung erfasst und bewertet.

Als eine der wichtigsten und kurzfristig umzusetzenden Maßnahmen empfiehlt das Büro eine bessere Markierung von Knotenpunkten entlang der Landstraße 183. Die L 183 ab Walberberg sowie deren Fortsetzung durch Bornheim (Königstraße) und Roisdorf (Bonner Straße) bilde „das Rückgrat des Radverkehrsnetzes in Bornheim“, da sich an ihr die meisten Ortsteile aufreihten und Verbindungen zum Hauptort Bornheim sowie nach Brühl und Alfter bestünden.

„Daher ist es wichtig, dass entlang dieser Achse zukünftig eine komfortable und möglichst homogene Radverkehrsführung angeboten wird“, heißt es in dem Konzept. Langfristig die beste Lösung wären laut den Planern Radwege auf beiden Straßenseiten statt des zurzeit einen Radwegs, auf dem Fahrradfahrer in beide Richtungen unterwegs sind. Durch ein konsequentes Markieren der Furten, also der Radfahrerspuren, könne jedoch mit wenig Aufwand und relativ kostengünstig die Aufmerksamkeit für den Radweg enorm gesteigert werden.

Bessere Markierungen mit Piktogrammen, Einfärbungen und Schildern entlang der L 183 würde auch der ADFC begrüßen, der laut Vorschlag der Verwaltung auch um eine Stellungnahme zum Konzept gebeten werden soll. „Wir glauben, dass das eine deutliche Verbesserung bringen würde“, sagt Stefan Wicht.

Beim Zweibahnverkehr komme es oft zu Konflikten, etwa wenn Autofahrer beim Abbiegen nicht darauf eingestellt seien, dass aus beiden Richtungen mit Radlern zu rechnen sei, erklärt er und verweist auch auf die Unfallstatistik, die in das Konzept eingeflossen ist. So ereignete sich der größte Anteil von 133 Unfällen mit Radfahrern in Bornheim in den Jahren von 2010 bis 2013 entlang der L 183 zwischen Walberberg und Dersdorf: 20 Mal krachte es dort, meistens beim Abbiegen und Kreuzen. In drei Fällen wurden Personen schwer verletzt.

Eine weitere Empfehlung begrüßt der ADFC: Die Verlängerung des zwischen Bonn, Alfter und Bornheim geplanten Radschnellweges bis nach Brühl. Allerdings möchte der Fahrradclub darauf nicht bis 2030 warten, sondern fordert eine frühere Umsetzung. Im Ganzen erntet das Konzept viel Lob vom ADFC: Es sei „äußerst solide, umfassend und fleißig“, so Wicht, „doch der Knackpunkt ist das Geld.“ Zwischen 400 000 und 850 000 Euro sollten für Investitionen einkalkuliert werden, so die Planer. Auch eine Stelle für einen Beauftragten für Nahmobilität zu schaffen, regen sie an.

Jetzt werde sich zeigen, wie ernst das Ansinnen der Politiker sei, etwas für den Radverkehr zu tun, meint Stefan Wicht. Dass die Stadt dringenden Nachholbedarf in punkto Fahrradfreundlichkeit hat, hatte auch der Fahrradklimatest 2014 gezeigt: Unter 292 deutschen Städten bis 50 000 Einwohner landete Bornheim auf Rang 263.