Barbara Hillebrand Bildhauerin präsentiert Arbeit mit Hammer und Meißel

BORNHEIM-BRENIG · Jede Menge Gemüse und Salate, gelegentlich auch ein paar Tiere, waren auf den Tischen im Breniger Zentwinkelsweg 3 zu sehen. Alles bestand aus Stein: Die Bildhauerin Barbara Hillebrand präsentierte am Tag des offenen Ateliers ihre jüngsten Objekte. Und die waren sehenswert.

 Stimmungsvoller Auftakt: Im Hof Mayntz kommen die Witterschlicker zusammen und singen Adventslieder.

Stimmungsvoller Auftakt: Im Hof Mayntz kommen die Witterschlicker zusammen und singen Adventslieder.

Foto: Roland Kohls

Überdimensionale Paprika aus Kalkstein mit dickem Stiel moduliert, riesiger Fenchel, kleine Rosenkohl-Knöspchen - Naturliebhaber oder Gourmets von leckerem Gemüse sahen in originalgetreuen Abbildungen ihre favorisierten Sorten. Aber auch ein Wirsingsalat, die Blätter bis ins Detail nachempfunden, kuschelnde Insekten und einträchtig nebeneinander sitzende Frösche sind die bevorzugten Modelle der Künstlerin.

Ihre Liebe zur Natur spiegelt sich in jedem einzelnen ihrer Objekte wider. In ihrem weitläufigen Garten findet sie die meisten ihrer "Modelle". "Es sind alles Formen des täglichen Lebens. Meistens beachtet man sie nur nicht", sagt Hillebrand, die seit elf Jahren als Bildhauerin tätig ist. Sie hat ein Studium der Bildhauerei und Kulturpädagogik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter absolviert.

In Kursen vermittelt sie Kindern und Erwachsenen die Arbeit mit verschiedensten Materialien. Ob mit Wachs, Gips oder eben mit Stein - sowohl Kinder als auch Erwachsene lernen, "was man mit den eigenen Händen herstellen kann. Und das genießen sie", verdeutlichte die Pädagogin. Auch sie liebt ihre Arbeit mit Hammer und Meißel. Auf großen Steinquadern thronten ihre 14 Objekte, manche als Paar, andere zu dritt, wieder andere alleine.

Als Gestein verwendet sie neben Tuffstein aus der Eifel, Kalk- und Sandstein, auch grünen Anröchter Dolomit aus Paderborn. "Wenn ein Gemüse als Paar dargestellt wird, entsteht ein Dialog. Mich interessiert, dass sich Gemüse unterhält", erläutert Hillebrand den Sinn der Konstellation. Die meisten Objekte zeichnet sie vor und formt sie dann aus Ton, um ein Gespür für die Feinheiten von Paprika und Co. zu erhalten.

"Es ist eine Abtragetechnik und keine Aufbauarbeit wie bei Ton", macht sie deutlich. "Bei Salaten fasziniert mich, wie vielschichtig und vielgliedrig er ist", so Hillebrand. Interesse bei Besuchern finden ihre Objekte allemal. So gingen am Sonntag die "Insekten" über den Ladentisch, "da die Tochter Imkerin ist". Drei Mal lud Hillebrand in diesem Herbst zum offenen Atelier ein. Zum nächsten Mal öffnet sie ihre Türen wieder im kommenden Jahr.

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